Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Zukunftspakt hessische Landwirtschaft

Die hessische Landwirtschaft leistet einen großen Beitrag zur Ernährungssicherung, zur Erhaltung der Kulturlandschaft, zur Stärkung des ländlichen Raumes, zur Umsetzung der Energiewende sowie zum Klimaschutz und zur Biodiversität. In Anerkennung dieses Beitrages unterstützt die Hessische Landesregierung die heimische Landwirtschaft auf vielfältige Weisen, unter anderem durch ein umfassendes Beratungs- und Bildungsangebot und durch die Bereitstellung von Landesmitteln, die nach Maßgabe des jeweiligen Haushaltsplanes die EU- und Bundesförderprogramme ergänzen.

Zur Bekräftigung dieser Unterstützung haben die Hessische Landesregierung und der Hessische Bauernverband im November 2012 den „Zukunftspakt hessische Landwirtschaft“ unterzeichnet. Darin vereinbarten sie gemeinsame Positionen zu den wichtigen agrarpolitischen Themenbereichen Flächenschutz, Energiewende, Tierhaltung, Beratung und Bildung, Vermittlung von Alltagswissen, Bürokratieabbau und Förderung.

Dieser Zukunftspakt wurde in einem zweiten Schritt auf eine breitere Basis gestellt und bezieht weitere Institutionen und Organisationen aus dem landwirtschaftlichen Bereich ein. Im Zuge dessen wurden die im bisherigen Zukunftspakt vereinbarten Positionen aktualisiert und um weitere Punkte ergänzt.

Abstimmung und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Vertretern aller Bäuerinnen und Bauern mit der Regierung

Mit der Erweiterung des „Zukunftspakts hessische Landwirtschaft“, der am 27.04.2015 unterzeichnet wurde, haben sich die Landesregierung und 27 hessische Verbände, Organisationen und Institutionen aus dem Landwirtschaftsbereich auf gemeinsame Positionen zur Ausrichtung einer zukunftsgerichteten Agrarpolitik verständigt.

Eine solche Abstimmung und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Vertretern aller Bäuerinnen und Bauern mit der Regierung ist bundesweit einmalig, so dass Hessen insofern eine Vorbildfunktion einnimmt.

Im Pakt sprechen sich alle Partner für eine Unterstützung der familiengeprägten, bäuerlichen Landwirtschaft als Leitbild aus. Weiterhin bekennen sie sich zur Stärkung des ökologischen Landbaus, der sich den Prinzipien von geschlossenen Kreisläufen, dem Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und der Erhöhung der Artenvielfalt besonders verpflichtet fühlt.

Um gesundes und gutes Essen aus der Region anbieten zu können, muss dieses auch vor Ort produziert und weiterverarbeitet werden. Transparente Herkunftsnachweise schaffen Vertrauen beim Verbraucher. Sie dienen der regionalen Wertschöpfung und dem Erhalt der Kulturlandschaft. Das geht nicht ohne Ställe, das geht aber auch nicht ohne Weiterverarbeitungskapazitäten wie Mühlen, Molkereien, Schlachtstätten etc., die nach Möglichkeit zu erhalten bzw. auszubauen sind. Auch der freiwillige Verzicht auf den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Hessen ist im Pakt aufgenommen worden. Aspekte von tiergerechter Nutztierhaltung und Nachhaltigkeit werden ebenfalls künftig einen höheren Stellenwert erhalten.

Von großer Bedeutung ist darüber hinaus der Schutz der landwirtschaftlichen Nutzfläche, ohne die kein Landwirt – unabhängig ob ökologisch oder konventionell - produzieren kann. Es gilt, Strategien zu verfolgen, die Flächeninanspruchnahme für außerlandwirtschaftliche Zwecke auf ein unvermeidbares Minimum zu beschränken.

Landwirtschaftliche Aus-, Fort- und Weiterbildung notwendig

Zur Unterstützung der Umsetzung der verschiedenen Vorhaben kommt der Ausgestaltung von Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie der landwirtschaftlichen Förderung eine hohe Bedeutung zu.

Daher werden die Aus- und Weiterbildungsangebote wie auch das landwirtschaftliche Beratungswesen zukunftsgerichtet weiterentwickelt, um die Landwirte zu unterstützen, die betrieblichen und die geforderten gesellschaftlichen und ökologischen Leistungen zu erbringen.

Der in einem konstruktiven und sachlichen Dialog zwischen Regierung und den Vertretern der hessischen Bäuerinnen und Bauern erweiterte Zukunftspakt hessische Landwirtschaft bildet mit seiner breiten berufsständischen und politischen Basis eine wichtige Grundlage, die vertrauensvolle Verständigung fortzusetzen und die darin vereinbarten Inhalte zum nachhaltigen und schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen gemeinsam umzusetzen.