Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Klimaschutz steigert Lebensqualität in den Kommunen

Thema: 
Naturschutz & Klimaschutz
19.09.2019Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Umweltministerin Priska Hinz hat heute die Klima-Kommune Ortenberg besucht und sich über die Klimaschutzprojekte vor Ort informiert.

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Ministerin Hinz beim Besuch des NABU Informations- und Mitmachzentrums in Ortenberg
Ministerin Hinz beim Besuch des NABU Informations- und Mitmachzentrums in Ortenberg
© Hess. Umweltministerium

„Klimaschutz geht uns alle was an. Wir haben in Hessen Einfluss auf etwa 20 Prozent der CO2-Emissionen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir diesen Spielraum auf Landesebene und auf kommunaler Ebene ausnutzen. Die Klima-Kommune Ortenberg zeigt wie es geht: Rund 10.500 Tonnen CO2 pro Jahr spart die Kommune mit den bisher umgesetzten Klimaschutzprojekten ein. Am Ende brauchen wir aber auch die entsprechenden Rahmenbedingungen auf Bundesebene, damit wir unsere Klimaziele erreichen können“, erläuterte die Ministerin.

Bündnis der Klima-Kommunen

Ortenberg ist seit 2013 Mitglied im Bündnis der Klima-Kommunen in Hessen. Bürgermeisterin Pfeiffer-Pantring ist kommunale Vorsitzende des Lenkungsausschusses des Bündnisses der Klima-Kommunen. Die Mitgliedschaft ist kostenlos. Das Land Hessen unterstützt bei der Erstellung von CO2-Bilanzen, bei der Ausarbeitung von Aktionsplänen und bei der Suche nach Fördermitteln. Zusätzlich profitieren Klima-Kommunen von höheren Fördersätzen bei der Klimarichtlinie des Umweltministeriums.

„Wir haben unsere Klimarichtlinie neu angepasst: Klima-Kommunen erhalten Zuschüsse von bis zu 90 Prozent für ihre Klimaschutzprojekte. Auch gibt es neue Fördermöglichkeiten für die Haus- und Hofbegrünung, Trinkbrunnennetze oder Verleihsysteme für Fahrräder und Lastenräder. Es lohnt sich richtig, Klima-Kommune zu werden. Gestern haben wir die 200. Klima-Kommune in Hessen dazugewonnen. Ich bin mir sicher, dass wir auch die 423. Kommune von den Vorteilen überzeugen werden“, ergänzte Hinz.

Auf ihrem Besuch informierte sich die Umweltministerin über das Projekt des NABU Ortenberg, das energetisch sanierte Bürgerhaus, die Photovoltaikanlage auf dem Dach des Kindergartens, eine Ladestation für E-Mobilität, die LED-Straßenbeleuchtungen sowie die Holzhackschnitzelanlage im Energiedorf Bergheim.

Bereicherung des Stadtkerns

„Wir sind sehr stolz auf das, was wir in Ortenberg erreicht haben. Die Klimaschutzprojekte haben unsere Kommune auf vielfältige Art und Weise bereichert: Wir konnten den Stadtkern durch die energetische Sanierung öffentlicher Gebäude aufwerten. Wir haben in direkter Umgebung keinen Leerstand. Der Bau der Holzhackschnitzelanlage hat außerdem den Zusammenhalt in der Kommune gefördert. Die vielen Arbeitsstunden, die ehrenamtlich für dieses Projekt aufgebracht wurden, haben die Menschen hier zusammengeschweißt. Und am Ende profitieren die Haushalte, die an das Wärmenetz angeschlossen sind, von Energie aus nachhaltigen Ressourcen zu stabilen Preisen“, betonte Bürgermeisterin Pfeiffer-Pantring.

Schwerpunkt im Bereich Naturschutz

Die Klimaschutzprojekte in Ortenberg sind vielfältig und zeigen, welche Möglichkeiten es für Klimaschutz und Klimaanpassung vor Ort gibt: Das NABU Selters Info- und Mitmachzentrum legt seinen Schwerpunkt auf den Bereich Naturschutz und Erhalt der Biologischen Vielfalt. Die Nidder fließt direkt vorbei und wurde in ihren natürlichen Zustand zurückversetzt. Das schafft Überflutungsfläche bei Hochwasser und Starkregenereignissen.

Das Land Hessen hat bei diesem Projekt rund 95 Prozent der Investitionskosten von 290.000 Euro übernommen. Die energetische Sanierung des Bürgerhauses oder auch die Holzhackschnitzelanlage im Ortsteil Bergheim sind wiederum gelungene Beispiele für eine erfolgreiche Wärme- und Energiewende. 121 Tonnen CO2 pro Jahr können im Bürgerhaus durch die Sanierung gespart werden. Die Bürgerinnen und Bürger nutzen das Gebäude außerdem wieder gerne. Das nächste Projekt, das Ortenberg in Angriff nehmen wird ist ein Dorf-Carsharingsystem.

„Ich bin beeindruckt von den Klimaschutzprojekten, die Ortenberg auf die Beine gestellt hat und hoffe, dass noch viele weitere Kommunen diesem Beispiel folgen werden“, so Hinz abschließend.

Hintergrund:

Für die Klima-Kommunen ist eine Fachstelle bei der Hessischen LandesEnergieAgentur (LEA) eingerichtet, die für die Mitgliedskommunen als erster Ansprechpartner bei fachlichen Fragen dient, z.B. bei der Erstellung der CO2-Bilanzen, bei der Ausarbeitung der Aktionspläne und bei der Suche nach Fördermitteln. Die Fachstelle organisiert darüber hinaus für die Charta-Kommunen regionale Klimaschutz- und Energieforen, die für den interkommunalen Informationsaustausch und die regelmäßige Zusammenarbeit zwischen Nachbarkommunen und Landkreisen eine Plattform bilden.

Die Gemeinde Ortenberg ist seit 2013 Mitglied beim Bündnis „Hessen aktiv: Die Klima-Kommunen“ und setzt sich seit 2006 in verschiedenen Bereichen für den Klimaschutz ein. Mit der Unterzeichnung der Klimaschutz-Charta verpflichten sich die Kommunen, auf Grundlage einer CO2-Bilanz, Aktionspläne mit Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu erstellen und diese zu verwirklichen

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