Mensch & Tier

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Hund
© Stephan Morrosch / Fotolia

Hier möchten wir Ihnen gerne Informationen über die Beziehung zwischen Mensch und Tier in Zeiten der Corona-Pandemie liefern. Dabei werden wir unter anderem darauf eingehen, was dabei für Haustierbesitzer zu beachten ist, aber zum Beispiel auch, wie derzeit das Leben in Reitställen ablaufen sollte.

Gassi gehen

Beim Gassi gehen mit Hund müssen die allgemein geltenden Corona-Abstandsregelungen beachtet werden. Für die Gruppengröße der Gassi-Geher gelten dabei die aktuell gültigen Regelungen für Gruppengrößen im öffentlichen Raum. Beim Gassi gehen ist außerdem darauf zu achten, zu anderen Menschen, denen man dabei begegnen kann, einen Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.

Risiken durch Heim- und Nutztiere

Coronaviren kommen natürlicherweise auch bei Heim- und Nutztieren vor. Diese sind allerdings von dem Erreger der aktuell auftretenden schweren Erkrankung des Atmungsapparates des Menschen deutlich zu unterscheiden.

Es gibt bislang keine Hinweise darauf, dass Hunde oder Katzen ein Infektionsrisiko für den Menschen darstellen. Aus verschiedenen Ländern  wird berichtet, dass sich Hauskatzen, die aus einem betroffenen CoViD-19-Haushalt stammten sowie ein Tiger und Löwen aus einem Zoo in den USA, in dem ein Tierpfleger infiziert war, positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden. Experimentell wurde nachgewiesen, dass sich auch Frettchen infizieren lassen. Hunde scheinen dagegen weniger empfänglich für die Infektion zu sein. Die bisherigen Erfahrungen, auch aus Deutschland, liefern keine Hinweise darauf, dass Haustiere einschließlich Katzen und Frettchen, SARS-CoV-2 auf Menschen übertragen können.

Bei der Haltung von Haustieren sollten immer grundlegende Hygienemaßnahmen eingehalten werden.

Dies umfasst das Händewaschen vor und nach dem Umgang mit Tieren, das Vermeiden von Küssen, Lecken, das Teilen von Lebensmitteln sowie länger dauernder enger Kontakt (z. B. das Übernachten der Tiere im Bett). In der aktuellen CoViD-19-Situation sollten dies insbesondere Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf beachten.

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat einen FAQ zur Rolle der Heim- und Nutztiere im aktuellen Coronavirusgeschehen veröffentlicht.

Landwirtschaftliche Nutztiere

Gesetzlich vorgeschriebene Pflichtuntersuchungen und Kontrollen müssen im Rahmen der vorgesehenen Fristen durchgeführt werden. Bei Kontakt zum Tierbesitzer sollten Coronavirus-spezifische Hygienemaßnahmen beachtet werden.

Einfuhr von Tieren aus Nicht-EU-Ländern

Ich bin deutsche Staatsbürgerin / deutscher Staatsbürger und lebe zurzeit im Ausland. Ich möchte wegen der Corona-Pandemie mit meinem Haustier(en) (z. B. Hund, Katze, Frettchen) in Deutschland einreisen. Gibt es eine Möglichkeit, dass ich mein Haustier mitbringen kann? Was muss ich beachten, wenn ich mein Haustier mitbringen möchte?

Im Falle von Krisen, wie zum Beispiel die aktuelle Corona-Pandemie, können Sie für die Einfuhr Ihres Heimtieres / Ihrer Heimtiere (z. B. Hund, Katze, Frettchen) aus Nicht-EU-Ländern (so genannten Drittländern) eine Ausnahmegenehmigung nach Art. 32 Abs. 1 der Verordnung (EU) Nr. 576/201 zur vorzeitigen Einreise von Heimtieren vor Erreichen der regulären Einreisebedingungen beantragen. Die entsprechend gelisteten Länder finden Sie hier. Alle Länder, die nicht auf dieser Liste stehen, gelten als „nicht gelistet“! 

Diese Ausnahmegenehmigung können Sie – sofern Sie mit Ihrem Tier / Ihren Tieren über den Flughafen Frankfurt am Main einreisen - beim Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz unter folgender E-Mail-Adresse veteinfuhr@umwelt.hessen.de beantragen.

