Wasser & Kläranlagen

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Wasser
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Die Corona-Pandemie hat auch Auswirkungen auf den Betrieb von Wasserversorgungs- und Abwasseranlagen. Insbesondere stellen sich Fragen des Infektionsrisikos, des Arbeitsschutzes und der betrieblichen Organisation.

Laut Mitteilung des Umweltbundesamtes (UBA) vom 09.03.2020 ist eine Übertragung von SARS-CoV-2 durch das Medium Trinkwasser sehr unwahrscheinlich. Begründet wird dies u.a. mit dem Multibarrieren-Prinzip und der Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik, womit zu jedem Zeitpunkt ein weitreichender Schutz auch vor unbekannten Organismen und chemischen Stoffen gewährleistet ist. Als wirksame Schritte sind hier insbesondere die Bodenpassage und die Partikelfiltration hervorgehoben. Auf Grund der Vorgaben zu einem hygienischen Umgang geht das UBA auch bei Infektionen des Personals von Wasserversorgungsunternehmen nicht von einem Risiko für die Weiterverteilung von Coronaviren mit dem Trinkwasser aus.

Wir möchten Ihnen einige häufig gestellte Fragen hier beantworten und greifen dabei auf Antworten des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) zurück:

Fragen und Antworten

Frage 1:

Werden Corona-Viren mit dem Stuhl ausgeschieden, und treten sie im Abwasser auf?

Antwort:

Infektiöse Coronaviren im Stuhl wurden nur in Einzelfällen in ganz geringen Konzentrationen nachgewiesen.

Fragen 2-4:

Können Corona-Viren im Abwasser überleben?

Werden Corona-Viren in der Kläranlage reduziert?

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Corona-Viren in gereinigtem Abwasser auftreten?

Antwort:

Durch Verdünnungseffekte sind bereits im Rohabwasser nur geringe Konzentrationen an SARS-CoV-2 zu erwarten. Das SARS-CoV-2 ist eng verwandt mit dem Virus, das in den Jahren 2002/2003 die SARS Epidemie ausgelöst hat. Auch bei der SARS-Epidemie von 2002/2003 wurden nur in wenigen Fällen infektiöse Coronaviren in Krankenhausabwässern nachgewiesen. In Kläranlagen werden die im Abwasser vorhandenen Konzentrationen an Viren um weitere ca. 1-2 Zehnerpotenzen reduziert. Außerdem ist das SARS-Coronavirus-2 ein behülltes Virus, das im Gegensatz zu den im Abwasser vorkommenden unbehüllten Viren (z. B. Noroviren) nicht längere Zeit im Abwasser überleben kann. Daher sind im Ablauf von Kläranlagen aufgrund der Verdünnung und Reinigungsleistung sowie durch die Inaktivierung der Viren nur sehr geringe Virenkonzentrationen zu erwarten.

Fragen 5 und 6:

Können Corona-Viren über den Weg des Abwassers übertragen werden?

Sind – basierend auf den o.g. Fragestellungen – weitergehende Arbeitsschutzmaßnahmen (über die bisherigen Anforderungen sowie den derzeitigen besonderen Hygienemaßnahmen) für das Betriebspersonal von Abwasseranlagen zu beachten?

Antwort:

Nach derzeitigem Stand des Wissens ist eine Übertragung von SARS-CoV-2 über den Weg des Abwassers sehr unwahrscheinlich. Von einer Gefährdung für Beschäftigte in abwassertechnischen Anlagen in Zusammenhang mit dem Auftreten von SARS-CoV-2 ist laut aktueller Datenlage nicht auszugehen. Die Krankheit wird im direkten Kontakt mit Erkrankten durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Dessen ungeachtet, sind Schutzmaßnahmen, wie in der TRBA 220 "Sicherheit und Gesundheit bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen in abwassertechnischen Anlagen" formuliert, zu beachten.

Kläranlagen

Aktuell droht die zunehmende Verstopfung von Pumpen in Kläranlagen, da momentan nicht nur Klopapier über die Toilette entsorgt wird, sondern teilweise mangels Alternativen auf Taschentücher, Küchenrolle oder reguläre Feuchttücher zurückgegriffen wird. Diese Stoffe lösen sich aber im Wasser nicht gut auf.

Daher unser Appell an alle Verbraucherinnen und Verbraucher: Toilettenpapier-Alternativen müssen über den Mülleimer entsorgt werden, um unser Abwassersystem und damit letztlich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kläranlagen zu schonen.

Weitere Informationen:

Zu vielen Themen gibt es bereits Informationen verschiedener Behörden, Verbände und Institutionen, von denen wir Ihnen in den unten augeführten Links einige zur Verfügung stellen möchten. Einige der Informationen richten sich dabei speziell an Betreiber von Wasserversorgungs- und Abwasseranlagen.

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