Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Landgestüt

Landgestüt Dillenburg ist auf einem guten Weg

Thema: 
Landwirtschaft & Tierschutz
31.07.2018Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Staatsministerin Priska Hinz und Bürgermeister Michael Lotz: „Tierwohlgerechte Pferdehaltung in denkmalgeschützter Liegenschaft wird umgesetzt.“

c9d24ce4-7fec-4dc3-9761-5d64f901fb13.jpg

Ministerin Priska Hinz im Landgestüt Dillenburg
Ministerin Priska Hinz im Landgestüt Dillenburg
© HMUKLV

„Das Landgestüt Dillenburg wird als Standort für Ausbildung und Pferdesport weiterentwickelt, dabei hat der Tierschutz oberste Priorität. Um dies sicherzustellen hat die Arbeitsgruppe Dillenburg gute Lösungen gefunden und Maßnahmen vorgeschlagen, die für die Zukunft des Gestüts wegweisend sind“, sagte Landwirtschaftsministerin Priska Hinz, die heute gemeinsam mit Bürgermeister Michael Lotz in Dillenburg die Zwischenergebnisse der verwaltungsübergreifenden Arbeitsgruppe vorstellte.

Umfassende Maßnahmen für den Tierschutz werden umgesetzt

Um das Bedürfnis der Tiere nach Licht, Luft und Bewegung artgerecht erfüllen zu können, wurde hinter Stall 3 eine Auslauffläche von 250 Quadratmetern geschaffen und weitere Ausläufe von fast 1.000 Quadratmetern hinter Stall 2 sind in Vorbereitung. Dafür werden 250.000 Euro investiert. In Stall 1 werden die Pferdeboxen vergrößert und die Gitter und Türen so verändert, dass die Tiere miteinander Kontakt haben können. In Stall 3 sind ebenfalls solche Umbauten der Boxengitter geplant. In Abstimmung mit dem Kreisveterinäramt wurden außerdem die Belegungs- und Bewegungspläne für die Schulpferde des Landgestüts optimiert. Die Innenstadtlage des Gestüts ist eine Besonderheit und mit Schwierigkeiten verbunden: Trotz umfassender Prüfung lassen sich neben der bereits genutzten Sommerweide keine zusätzlichen Weideflächen realisieren. Einzelnen Tieren wird aber nun ein mehrwöchiger Sommeraufenthalt auf der Weide eines Kooperationsbetriebs ermöglicht.

„Ich bin sehr froh, dass die Arbeitsgruppe in einem konstruktiven Prozess zu diesen für das Landgestüt wegweisenden Ergebnissen gekommen ist. So können wir den Reit- und Fahrbetrieb im Gestüt aufrechterhalten. Dafür sind die gut ausgebildeten Schulpferde des Landgestüts das wichtigste Kapital und deswegen müssen wir für ihr Wohlergehen und ihre artgerechte Haltung sorgen“, betonte Ministerin Hinz.

Bereits im vergangenen Sommer hatte das Land entschieden, die Hengsthaltung im Landgestüt aufzugeben. Die Hengste aus Dillenburg hatten an Bedeutung verloren und ihre artgerechte Haltung konnte im Gestüt nicht sichergestellt werden: Für Stuten und Wallache, die im Unterschied zu den Hengsten auch in Gruppen gehalten werden können, kann der regelmäßige Auslauf leichter realisiert werden. Der Großteil der Hengste wurde im vergangenen Jahr verkauft, bei den letzten drei Hengsten laufen die Verkaufsverhandlungen noch. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden ihre Arbeitsplätze behalten, da die erhöhten Anforderungen an das Tierwohl, insbesondere die Sicherstellung täglichen Auslaufs und Bewegung in Gruppenhaltung, sehr personalintensiv sind.

Denkmalgeschütze Sanierung der Gebäude

„Die Gebäude des Landgestüts in Dillenburg sind ein denkmalgeschütztes Ensemble von kulturhistorischer Bedeutung. Dem hat die Landesregierung mit der umfassenden Sanierung seit 2010 Rechnung getragen und damit die Voraussetzungen für eine vielfältige Nutzung geschaffen“, ergänzte Ministerin Hinz. In den letzten 10 Jahren hat das Land über 6 Millionen Euro in Baumaßnamen investiert. Derzeit wird Stall 1 für weitere 1,5 Millionen Euro saniert und tierwohlgerecht umgebaut. Für Stall 2 sind 1,5 Millionen vorgesehen, für die Orangerie sind 700.000 Euro in 2018 bis 2020 veranschlagt. Der nächste Sanierungsabschnitt des Prinzenhauses folgt 2021 bis 2025 mit 1,5 Millionen Euro.

Gestüt für den Tourismus weiterentwickeln

Die Arbeitsgruppe Dillenburg wird sich in ihrer nächsten Sitzung mit dem touristischen Potential des Landgestüts beschäftigen. „Es ist nun die Aufgabe der Stadt Dillenburg das Gestüt auch als touristische Attraktion zu vermarkten und so interessierte Besucherinnen und Besucher in die Stadt zu locken. Dabei werden wir als Land selbstverständlich unterstützen. Die vielfältigen Ideen, die die Stadt bereits erarbeitet hat, werden in der AG diskutiert werden und ich bin mir sicher, dass wir auch hier zielführende Lösungen finden werden“, erklärte Ministerin Hinz.

Hintergrund

Zusammensetzung der verwaltungsübergreifenden Arbeitsgruppe:

- die Stadt Dillenburg, vertreten durch Bürgermeister Michael Lotz sowie den stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher, Herrn Schäfer
- das Kreisveterinäramt des Lahn-Dill-Kreises, vertreten durch seinen Leiter, Dr. Hans Stumpf,
- der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) als Träger des Landgestüts Dillenburg, vertreten durch den zuständigen Abteilungsleiter Michael Stein,

- die Hessische Landestierschutzbeauftragte, Dr. Madeleine Martin,

- der Landesbetrieb Bau und Immobilien in Hessen (LBIH), vertreten durch Niederlassungsleiter Friedhelm Dorndorf

- das Landwirtschaftsministerium, vertreten durch Abteilungsleiterin Annette Enders und Referatsleiterin Heidemarie Scharf.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
Herr Mischa Brüssel de Laskay
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
+49 611 815 1020
+49 611 815 1943
pressestelle@umwelt.hessen.de
Schließen