Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Weinbau

Deutlich mehr Ökowein in Hessen

Thema: 
Landwirtschaft & Tierschutz
10.10.2018Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Landwirtschaftsministerin Priska Hinz: „Ich freue mich sehr über den Anstieg von über 50 Prozent in nur einem Jahr.“

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Weintrauben am Rebstock
© Weinbaudezernat RP Darmstadt

„Die Rebfläche von Ökowein in Hessen wächst deutlich. In den letzten vier Jahren hat sich die Anbaufläche verdoppelt. Mittlerweile werden 388 Hektar ökologisch bewirtschaftet“, sagte Landwirtschaftsministerin Priska Hinz heute in Wiesbaden. 2017 waren es noch 253 Hektar. „Das ist eine tolle Entwicklung, die zeigt, dass unsere Politik wirkt. Wir haben die Rahmenbedingungen gesetzt mit unserem Ökoaktionsplan und mehr Anreizen für Ökobauern, wie eine deutlich höhere Flächenprämie. Denn wir wollen zum Ökomodellland für Deutschland werden, auch im Weinbau“, ergänzte Landwirtschaftsministerin Hinz. „Mehr als zehn Prozent der Rebfläche werden nun ökologisch bewirtschaftet und wir erwarten auch einen weiteren Zuwachs für 2019. Damit liegen wir jetzt auch im Weinbau über dem Bundesdurchschnitt.“

„Die Weingüter reagieren natürlich auch auf die gestiegene Nachfrage nach mehr Bio. Denn immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher wollen gesund und nachhaltig essen und dazu einen guten regionalen Biowein genießen. Auch im Weinbau gilt das Motto der Landesregierung: Mehr Bio aus Hessen für Hessen“, erklärte die Ministerin. Hierbei unterstützt das Land: Zum Beispiel über die Ökoberatung der Weinbaubehörde oder die Forschung an der Hochschule Geisenheim. Dort wird eine zukunftsorientierte und nachhaltige Wirtschaftsweise erprobt und den nachfolgenden Generationen von Weinbauern mit auf den Weg gegeben.

Die Weinbaubetriebe engagieren sich bereits jetzt in den Anbaugebieten Rheingau und Hessische Bergstraße vielfältig bei der Weiterentwicklung der Anbauverfahren unter Berücksichtigung von Biodiversitäts-, Ökologie- und Umweltaspekten. So setzen viele Winzerbetriebe bereits mechanische Hack- und Bürstenverfahren ein, um den Unkrautbewuchs unter den Rebstöcken zu regulieren oder nutzen verschiedene Verfahren zur teilweisen Entfernung der Blätter in der Traubenzone, um dem Befall der Trauben durch Schaderreger entgegen zu wirken. Damit werden entscheidende Beiträge geleistet, um chemische Pflanzenschutzmittel zu ersetzen und zum nachhaltigen Anbau beizutragen. Beim Ökoanbau werden gar keine chemisch-synthetischen Mittel eingesetzt, weder gegen Unkräuter, noch gegen Insekten.

„Der Verzicht auf Pflanzenschutzmittel kommt der biologischen Vielfalt zu Gute: Der Lebensraum von Kleinstlebewesen und Vögeln, die sich in und um die Reben tummeln wird erhalten“, erklärte Hinz. „Deswegen unterstützen wir den biologischen Anbau und auch konventionell wirtschaftende Betriebe, die auf chemische Spritzmittel verzichten. Mit unserer Glyphosat-Ausstiegsstrategie bündeln wir verschiedene Maßnahmen mit dem Ziel, schnellstmöglich den Einsatz von glyphosathaltigen Herbiziden in der gesamten hessischen Landwirtschaft sowie in hessischen Wäldern, Gärten und auf Freiflächen zu beenden.“

„Wir haben in den letzten vier Jahren den Ökolandbau gezielt gefördert: Beim Anbau von Getreide, Obst, Gemüse und auch beim Wein. Mit mehr Fördermitteln und intensiver Beratung und Austausch“, erklärte Ministerin Hinz. „Wir brauchen eine Landwirtschaft, die das Klima nicht weiter anheizt und gleichzeitig sich an die neuen klimatischen Bedingungen anpasst. Das gelingt uns besser mit einer Landwirtschaft, die Boden, Wasser und Luft geringer belastet. Die ökologische Landwirtschaft bietet den schonendsten Umgang mit der Umwelt, deswegen wird sie von uns gefördert und ich freue mich über die Zunahme von über 30 Prozent Ökolandbau in Hessen in meiner Amtszeit“, ergänzte sie.

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