Dem formlosen Antrag sind die Nachweise über die Kennzeichnung des Tieres mittels Mikrochip und über den gültigen Tollwutimpfschutz (als PDF-Datei) beizufügen. Für die Einreise aus nicht gelisteten Drittländern ist zusätzlich das Ergebnis der Blutuntersuchung zur Bestimmung des Tollwutantikörpertiters in einem dafür zugelassenen Labor beizufügen.

Wird eine Ausnahmegenehmigung erteilt, muss das betreffende Heimtier bis zum Erreichen der regulären Einreisebedingungen unmittelbar nach der Einreise in die EU unter amtstierärztlicher Überwachung in einer zugelassenen Quarantäneeinrichtung (z.B. Tierheim) isoliert werden. Die Kosten für die dortige Unterbringung und die Untersuchungen sind vom Besitzer zu tragen.

Hinweis:  Heimtiere können auch unabhängig von der eigenen Rückreise nach Erreichen der Einreisebedingungen zu einem späteren Zeitpunkt als Frachttier(e) nach Deutschland eingeführt werden.

Tierärzte

Infos für Tierärzte aber auch für Personen, die einen Tierarztbesuch mit ihren Tieren planen finden sich auf der Seite der Hessischen Tierärztekammer.

Futtermittel

Dem Bundesinstitut für Risikobewertung (Stand: 30.03.2020) sind bisher keine Informationen aus China oder anderen von SARS-CoV-2 betroffenen Ländern bekannt, die auf eine besondere Rolle von Futtermitteln für Heim- und Nutztieren schließen lassen. Es liegen bisher keine Hinweise vor, dass Futtermittel ein Vehikel für Coronaviren sind. Nach den rechtlichen Regelungen sind Futtermittel Stoffe oder Erzeugnisse, die zur oralen Tierfütterung bestimmt sind. Futtermittel, und auch Zusatzstoffe, können sowohl verarbeitet, teilweise verarbeitet oder unverarbeitet zum Einsatz kommen.

Dies gilt sowohl für die Fütterung landwirtschaftlicher Nutztiere als auch für die Fütterung von Heimtieren. Für die Fütterung landwirtschaftlicher Nutztiere wird sowohl Grünfutter (Gras, Heu, silierte pflanzliche Futtermittel) also sogenannte wirtschaftseigene Grobfuttermittel bzw. Grundfutter, aber auch Mischfuttermittel verwendet. Als Mischfutter werden Mischungen von Futtermittel mit vergleichsweise hoher Nährstoffkonzentration bezeichnet (z.B. Getreide, Sojaschrot). Dazu zählen auch Ergänzungsfuttermittel einschließlich Mineralfuttermittel, die zur Sicherstellung des Energie-und Nährstoffbedarfs der Tiere zusätzlich verfüttert werden.

Für die Fütterung von Heimtieren wird meist Fertigfutter verwendet. Darunter versteht man Trockenfutter (z.B. Pellets, Biskuits), Nassfutter bzw. Feuchtfutter, gefrorene Futtermittel, Körnerfutter oder auch Snacks (z.B. Hundekuchen, Hundekekse, Kauartikel).

Pferdehaltung

Informationen rund um die Vorgaben für Pferdehaltungen und die Zulässigkeit des Bewegens von Pferden finden Sie bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung. Dort finden sich auch Hinweise zu Pferdesportveranstaltungen und anderen Pferde bezogenen Themen im Rahmen der Coronavirus-Pandemie. Auführlichere Informationen rund um die Pferdehaltung finden Sie zudem in unserem FAQ "Corona und Tierbesitzer".

FAQ "Corona und Tierbesitzer"

In unserem FAQ "Corona und Tierbesitzer" hat unsere Landestierschutzbeauftragte Dr. Madeleine Martin nochmal viele wichtige Informationen für Tierbesitzerinnen und Tierbesitzer, aber auch für Betreiber von Reitställen und Pferdepensionen zusammengestellt. Sie finden den FAQ als Download-Dokument am Ende der Seite.

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