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Renaturierung

Die Weschnitzinsel – ein Juwel für den Natur- und Gewässerschutz

Umweltministerin Priska Hinz: „Die Zusammenlegung von Alter und Neuer Weschnitz schafft einen neuen Lebensraum für zahlreiche Arten.“

Umweltministerin Priska Hinz an der Weschnitz
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Umweltministerin Priska Hinz an der Weschnitz
© HMUKLV

Anlässlich des Abschlusses der erfolgreichen Renaturierung der Weschnitzinsel von Lorsch gaben Hessens Umweltministerin Priska Hinz und Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid ein 80 Hektar großes Gelände der Natur zurück. „Damit wird eines der größten Renaturierungs- und Naturschutzprojekte des Landes Hessen erfolgreich abgeschlossen und die lang geplante Zusammenlegung der Alten und Neuen Weschnitz Wirklichkeit“, unterstrich Priska Hinz die Bedeutung des Projekts während der Abschlussveranstaltung. Die im Juni 2017 begonnen Bauarbeiten konnten nun Anfang 2018 beendet werden.

„Uns ist gelungen, die Weschnitzinsel wieder in einen naturnahen Zustand zu versetzen, der sowohl Tieren und Pflanzen des Gewässers, als auch den vielen rastenden und brütenden Vögeln ein Refugium bietet“, betonte die Ministerin. so auch die Zusammenlegung der Alten und Neuen Weschnitz. Hierfür hat das Land rund 3,5 Millionen Euro investiert. „Ich möchte die Gelegenheit auch nutzen, um den vielen Beteiligten und freiwilligen Helfern zu danken. Besonders engagiert waren zahlreiche ehrenamtlichen Helfern bei der nötige Fischentnahmen“, so Ministerin Hinz.

Über ein Flurbereinigungsverfahren konnten alle Flächen im Polder Lorsch in die öffentliche Hand überführt werden. Auf den rund 80 Hektar ist so im Einvernehmen mit den ortsansässigen Landwirten ein neuer Gewässerverlauf von drei Kilometern Länge geschaffen worden, der sich nun frei entwickeln und mäandrieren kann. Regierungspräsidentin Brigitte Lindscheid, deren Behörde das Projekt von Anfang an im Rahmen einer Lenkungsgruppe fachlich begleitet hat, zeigte sich von der Bedeutung der Auenrenaturierung überzeugt: „Das naturschutzfachliche Potenzial der Weschnitzinsel kann in Zukunft wieder voll ausgeschöpft werden.“

Als letzter großer zusammenhängender Grünzug zwischen Rhein-Main und Rhein-Neckar bietet die Weschnitzinsel für Zugvögel ein wichtiges Rastgebiet. Aber auch bedrohte Bodenbrüter, wie zum Beispiel die Bekassine und der Rotschenkel profitieren von der Renaturierung und finden künftig wieder ungestörte Brutmöglichkeiten. Auch die vielen im und am Wasser lebenden Arten, unter anderem nach FFH-Richtlinie geschützte Fischarten, wie die Groppe oder das Bachneunauge erhalten einen neuen Lebensraum. „Die Weschnitzinsel wird sich zukünftig zu einem Ort der Artenvielfalt entwickeln. Sie ist nur ein Beispiel von vielen verschiedene Naturschutzprojekte, die wir als Landesregierung auf den Weg bringen. Bis 2019 stellt Hessen über 85 Millionen Euro zur Verfügung. Im Rahmen der Biodiversitätsstrategie verfolgen wir das Ziel heimische Arten und ihre Lebensräume zu schützen und so die einzigartige Natur und Landschaft mit ihrer Vielfalt in Hessen zu erhalten“, sagte Umweltministerin Hinz abschließend.

Hintergrund

2012 wurde in Hessen das Synergieprojekt von Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und Natura-2000-Gebieten nach Maßgaben der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) eingeführt. Da die Umsetzung der FFH-Richtlinie Landesaufgabe ist, werden solche Synergieprojekte zu 100 Prozent vom Land Hessen finanziert.

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