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Sommertour

Ministerin Hinz übergibt Förderbescheide für Wohnraum in Nauheim und Darmstadt

Wohnungsbauministerin Priska Hinz überreicht Förderbescheide für umweltfreundlichen bezahlbaren Wohnraum in Nauheim und für das Modellprojekt „Passivhaus SozialPlus“ in Darmstadt.

Ministerin Priska Hinz überreicht den Förderbescheid für umweltfreundlichen bezahlbaren Wohnraum in Nauheim
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Ministerin Priska Hinz überreicht den Förderbescheid für umweltfreundlichen bezahlbaren Wohnraum in Nauheim
© HMUKLV

„Hessen stellt derzeit so viel Geld für Wohnraum zur Verfügung wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Bis 2020 steht mit dem Masterplan Wohnen die Rekordsumme von 1,7 Milliarden Euro bereit. Damit können 20.000 Wohnungen für 60.000 Menschen gebaut werden“, erklärte Wohnungsbauministerin Priska Hinz auf ihrer Sommertour in Nauheim. Dort übergab sie heute einen Förderbescheid über rund 1,2 Millionen Euro an die Baugenossenschaft Ried eG aus Groß-Gerau. Mit den Fördermitteln konnte ein energieeffizientes Mehrfamilienhaus mit 18 neuen Wohnungen und einer Gesamtwohnfläche von rund 840 Quadratmetern gebaut werden. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme betrugen rund 3,5 Millionen Euro, die Stadt Nauheim hat sich mit 250.000 Euro beteiligt.

Sozialgeförderter Wohnungsbau mit hohen energieeffizienten Standards  in Nauheim

Ziel der Baugenossenschaft Ried eG ist es, bezahlbaren und energieeffizienten Wohnraum in kurzer Bauzeit zu schaffen. Das Mehrfamilienhaus wurde in nur zehn Monaten als Holzhybridbau mit Stahlbetondecken und Holzmassivwänden errichtet. Der nachwachsende Baustoff Holz führt zu einem guten Wohnklima bei gleichzeitigem Schallschutz. In den Massivholzbauteilen sind Fenster, Türen und alle Elektro- sowie Wasserinstallationen bereits eingebaut. Dieses seriell vorgefertigte ökologische Gebäude in Holzbauweise trägt dadurch zum Umwelt- und zum Klimaschutz bei. Außerdem wird die Wohnanlage per Fernwärme vom Nachbarhaus versorgt und ist mit einer Luft-Wärmepumpe ausgestattet. „Das ist ein beispielhaftes Wohnungsbauprojekt, das Raum für Menschen mit geringem Einkommen schafft und ebenfalls dem Umwelt- und Klimaschutz Rechnung trägt“,  so Hinz.

15 Wohnungen in dem Mehrfamilienhaus stehen Menschen mit geringen Einkommen zur Verfügung, die sich am Markt häufig nicht angemessen mit Wohnraum versorgen können und deshalb auf Unterstützung angewiesen sind. Sie sind mit Mitteln aus dem  Landesprogramm „Soziale Wohnraumförderung – geringe Einkommen“ gefördert worden. „Bezahlbaren und angemessenen Wohnraum zu schaffen ist aktuell eine der wichtigsten Herausforderungen. Mit dem Masterplan Wohnen stellt das Land seit 2017 jährlich mehr als 300 Millionen Euro für die soziale Wohnraumförderung bereit“, so die Ministerin abschließend.

Mieterschutz ist Klimaschutz: Modellprojekt „Passivhaus SozialPlus“ in Darmstadt

„Nicht nur die Kaltmieten verteuern sich, auch die Nebenkosten sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Gerade im sozialgeförderten Wohnungsbau muss deshalb auf Energieeffizienz geachtet werden. Das sorgt für bezahlbaren Wohnraum und schont gleichzeitig die Umwelt“, erklärte Wohnungsbauministerin Priska Hinz auf der zweiten Station ihrer Sommertour bei der Übergabe eines Förderbescheids in Darmstadt. Das Land Hessen unterstützt das Modellprojekt „Passivhaus SozialPlus“ in Höhe von 5,3 Millionen Euro. Es befindet sich in der Lincoln Kaserne in Darmstadt und besteht aus 42 Mietwohnungen auf höchstem energieeffizientem Niveau.

Damit das Ziel von extrem niedrigen Nebenkosten erreicht wird, werden alle Wohnungen mit Energiesparleuchten, energieeffizienten Küchengeräten und stromlosen Trockenschränken ausgestattet. Außerdem produziert das Modellprojekt seinen Strom selbst und verwendet sein Dusch- und Regenwasser für die Toilettenspülung wieder. Den Mieterinnen und Mietern werden die Kosten für Strom und Wasser innerhalb einer Pauschale budgetiert. Der Verbrauch und die Reserven werden über einen Bildschirm in jeder Wohnung visualisiert, so dass die Bewohnerinnen und Bewohner immer rechtzeitig wissen, wieviel sie verbrauchen. Im Modellvorhaben können die Mietnebenkosten durchschnittlich um über 40 Prozent gesenkt werden. Durch den Passivhaus-Standard kann eine Einsparung von mehr als 60 Prozent bei den Heizkosten erreicht werden. „Mieterschutz ist also auch Klimaschutz“, ergänzte die Ministerin. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme betragen rund 10,3 Millionen Euro. Die Stadt Darmstadt hat sich mit 420.000 Euro beteiligt. Das Modellprojekt „Passivhaus SozialPlus“ wird vom Institut Wohnen und Umwelt (IWU) mit einer vom Land beauftragten Studie begleitet.

„Hohe Nebenkosten treffen vor allem Menschen mit niedrigem Einkommen, da diese meist in energetisch sehr schlechten Wohngebäuden wohnen, während Menschen mit höheren Einkommen in sanierten oder Neubauwohnungen leben. Es ist also auch eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, die Warmmiete in den Blick zu nehmen“, ergänzte Wohnungsbauministerin Priska Hinz. Im Masterplan Wohnen hat das Land Hessen vielfältige  Förderprogramme und weitere Maßnahmen gebündelt, um effektiver und effizienter den Herausforderungen am Wohnungsmarkt zu begegnen. „Mit dem Masterplan Wohnen sorgen wir in Hessen für mehr bezahlbaren Wohnraum in ökologisch und sozial nachhaltigen Städten und Gemeinden. Dazu gehören auch innovative Projekte, wie zum Beispiel das PassivHausSozialPlus, das zusammen mit der Studie nun als Vorbild für andere Bauvorhaben dienen kann“, so Hinz abschließend.

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