Landwirtschaft in Hessen

Cross-Compliance

Die Cross-Compliance (CC)  - Bindung der EU-Agrarzahlungen an Verpflichtungen in den Bereichen Umweltschutz, Klimawandel, guter landwirtschaftlicher Zustand der Flächen, Gesundheit von Mensch, Tier und Pflanze sowie Tierschutz -  ist ein wichtiges Werkzeug zur Integration von Umwelt- und Tierschutzanforderungen in die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP).

Dadurch wird gewährleistet, dass die gewährte finanzielle Unterstützung zur Förderung nachhaltiger Landwirtschaft beiträgt und damit auf die auf aktuell geführten Debatten und die Besorgnisse der Bevölkerung reagiert.

Die Einhaltung der entsprechenden Verpflichtungen wird von den jeweils zuständigen Fachrechtsbehörden stichprobenweise überprüft.

Die EU hat die Mitgliedsstaaten verpflichtet,  die Zuwendungsempfänger über die einzuhaltenden Cross Compliance-Anforderungen zu informieren. Landwirtschaftliche Betriebe, die einen „Gemeinsamen Antrag Agrarförderung“ stellen, erhalten die aktuelle Version der CC-Infobroschüre Hessen auf dem Stick mit den Unterlagen zum „Gemeinsamen Antrag Agrarförderung“ übersandt.  Zusätzlich stellen wir Ihnen unten stehend die aktuelle Broschüre als PDF-Dokument zum Download zur Verfügung.

Bei den zuständigen Landratsämtern sind zudem in limitierten Mengen Papierversionen der Infobroschüre erhältlich.

Wir weisen darauf hin, dass Direktzahlungsempfänger verpflichtet sind, sich über gegebenenfalls nach Redaktionsschluss eintretende Rechtsänderungen und damit verbundene Änderungen der Cross Compliance-Verpflichtungen zu informieren.

Cross Compliance-Beratung

Der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen stellt in seinem Internetangebot allen interessierten Betrieben eine Eigenkontrollcheckliste zur Verfügung. Sie ermöglicht zu überprüfen, ob die eigene Produktionstechnik den Cross Compliance-Anforderungen entspricht. Damit erhalten landwirtschaftliche Betriebe eine verständliche und praktisch umsetzbare Arbeitshilfe zum Thema Cross Compliance und können sich damit auf Kontrollen vorbereiten.

Aktuelle Informationen nach Inkrafttreten des § 38a des Wasserhaushaltsgesetzes 

Seit dem 30. Juni 2020 ist diese neue Regelung im Rahmen der Cross Compliance-Vorschriften zu beachten. Der § 38a betrifft landwirtschaftlich genutzte Flächen mit durchschnittlicher Hangneigung von mindestens fünf Prozent im Abstand von 20 Metern zu Gewässern und schreibt für diese vor, dass eine geschlossene, ganzjährig begrünte Pflanzendecke zu erhalten oder herzustellen ist. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat über den genauen Inhalt der CC-Vorschrift eine Information erstellt, die auch für Antrag stellende Personen in Hessen gilt.

Aktuelle Informationen nach Inkrafttreten der Änderungsverordnung zur Düngeverordnung

Seit dem 1. Mai 2020 ist die novellierte Düngeverordnung in Kraft getreten, die auch Auswirkungen auf die Cross Compliance-Regelungen hat.

Hier informiert hierüber das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Auch die Regelungen der hessischen Ausführungsverordnung zur Umsetzung der Düngeverordnung (Anforderungen in den ausgewiesenen belasteten Gebieten und weitere Regelungen) sind hiervon betroffen.

Folgendes gilt es zu beachten:

I     In den ausgewiesenen (belasteten) Gebieten

  • Die zusätzliche Anforderung „abgesenkter Kontrollwert“ entfällt, da die Pflicht zur Erstellung und Bewertung von Nährstoffvergleichen entfallen ist.
  • Eine Nachweisführung, wonach die Landesverordnung nicht für Betriebe gilt, die im Durchschnitt der letzten drei Düngejahre den Kontrollwert von 35 kg N/ha und Jahr unterschreiten, ist aus den gleichen Gründen entfallen. 
  • Die Möglichkeit, eine Befreiung von den Regelungen der Landesverordnung  zu beantragen, wenn der Betrieb an Agrarumweltmaßnahmen teilnimmt, ist ebenfalls entfallen.

II    In anderen (als den ausgewiesen) Gebieten

Die Befreiung von der Verpflichtung zur Erstellung von Aufzeichnungen der Düngebedarfsermittlungen, der Nährstoffgehalte der Düngemittel und der im Boden verfügbaren Nährstoffe gilt weiterhin für die Betriebe die die Kriterien nach § 2 Abs. 2 AVDüV erfüllen. Sie gilt JEDOCH NICHT für die neue Verpflichtung zur Dokumentation der aufgebrachten Nährstoffmengen innerhalb von zwei Tagen nach der Aufbringung und der Dokumentation der Weidehaltung nach § 10 Abs. 2 der Düngeverordnung. Diese Aufzeichnungen müssen auch von Betrieben erstellt werden, die die Kriterien nach § 2 Abs. 2 AVDüV erfüllen.

Den Text der hessischen Ausführungsverordnung finden Sie HIER

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