Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

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Ökomodellregionen

Fünf neue Ökomodellregionen heute bekannt gegeben – Hessen auf dem Weg zum Ökomodellland

Thema: 
Landwirtschaft & Tierschutz
26.06.2018Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Landwirtschaftsministerin Priska Hinz: „Mit fünf neuen hessischen Ökomodellregionen werden knapp zwei Drittel der Landesfläche abgedeckt. So tragen wir den Erfolg der Ökomodellregionen in die Fläche.“

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Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (in der Mitte) mit Vertreterinnen und Vertretern der fünf neuen Ökomodellregionen
Landwirtschaftsministerin Priska Hinz (in der Mitte) mit Vertreterinnen und Vertretern der fünf neuen Ökomodellregionen
© HMUKLV

„12 von 21 hessischen Landkreisen sind jetzt Ökomodellregionen. Das entspricht fast zwei Drittel der gesamten Landesfläche. Damit hat Hessen sich auf den Weg gemacht Deutschlands erstes Ökomodellland zu werden. Ohnehin bekleiden wir mit 13,5 Prozent Ökoanteil an der landwirtschaftlichen Fläche bundesweit einen Spitzenplatz“, erklärte Hinz auf einer Pressekonferenz in Wiesbaden. Dort hatte die Hessische Landwirtschaftsministerin die Gewinnerlandkreise aus dem Wettbewerb zur Ausweitung der Ökomodellregionen (ÖMR) bekannt gegeben. „Die große Nachfrage zum Wettbewerb für die neuen hessischen Ökomodellregionen hat uns sehr gefreut. Die meisten Konzepte waren gut und jede Bewerbung hatte etwas ganz besonders, aber letztlich konnten uns fünf wirklich rundum überzeugen. Ich gratuliere den Gewinnerlandkreisen und freue mich, diese in die Gruppe der Ökomodellregionen aufzunehmen“, sagte Ministerin Hinz.

Die 5 neuen Ökomodellregionen sind:

- Landkreis Marburg-Biedenkopf

- Landkreise Odenwald und Darmstadt-Dieburg (als Träger) mit den Partnern Landkreis Groß-Gerau und der Stadt Darmstadt = ÖMR-Südhessen

- Landkreis Waldeck-Frankenberg

- Landkreise Lahn-Dill und Gießen = Lahn-Dill-Gießen

- Landkreis Vogelsberg

„Die vielen kleinen und größeren Projekte aus den bisherigen Ökomodellregionen belegen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Auch in der Wetterau, als sogenannte Gunstlage eher ein Zentrum konventionellen Ackerbaus, haben wir es geschafft die Zahl der Ökobetriebe zu steigern“, so die Ministerin. Deshalb war es die logische Entscheidung, die Ökomodellregionen zu erweitern. Denn die Stärkung des Ökolandbaus in der Fläche bringt viele Vorteile mit sich. „Der Ökolandbau bietet den schonendsten Umgang mit der Umwelt. Boden, Wasser und Luft werden geringer belastet und es gelten die höchsten Standards beim Tierwohl. Ein starker Ökolandbau hilft aber auch den landwirtschaftlichen Betrieben, da sie mehr Geld am Verkauf ihrer Produkte verdienen. Zudem wollen wir auch die Direktvermarktung und die lokale Wertschöpfung im ländlichen Raum dadurch steigern, dass mehr Öko aus Hessen auch in Hessen bleibt“, erläuterte Hinz.

Die Vertreter und Vertreterinnen aus den fünf erfolgreichen Landkreisen stellten ihre Motivation für die Bewerbung und zentrale Aspekte ihrer jeweiligen Konzepte vor. Hier einige Beispiele aus den Konzepten:

Waldeck-Frankenberg – das Konzept setzt einen Fokus auf die Verknüpfung von Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus. Wandertouristen könnte beispielsweise ein Ökopicknick angeboten werden, welches aus bioregionalen Lebensmitteln besteht.

Lahn-Dill-Gießen – hier besteht bereits ein vergleichsweise hohe Dichte an Ökobetrieben. Dieses Netzwerk soll genutzt werden, um den Anteil an bioregionalen Lebensmitteln bei Schulkantinen auf 10 bis 30 Prozent anzuheben.

Vogelsbergkreis – auch hier ist der Anteil an extensiv bewirtschaftetem Grünland bereits relativ hoch. Darum möchte diese neue ÖMR den Anteil an ökologischen Ackerbau erhöhen. Dafür bedarf es einer Verbesserung bestimmter landwirtschaftlicher Infrastruktur, zum Beispiel für die Lagerung und Trocknung von Getreide. Diese sollen geschaffen werden.

Landkreise Darmstadt-Dieburg und Odenwald, Groß-Gerau und Stadt Darmstadt – die Südhessische Region ist geprägt von dem Anbau sogenannter Sonderkulturen, wie Spargel oder Erdbeeren. Dieser wird bisher noch überwiegend konventionell betrieben. Das Konzept der ÖMR Südhessen zielt darauf ab, den Anteil des ökologischen Anbaus dieser Kulturen deutlich zu erhöhen. Ein weiterer Aspekt dabei ist der Grundwasserschutz.

Marburg-Biedenkopf – auch dieser Landkreis verfügt schon heute über eine hohe Dichte an Ökobetrieben. Hier wird, ähnlich wie im Lahn-Dill-Kreis auf den konsequenten Ausbau von bioregionalen Lebensmitteln in Kantinen öffentlicher Institutionen und privater Unternehmen gesetzt. Zudem wird hier auch ein Schwerpunkt auf Projekten zum landwirtschaftlichen Klimaschutz gelegt.

Die ÖMR bieten durch eine bessere Vernetzung zwischen Produzenten, Verarbeitern, den Märkten und damit auch den Verbraucherinnen und Verbrauchern ein großes Potential, den Ökolandbau weiter zu stärken. Denn nur so lassen sich neue Produkte, wie die getrockneten Apfelchips aus Nordhessen oder neue Vertriebswege, wie beim Rindfleisch aus der Rhön, etablieren und erfolgreich vermarkten. Zudem streben die Akteure eine stärkere Zusammenarbeit auch mit konventionellen landwirtschaftlichen Betrieben an. Denn auch ohne eine Umstellung auf Ökolandbau können gezielte Umwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen für eine bessere Ökobilanz in der regionalen Landwirtschaft Sorge tragen. Für ihre Arbeit erhalten die ausgewählten Regionen zur Umsetzung ihrer Entwicklungskonzepte eine finanzielle Förderung für eine Projektmanagerin oder Projektmanager für zwei Jahre mit bis zu 75 Prozent der Personalkosten, bei einem maximalen Zuschuss von 50.000 Euro pro Jahr.

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Pressesprecher: 
Herr Mischa Brüssel de Laskay
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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