Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Konferenz Gentechnikfreier Regionen in Berlin

Thema: 
Landwirtschaft & Tierschutz
07.09.2018Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Hessens Umweltstaatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser: „Die gentechnikfreien Regionen senden ein starkes Signal für eine zukunftsfähige und nachhaltige Landwirtschaft in Europa“

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Konferenz Gentechnikfreier Regionen in Berlin
v.l.n.r.: Moderatorin Dr. Tanja Busse, Dr. Magret Engelhard (BfN), Ignacio Chapela (Professor für mikrobielle Ökologie der Universität of California), StSin Dr. B. Tappeser
© Hess. Umweltministerium

Unter dem Vorsitz der Hessischen Umweltstaatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser findet heute in Berlin die 9. Konferenz des Europäischen Netzwerks gentechnikfreier Regionen statt, in dem sie im Oktober 2017 die Präsidentschaft übernommen hat.

Im Netzwerk sind die regionalen Regierungen aus 64 europäischen Regionen vertreten, die das gemeinsame politische Ziel verfolgen, ihre Regionen frei von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) zu halten. Auf der Tagung, an der auch eine Reihe internationaler Nichtregierungsorganisationen teilnimmt, steht die Auseinandersetzung mit den neuen gentechnischen Verfahren ganz oben auf der Tagesordnung. Begrüßt wird von Dr. Beatrix Tappeser dabei insbesondere das Urteil des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) vom 25. Juli 2018: „Das ist für uns ein wichtiger Meilenstein, mit dem klargestellt wird, dass auch die mit den neuen Gentechnikverfahren erzeugten Lebens- und Futtermittel einer umfassenden Risikobewertung, Rückverfolgbarkeit und Kennzeichnung unterliegen müssen“, so die Staatssekretärin.

Sogenannte „gene drives“ machen vor Ländergrenzen nicht Halt

Als besorgniserregend bewerten die Mitglieder des Netzwerks neueste Forschungsvorhaben, in denen durch gentechnisch erzeugte vererbbare Kettenreaktionen, sogenannte „gene drives“, ganze Populationen von Pflanzen und Tieren unumkehrbar verändert werden können. Dadurch sollen z.B. Insekten, die Krankheiten übertragen oder als Schädlinge betrachtet werden, unschädlich gemacht oder ganz ausgelöscht  werden. „Eine Freisetzung solcher Organismen, die ganze Populationen vernichten können, ist aus unserer Sicht nicht vertretbar“, betonte Staatssekretärin Dr. Tappeser. „Hier müssen Regelungen auch auf internationaler Ebene getroffen werden, da „gene drives“ vor Ländergrenzen nicht Halt machen und Auswirkungen auf Ökosysteme gravierend ausfallen können.“

Ein weiterer Schwerpunkt der Tagung ist die freiwillige Kennzeichnung tierischer Produkte als gentechnikfrei, die ohne den Einsatz gentechnisch veränderter Futtermittel erzeugt wurden. Der Anteil dieser Produkte nimmt auf dem europäischen Markt nach wie vor ständig zu. Staatssekretärin Dr. Tappeser verweist hierzu auf die Vorteile, die sich für eine auf Regionalität ausgerichtete Landwirtschaft ergeben: „Eine steigende Nachfrage nach diesen Produkten erhöht auch den Bedarf an regional erzeugten gentechnikfreien Eiweißpflanzen als Futtermittel“, unterstreicht die Staatssekretärin. „Daraus ergeben sich vielfältige Vorteile für regionale und lokale Wertschöpfungsketten, aber auch und besonders für die Bodenfruchtbarkeit durch eine abwechslungsreichere Fruchtfolge“.

Ihre Antwort auf die Herausforderungen, die sich insbesondere aus den jüngsten technologischen Entwicklungen in der Gentechnik ergeben, haben die im Netzwerk vertretenen Regionen in einer heute verabschiedeten Deklaration formuliert.

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