Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Solidarische Landwirtschaft

Solidarische Landwirtschaft im Kontext

Solidarische Landwirtschaft – kurz Solawi genannt - bedeutet gemeinschaftsgetragene Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte. Erzeuger und Verbraucher schließen sich zu einer Wirtschaftsgemeinschaft zusammen und werden gemeinsam aktiv. Das alternative Landwirtschaftsmodell gibt keine normierte Organisationsform vor. Entscheidend ist, dass in einem überschaubaren Wirtschaftskreislauf, die Lebensmittelproduktion gemeinsam organisiert und finanziert wird, z.B. als Verein oder Genossenschaft.

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Frisch geernte Kartoffel
© Pexels / Pixabay

Dem Miteinander und Austausch zwischen Landwirt*innen und Mitgliedern kommt beim Solawi-Prinzip ein besonderer Stellenwert zu. Mitgliedschaften ermöglichen regelmäßige Beiträge und stellen somit ein planbares und alternatives Einkommensmodell dar. Im Gegenzug dazu gilt es die Bedürfnisse der Mitglieder zu berücksichtigen und miteinzubeziehen, welche so die Chance erhalten, die Lebensmittelkette nachzuvollziehen oder sogar zu beeinflussen und mitzugestalten. Zum Teil geht es um mehr als Landwirtschaft und Gemüsebau. Solidarische Landwirtschaft macht die Erzeugung von Lebensmitteln wieder erfahrbar, und fördert dadurch die soziale Anerkennung und Wertschätzung der Lebensmittelproduktion.

Ein zumeist angestrebter natur- und klimaverträglicher Land- und Gartenbau kann zudem auch ökologisch etwas verbessern. Arten- und Sortenvielfalt im Anbau, Mulchen, Gründüngung und Heckenpflanzung bieten beispielsweise Möglichkeiten die Biodiversität zu unterstützen. Ein Beitrag zur Biodiversität kann außerdem geleistet werden, indem man kleine Saatguterzeuger den Weltmarktführern vorzieht, oder sich zum Beispiel auf die Revitalisierung alter Sorten spezialisiert. Transportwege, Lagerung und Verpackungen kommen reduziert zum Einsatz.

Das gesellschaftliche Modell der Solidarität mobilisiert und bringt Menschen aus unterschiedlichen Schichten zusammen und unterstützt dabei alternative und nachhaltigere Formen des Konsums. Es eröffnet einen Unternehmenszweig, der zum Erhalt der bäuerlichen Strukturen in der Landwirtschaft und vielfältiger Hoforganismen beitragen kann. Faire Löhne und Arbeitsbedingungen bei denen sich Produktion und Konsum sowie Land und Stadt einander annähern, bergen das Potential Ausbildung und Berufe in der Landwirtschaft und im Gartenbau wieder attraktiver zu machen. Gerade für Kleinbetriebe bietet die Solidarische Landwirtschaft so eine Zukunftsperspektive.

Wenn Sie mehr über die vielfältigen Ansätze erfahren möchten, wie neue Brücken zwischen landwirtschaftlichen Erzeugern und Konsumenten entstehen können, lesen Sie in der Publikation LandInForm Spezial Nr. 7 „Gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft“ des Netzwerks Ländlicher Raum weiter.

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