Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Naturschutzprojekt

„Messeler Hügelland“ auf der Zielgeraden

Thema: 
Naturschutz & Klimaschutz
05.12.2017Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser: „Überaus erfolgreiche acht Jahre Projektlaufzeit stehen vor dem Abschluss und haben vielfältige und nachhaltige Spuren hinterlassen.“

„Die Bilanz nach vielen Jahren konzentrierter Naturschutzarbeit ist deutlich positiv. Die Ziele des Projektes „Messeler Hügelland“, nämlich die Biodiversität in der Region nachhaltig zu schützen und für die Menschen begreifbar zu machen, konnten erreicht werden“, erklärte Umweltstaatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser anlässlich der Abschlussveranstaltung heute in Darmstadt. Das erfolgreiche Naturschutzprojekt „Messeler Hügelland – Artenvielfalt vor unserer Haustür“ befindet sich nach fast acht jähriger Laufzeit auf der Zielgeraden. Damit wurde die Hessische Biodiversitätsstrategie vorbildhaft für andere hessische Regionen umgesetzt. 

Die Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Stabilisierung und Erhöhung der Artenvielfalt stand dabei immer im Mittelpunkt. Darunter fielen zum Beispiel der Erhalt eines Netzes an „Habitat-Bäumen“ (Tot- und Altholz, Nistbäume), die Offenhaltung von Lichtungen und Blößen, die Wiedervernässung von Feuchtwäldern oder Maßnahmen für eine schonende Steuerung der Besucherströme. „Neben den vielen und wichtigen Maßnahmen zur natürlichen Infrastruktur wurden auch konkrete Schutzmaßnahmen für den Spring- und Moorfrosch, Gelbbauchunke, Ringelnatter, Feuersalamander, Wendehals und Pillenfarn erfolgreich umgesetzt. Denn die Artenvielfalt vor Ort ist beeindruckend groß und es gilt diese zu erhalten“, betonte Dr. Tappeser.

Projekt-Schwerpunkte lagen in der Förderung von Feucht-Lebensräumen wie z.B. der Erlenbruchwälder. Über 120 Tümpel wurden als Trittsteinbiotope revitalisiert oder neu angelegt, weit mehr als 5 km Grabengewässer naturschutzfachlich aufgewertet. Es wurden Wiesen gepflegt, standortfremde Gehölze entfernt, verbuschte Bereiche ausgelichtet und Standorte für bestandsbedrohte Pflanzenarten wie dem „Pillenfarn“ geschaffen. Seltene Baumarten wie Wildapfel und Elsbeere bereichern jetzt als Neupflanzungen das Projektgebiet.

Geschichte schrieb das Projekt besonders beim Wald-Naturschutz. Die FSC (Forest Stewardship Council)-Zertifizierung des hessischen Staatswaldes wurde erstmals im Forstamt Dieburg im Rahmen eines 5-jährigen Pilotverfahrens als Teil des Projektes Messeler Hügelland getestet. Mit sehr gutem Erfolg!

Erfolgreich bei Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit

Auch die projektbegleitende Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit kann sich sehen lassen. Seit Projektbeginn wurden über 110 Veranstaltungen mit Naturschutzverbänden, Schulen, Kommunen und Vereinen organisiert. Neben klassischen Führungen gab es „Wespen-Seminare“, „Planwagen-Fahrten“ und „Biber-Ausstellungen“. Hinzu kamen Veranstaltungen der Naturschutzverbände und Forstämter. Besonders beliebt waren Veranstaltungen zur Erkundung der Gewässerlebensräume, der Bau von Blocksteinrampen am Ruthsenbach und die Anlage von „Hirschkäferwiegen“. 

Zentraler Ankerpunkt war und  ist die Homepage „Messeler Hügelland“. Sie stellt die wesentlichen Ökosysteme und Zeiger-Arten vor. Sie bietet Hintergrundwissen und Veranstaltungshinweise. Eine herausragende Rolle spielte bei der Öffentlichkeitsarbeit neben dem bei der Stiftung Hessischer Jägerhof angesiedelten „Bioversum Kranichstein“ auch die Waldschule Groß-Zimmern, lobt die Staatsekretärin. Mit ihren passgenauen umweltpädagogischen Angeboten konnten vor allem Kinder und Jugendliche vom Messeler Hügelland begeistert werden.

„Nach dem Projekt ist vor dem Projekt“ freut sich Dr. Beatrix Tappeser. Die positiven Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem Kooperationsprojekt „Messeler Hügelland“ geben uns Rückenwind, ähnliche Projekte in anderen hessischen Regionen anzugehen.  Die Maßnahmen werden auf die rund 250 „Hessenarten“ der hessischen Biodiversitätsstrategie konzentriert werden. Der Schwerpunkt liegt  dabei auf den  besonders bedrohten Arten der Feldflur wie Feldhamster und Rebhuhn, aber auch das Insektensterben werden wir mit in den Fokus nehmen.

Hintergrundinformationen

Das Naturschutzprojekt Messeler Hügelland startete im Jahr 2010 als Kooperationsprojekt des Landes Hessen mit dem Kreis Darmstadt-Dieburg und der Stadt Darmstadt. Die Zusammenarbeit erstreckte sich auch auf die Kommunen Dieburg, Eppertshausen, Groß-Zimmern, Messel, Münster und Roßdorf, dem Bundesforstamt Schwarzenborn, dem Zweckverband Abfallverwertung Südhessen, dem Bioversum Kranichstein sowie der Welterbe Grube Messel GmbH und den regional tätigen Naturschutzverbände. Das Land wurde vertreten durch das Regierungspräsidium Darmstadt, die Staatliche Vogelschutzwarte und Hessen Forst (Forstämter Dieburg, Darmstadt und HLNUG).

Das Messeler Hügelland ragt als Fortsetzung des Vorderen Odenwaldes weit in die Untermain-Ebene hinein. Mitten im Gebiet mit Anhöhen bis 230 m über NN liegt die Gemeinde Messel mit der „UNESCO-Weltnaturerbe Grube Messel“. Das 9.000 ha große Projektgebiet umfasst den waldreichen, zentralen und südlichen Teil des Naturraums Messeler Hügelland.

Bei der Organisation und Finanzierung des Naturschutzprojektes betrat das Land Hessen Neuland. Anders als etwa bei LIFE-Projekten oder sogenannten „Naturschutzgroßprojekten“ wurde hier auf Fördermittel der EU oder des Bundes verzichtet. Auch separates Personal wurde nicht eingestellt.

Über einen Zeitraum von 8 Jahren wurden die Projektmaßnahmen mit jährlich 50.000.- € durch das HMUKLV unterstützt. Mit weiteren 5.000,- € per anno wurde seitens des Landes die Geschäftsführung (angesiedelt bei der Kreisverwaltung Da-DI) finanziert. Der Landkreis Da-Di stellte weitere Eigenmittel zur Verfügung, um den ausgearbeiteten Unterhaltungsplan umzusetzen.

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