Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

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Sommertour 2019

Artenvielfalt auf Streuobstwiesen, naturverträgliche Landwirtschaft und Bad König im Dorfentwicklungsprogramm

Thema: 
Naturschutz & Klimaschutz, Landwirtschaft & ländlicher Raum
07.08.2019Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Am letzten Tag ihrer Sommertour besucht Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser ein Projekt, dass den bedeutendsten Speierlingsbestand in Hessen fördert, informiert sich über umweltschonende Möglichkeiten die Herbstzeitlose zurückzudrängen & übergibt einen Anerkennungsbescheid zur Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm an Bad König

Auf der Streuobstwiese in Maintal-Hochstadt informiert sich Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser über das Speierlingsprojekt
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Auf der Streuobstwiese in Maintal-Hochstadt informiert sich Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser über das Speierlingsprojekt
© HMUKLV

„Streuobstwiesen mit locker stehenden Obstbäumen sind typische hessische Hotspots der Artenvielfalt. Sie sind ein wichtiger Lebensraum für bis zu 5.000 Tiere und Pflanzen, darunter viele Insekten wie Wildbienen und Schmetterlinge. Besonders schützenswert auf den Wiesen sind auch die Speierlingsbäume, die zu den imposantesten und seltensten Bäumen in Hessen zählen und durch mangelnde Pflege und fehlende Nutzung der Streuobstbestände gefährdet sind“, sagte Umweltstaatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser heute beim Besuch des Speierlingsprojekts in Maintal-Hochstadt. Mit Fördermitteln der Umweltlotterie GENAU in Höhe von über 10.000 Euro konnte der Landschaftspflegeverband Main-Kinzig in Hochstadt für den bedeutendsten Speierlingsbestand in Hessen mit 90 Exemplaren auf rund 60 Hektar Fläche zahlreiche Maßnahmen umsetzen.

Das Projekt, das gemeinsam mit dem Arbeitskreis Streuobst Maintal umgesetzt wird, soll den Baumbestand der Maintaler Speierlinge langfristig sichern, die weitgehend vergessene Nutzung seiner Früchte wiederbeleben und im neuen Speierlingsnetzwerk Baumbesitzer, Baumschulen, Fruchtverwerter und Konsumenten zusammenbringen. Mithilfe von Sanierungs- und Pflegevorschlägen für einzelne Bäume wurden seit Frühjahr 2017 bereits zahlreiche Bäume saniert, Baumbesitzerinnen und Baumbesitzer bei Einzelberatungen und Kursen zur Pflege geschult, eine Speierlingsberatung auf Dauer eingerichtet und die Nutzung der Früchte im Kochkurs vorgestellt. „Das Projekt leistet außerdem Pionierarbeit durch die gezielte Samenvermehrung der Bäume zusammen mit Partnerbaumschulen. Ein Novum in Hessen, da es bislang keine züchterischen Aktivitäten hinsichtlich besonderer Merkmale wie Reifezeit, Fruchtgröße und Geschmack der Früchte gab“, machte Tappeser deutlich.

Herbstzeitlose wird naturverträglich zurückgedrängt

„Die Herbstzeitlose ist eine schöne Pflanze, hat aber eine toxische Wirkung. Nutztiere können bei ihrem Verzehr Vergiftungen erleiden. Im Main-Kinzig-Kreis hat sich die Herbstzeitlose stark ausgebreitet. Das stellt die Landwirte, die hier Heu verarbeiten, vor große Probleme und kann zu erheblichen finanziellen Einbußen führen“, erklärt die Staatssekretärin im Umweltministerium, Dr. Beatrix Tappeser anlässlich ihres heutigen Besuches in Langenselbold. Dort informierte sie sich über ein Projekt, das nun im fünften Jahr die zunehmende Ausbreitung der Herbstzeitlosen auf extensiv genutzten Grünlandflächen und Auenwiesen versucht zurückzudrängen. „Das Projekt gibt Antworten darauf, wie die Herstzeitlose zurückgedrängt werden kann ohne gleichzeitig die Biodiversität zu gefährden. Anstelle von chemischen Unkrautvernichtern werden zum Beispiel variable Mahdmuster, verschiedene Mahdzeiten oder mechanische Bekämpfungsmethoden genutzt“, erklärte Tappeser.

Mit dem Projekt der Gesellschaft für Naturschutz und Auenentwicklung e.V. werden verschiedene Rückdrängungsmaßnahmen erprobt. „Die Erkenntnisse, die im Umgang mit der Pflanze gesammelt werden, können genutzt werden, um umweltschonende landwirtschaftliche Verfahren zu entwickeln. Das kommt auch dem Umwelt- und Naturschutz zu Gute“, ergänzte Tappeser. Neben den Landwirten, deren Flächen von Herbstzeitlosen befallen sind, sind die Kommunen Langenselbold, Erlensee, Gründau, Hasselroth und Rodenbach sowie der Landkreis und das Land Hessen beteiligt. Das Projekt wird im Rahmen des Hessisches Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen finanziell gefördert.

Bad König wird in Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen

„Ich freue mich, heute Bad König den Bescheid übergeben zu dürfen. Wir haben in diesem Jahr sieben neue Kommunen im hessischen Förderprogramm Dorfentwicklung“, sagte Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser, die heute im Rahmen ihrer Sommertour in Bad König den Anerkennungsbescheid übergab.

„Ziel der Förderung ist es, mit einer gesamtkommunalen Strategie die Gemeinden im ländlichen Raum dabei zu unterstützen, sich zukunftsfähig aufzustellen und neue Entwicklungswege zu beschreiten“, ergänzte Staatssekretärin Tappeser. In Bad König macht sich ein starker Rückgang des Einzelhandels bemerkbar. Um den Stadtkern mit der einstigen Flanier- und Einkaufsstraße neu zu beleben, sollen die regionaltypische Bauweise erhalten und drohende Leerstände zukunftsfähig entwickelt werden. Im Rahmen der Dorfentwicklung will Bad König außerdem Begrünungsmaßnahmen zur Verbesserung des Klimaschutzes und zur Steigerung der Biodiversität umsetzen.

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