Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

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Flüssiges Plastik

Feste Regeln für flüssiges Plastik sind längst überfällig

Thema: 
Abfall & Atom, Boden & Wasser, Verbraucherschutz
27.09.2019Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Hessische Bundesratsinitiative: Schwer abbaubare Polymere reduzieren, um Umwelt und Mensch zu schützen

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Flüssiges Plastik kommt zum Beispiel auch in Spülmitteln vor
Flüssiges Plastik kommt zum Beispiel auch in Spülmitteln vor
© HMUKLV

„Plastik ist überall, auch dort, wo man es nicht sieht. Gelöst oder flüssig und damit für Verbraucherinnen und Verbraucher unsichtbar, wird es in Kosmetika, Wasch- und Reinigungsmitteln eingesetzt. Von dort gelangt es ins Abwasser und in die Weltmeere. Trotzdem werden diese als Polymere bezeichneten Stoffe aus dem europäischen Chemikalienrecht ausgeklammert. Das muss sich ändern, deshalb fordern wir die EU und die Bundesregierung auf, endlich aktiv zu werden und auch für flüssiges Plastik neue gesetzliche Anforderungen zu schaffen. Wir wollen, dass diese kritischen Stoffe drastisch reduziert und Anreize geschaffen werden, sie komplett zu vermeiden,“ sagte die Hessische Umweltministerin Priska Hinz anlässlich der Bundesratsinitiative Hessens, die am 11. Oktober offiziell eingebracht wird.

Auf feste Mikroplastikpartikel in Zahnpasta oder Peelings wird bereits bei vielen kosmetischen Produkten verzichtet. In löslicher oder flüssiger Form werden Polymere jedoch in vielen kosmetischen Produkten, wie auch in Wasch- und Reinigungsmitteln weiterhin in sehr großen Mengen eingesetzt. „Die Auswirkungen von flüssigem Plastik auf die Umwelt sind noch nicht umfassend bekannt. Sicher ist jedoch, dass sich die allermeisten dieser Stoffe nicht abbauen und in unseren Flüssen und Meeren ansammeln. Einige lösliche Kunststoffe dringen auch in Zellen ein und können bei Fischen und Algen Schaden anrichten“, erklärte Hinz weiter.

„Um flüssiges Plastik zu verringern, muss Deutschland nicht auf Europa warten. Die Bundesregierung kann im Wasch- und Reinigungsmittelrecht auch alleine vorangehen. Wenn hier klare Regeln gesetzt werden, werden die Hersteller sich auch vermehrt um Innovationen in diesem Bereich bemühen und umweltverträglichere Produkte entwickeln“, ist Hinz überzeugt. „Viele Produkte kommen auch heute schon ohne diese kritischen Inhaltsstoffe aus. Durch den Verzicht auf flüssiges Plastik können die Hersteller einen erheblichen Beitrag zum Umweltschutz leisten“, sagte die Ministerin.

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