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Land unterstützt Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm

Umweltministerin Priska Hinz: „Phosphor ist ein wichtiger und ebenso knapper Rohstoff. Kommunen, die sich um die Rückgewinnung von Phosphor bemühen, gehen einen zukunftsweisenden Weg.“

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Ministerin Priska Hinz bei der Übergabe des Förderbescheides in Gießen
Ministerin Priska Hinz bei der Übergabe des Förderbescheides in Gießen
© HMUKLV

Phosphor wird vor allem als Düngemittel benötigt. Pflanzen verkümmern, wenn sie nicht genügend Phosphate aufnehmen können. Weltweit werden die Phosphor-Vorräte knapper und für die Düngung gibt es keine alternativen Stoffe. „Phosphor ist ein wichtiger und ebenso knapper Rohstoff. Er ist in Klärschlämmen enthalten, ein Großteil der Schlämme wird allerdings verbrannt, ohne dass der darin enthaltene Phosphor genutzt wird“, sagte Umweltministerin Priska Hinz während der Übergabe eines Förderbescheids in Gießen. „Kommunen, die sich um die Rückgewinnung von Phosphor bemühen, schonen unsere natürlichen Ressourcen und gehen damit einen zukunftsweisenden Weg.“

Die Mittelhessischen Wasserbetriebe (MWB) erhalten die Landesförderung für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie über die Verwertung kommunaler Klärschlämme als Phosphor-Ressource und klimaneutraler Energieträger für Mittelhessen im Rahmen der Ressourcenschutzstrategie des Landes Hessen. Die Studie soll unter Einbindung von Kommunen und Verbänden Handlungsoptionen für Mittelhessen aufzeigen und auf ähnlich strukturierte Regionen im ländlichen Raum übertragbar sein. „In Hessen werden Lösungen mit möglichst vielen Kläranlagen entwickelt, die für die regionalen Gegebenheiten entsprechend ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll sind“, so Hinz. Die Gesamtkosten der Machbarkeitsstudie belaufen sich auf 330.000 Euro. Das Umweltministerium übernimmt die Hälfte der Kosten in Höhe von 165.000 Euro. Das Projekt wird im Rahmen der Ressourcenschutzstrategie umgesetzt, mit der das Land Hessen einen sparsamen Umgang mit und eine effiziente Nutzung von natürlichen Ressourcen anstrebt.

Ab 2029 wird die Phosphorrückgewinnung aus Klärschlämmen außerdem Pflicht für Kläranlagen von Gemeinden ab 100.000 Einwohnern. Das nun vom hessischen Umweltministerium geförderte Vorhaben schließt ebenfalls die rechtlich nicht verpflichteten Kläranlagen in die Phosphor-Rückgewinnung ein. „Auch kleine Kläranlagen können eine beachtliche Phosphor-Ausbeute erbringen, die helfen kann, den heimischen Phosphor-Bedarf zu decken. Um dieses Potential auszuschöpfen, unterstützen wir hessische Kommunen und kommunale Kläranlagenbetreiber bei der Erstellung und Umsetzung regionaler Konzepte“, ergänzte die Umweltministerin.

„Ich freue mich über die Weitsicht, mit der die Gießener Akteure ein kommunales Konzept für Mittelhessen entwickeln wollen, um die Klärschlammverwertung sicher und zukunftsfähig zu gestalten“, resümierte die Ministerin, „ich hoffe, dass dieses gute Beispiel im Sinne des Ressourcenschutzes Schule machen wird.“

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