Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Nachhaltigkeit

Gesunde und nachhaltige Ernährung mit Genuss

Thema: 
Naturschutz & Klimaschutz
22.03.2019Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Hessen ist Vorreiter in der Bekämpfung von Lebensmittelverschwendung in der Außer-Haus-Verpflegung

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Regionale Produkte
© Barbara Neveu / Fotolia

„Lebensmittelabfälle sind Ressourcenverschwendung pur! Denn alle Lebensmittel müssen produziert, gedüngt, bewässert, geerntet, transportiert, verarbeitet und gekühlt werden. Nach den Privathaushalten wird am meisten in der Außer-Haus-Verpflegung weggeworfen, beispielsweise in Restaurants und Kantinen. Hier kann die Belegschaft mit einfachen Mitteln die Verschwendung deutlich reduzieren. Das beweist unser Modellvorhaben „Essen ins Hessen““, sagte Umweltministerin Priska Hinz heute in Frankfurt bei der Abschlussveranstaltung des Projekts.

Ziel: umweltgerechte und gesunde Ernährung

Gemeinsam mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), die das Projekt fachlich und finanziell gefördert hat und dem Projektteam bestehend aus dem WWF, United against Waste  und dem Institut für Nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft e. V. (INL) hat Hessen als erstes Bundesland den Ernährungsbereich unter dem Gesichtspunkt Ressourcenschutz unter die Lupe genommen. Bei dem Projekt wurde in sieben Kantinen eine Kombination von Abfallanalyse und Menüoptimierung, mit dem Ziel umweltgerechter und gesunder Ernährung, umgesetzt. „Die Ergebnisse des Projektes können sich mehr als sehen lassen: In den Modellbetrieben konnten im Durchschnitt 16 Prozent Lebensmittelabfälle, 15 Prozent Treibhausgasemissionen und 13 Prozent Wasser reduziert werden. Die Kantinen haben die dadurch eingesparten Gelder in eine bessere Qualität beim Einkauf investiert und zum Beispiel mehr Biolebensmittel gekauft“, ergänzte Hinz. Gleichzeitig wurde das Essen gesünder, indem zum Beispiel der Salzgehalt gesenkt wurde.

Ursachenforschung zur Lebensmittelverschwendung

Die Modellbetriebe haben Lebensmittelabfälle gewogen, Ursachen für Lebensmittelverschwendung analysiert und neue Menüpläne erarbeitet. In der Folge wurden zum Beispiel unbeliebte Gerichte von der Speisekarte genommen sowie das Küchenpersonal sensibilisiert und geschult, Abfälle wann immer möglich zu reduzieren. Dabei haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr engagiert in den Modellkantinen eingebracht. „Die Ergebnisse aus den Modellunternehmen zeigen, dass es machbar und sogar gewinnbringend für die Betriebe ist, ihr Speisenangebot entlang ökologischer und gesundheitlicher Aspekte zu bewerten sowie Maßnahmen zur Verringerung von Lebensmittelabfällen umzusetzen. Schon kleine Änderungen im Speisenangebot und Umgang mit den Lebensmitteln führen in der Summe zu erheblichen Einsparungen an natürlichen Rohstoffen“, sagte Alexander Bonde, Generalsekretär der DBU.

Handlungsempfehlungen an die Politik

Darüber hinaus wurde im Rahmen des Projektes die Dialogreihe „Auf dem kulinarischen Weg der Nachhaltigkeit – Essen in Hessen“ etabliert. „Zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern von Bund, Ländern, Kommunen, Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft haben wir in drei Dialogforen Handlungsempfehlungen an die Politik erarbeitet. Der Vorschlag zur Erarbeitung einer ressourcenschonenden Ernährungsstrategie wurde nun von der Hessischen Landesregierung im Koalitionsvertrag aufgenommen“, ergänzte Dr. Rolf Sommer, Fachabteilungsleiter Landwirtschaft & Landnutzungswandel des WWF.

„Wir werden nun auf den Ergebnissen des Modellprojekts aufbauen und eine Strategie der gesunden und ökologischen Ernährung für ganz Hessen entwickeln. Mein Motto lautet: Mehr saisonale und regionale Produkte, mehr Bio von Hessen für Hessen! Und das alles natürlich mit Genuss“, sagte Ministerin Hinz abschließend.

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