Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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Blauzungenkrankheit: Impfung wird dringend empfohlen

Thema: 
Landwirtschaft & Tierschutz, Verbraucherschutz & Veterinärwesen
06.04.2017Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Der gefährliche Erreger breitet sich derzeit in Richtung Deutschland aus

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Eine Kuh - © Andi Taranczuk / Fotolia.com
© Andi Taranczuk / Fotolia.com

Die Blauzungenkrankheit grassiert seit Monaten in Frankreich, Italien und in einigen Balkanstaaten und breitet sich zunehmend auch in Richtung Deutschland aus. Das gab Ministerin Priska Hinz heute in Wiesbaden bekannt. „Wir empfehlen dringend die vorbeugende Impfung gegen die Blauzungenkrankheit mit den Serotypen 4 und 8. Die hessischen Tierhalter sollten ihre Rinder, Schafe und Ziegen möglichst zeitnah gegen den Erreger der gefährlichen Seuche impfen lassen“, so die zuständige Ministerin. 2017 gab es in Deutschland noch keinen Ausbruch. Mit der Impfung soll effektiv vorgebeugt werden.

Der Krankheitserreger wird durch Gnitzen (Stechmücken) übertragen, die bei den derzeit warmen Temperaturen schon aktiv sind. Die Impfung braucht etwa sechs bis sieben Wochen, bis sie ihre volle Wirkung entfaltet.

Seit Mai 2016 kann auch ohne amtliche Feststellung eines Ausbruches eine vorbeugende Impfung empfänglicher Tiere gegen die Blauzungenkrankheit durchgeführt werden. Die Impfung ist freiwillig, die Kosten trägt der Tierhalter. Wer seinen Bestand gegen das Blauzungen-Virus schützen lassen möchte, sollte sich zunächst an das zuständige Veterinäramt wenden, da die Impfung genehmigungspflichtig ist. In vielen Landkreisen wurde die Genehmigung jedoch bereits pauschal durch Allgemeinverfügung erteilt.

„Im Fall eines Ausbruchs der Blauzungenkrankheit ist der Transport von Tieren in ein Tierseuchen freies Gebiet, zum Beispiel ein anderes Bundesland, praktisch nur noch mit Impfung möglich“, so Hinz. „Tierhalter mit nachweislich bereits geimpftem Bestand haben im Fall eines Ausbruchs der Blauzungenkrankheit einen zeitlichen Vorteil gegenüber anderen: Innerhalb der dann eingerichteten Restriktionszonen dürfen Tiere frühestens 60 Tage nach der Impfung in ein anderes Gebiet gebracht werden“, erläutert die Ministerin.

Impfung ist aktiver Tierschutz

Die Impfung ist zudem aktiver Tierschutz, denn die Virusinfektion kann für empfängliche Tiere ernsthafte Folgen haben. Für Schafe kann die durch Stechmücken übertragene Erkrankung tödlich sein. Im Falle von schweren Verläufen treten Fieber, Atemprobleme, vermehrter Speichelfluss sowie die typisch geschwollenen und blaugefärbten Zungen auf. Bei Ziegen treten grundsätzlich die gleichen Symptome wie bei Schafen auf, sie sind meist aber deutlich schwächer ausgeprägt.

Bei Rindern verläuft die Erkrankung meist milder, mit Veränderungen im Nasen-Maulbereich, am Euter und an den Zitzen. Außerdem treten Bindehautentzündungen, Schwellungen im Unterschenkelbereich oberhalb der Klauen in Verbindung mit Lahmheit oder Festliegen auf sowie ein Rückgang der Milchleistung bei Kühen bzw. Deckunlust bei Bullen.

Die Blauzungenkrankheit ist eine anzeigepflichtige Tierseuche. Verdachtsfälle müssen der zuständigen Veterinärbehörde gemeldet werden. Für Menschen ist die Blauzungenkrankheit ungefährlich.

Hintergrund

Die Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 war in Deutschland zum ersten Mal im August 2006 aufgetreten und hatte sich innerhalb eines Jahres explosionsartig ausgebreitet. Auf dem Höhepunkt des Seuchenzuges im Sommer 2007 waren allein in Hessen tausende von Tieren erkrankt und viele an den Folgen gestorben. Eine flächendeckende Impfung in den Jahren 2008/2009 stoppte die Ausbreitung des Virus in Deutschland. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat jetzt in einem wissenschaftlichen Gutachten die neuesten Erkenntnisse bezüglich Kontrolle und Überwachung der Blauzungenkrankheit veröffentlicht. Modellberechnungen ergaben, dass eine Tilgung der Blauzungenkrankheit nur gelingen kann, wenn 95 % der Rinder und Schafe mindestens fünf Jahre in Folge geimpft werden.

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