Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Lichtimmission

Wie Lichtverschmutzung reduziert werden kann

Umweltministerin Priska Hinz: „Eine nachhaltige Außenbeleuchtung leistet einen Beitrag zum Arten- und zum Klimaschutz.“

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Frankfurter Skyline bei Nacht
© Roman Sigaev - Fotolia.com

„Für Autofahrer und Fußgänger bieten Straßenlaternen und Außenbeleuchtungen ein mehr an Sicherheit und Komfort. Allerdings wird unser Ökosystem durch unzählige und manchmal überflüssige Lichtquellen empfindlich gestört. Insekten verglühen massenhaft an heißen Lichtquellen und stehen damit Vögeln, Fledermäusen und anderen Insekten nicht zur Verfügung. Zugvögel werden durch das nächtliche Licht fehlgeleitet, weil sie den Sternenhimmel nicht mehr sehen, der ihnen beim Navigieren hilft“, beschreibt Umweltministerin Priska Hinz den Einfluss der zunehmenden Beleuchtung in Städten, an Straßenrändern und auf Werbeflächen. „Selbst die Wachstums- und Blühzyklen von Pflanzen werden teilweise durch künstliche Lichtquellen verändert“, ergänzte sie anlässlich der Veröffentlichung der Broschüre „Nachhaltige Außenbeleuchtung – Informationen und Empfehlungen für Industrie und Gewerbe“.

Die Broschüre bietet neben Hintergrundinformationen, praktische Hilfe bei der Auswahl geeigneter Beleuchtungssysteme. Wenn Beleuchtungsanlagen modernisiert werden, ergibt sich die Chance, die Anlagen so zu optimieren, dass sie bedeutend weniger zur Lichtverschmutzung beitragen. Eine angemessene Beleuchtung kann dabei mit vertretbarem Aufwand erreicht werden. „Wir wollen die überbordende Lichtverschmutzung eindämmen und damit einen Beitrag zum Schutz und dem Erhalt der Artenvielfalt leisten. Mit modernen Leuchten und Leuchtmitteln las­sen sich die Anforderungen der Nachhaltigkeit problemlos erfüllen – ohne dass deshalb Werbe­zwecke oder Sicherheitsaspekte auf der Strecke bleiben. Energieeffiziente Beleuchtungsanlagen reduzieren nicht nur Kosten und Lichtverschmutzung, sie leisten dank des geringeren Energieverbrauchs und ihrer längeren Verwendungsdauer/Haltbarkeit auch einen Beitrag zum Klimaschutz“, betonte die Ministerin. 

Trotz der Umstellung auf energieeffiziente Leuchtmittel, wie beispielsweise LEDs, sind der Gesamtverbrauch und die Lichtverschmutzung in den letzten Jahren gestiegen. Denn häufig wird nun mehr, heller und länger beleuchtet. Das Ministerium empfiehlt deshalb eine intelligente und bedarfsgerechte Steuerung der Beleuchtung die einem klaren Prinzip folgt: Licht nur dann, wenn es wirklich gebraucht wird! Für einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz sind beispielsweise auch Straßenlaternen die sich aus Solar- oder Windenergie speisen denkbar.

Neben der Biodiversität und dem Klima wird auch die Gesundheit des Menschen geschützt, wenn die Lichtverschmutzung verringert werden kann. Denn für einen gesunden Schlaf ist Dunkelheit wichtig. Außerdem eröffnet sich die Möglichkeit, die Faszination des sternenreichen Nachthimmels erleben zu können. Zum Beispiel im Sternenpark Rhön und seinem Umland haben die Kommunen eine reduzierte Beleuchtung umgesetzt, so dass Sternbeobachtungen dort besonders gut und störungsfrei möglich sind und zu einem besonderen Erlebnis werden.

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