Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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Hochwertige Nahrungsmittel für Hessen

Garten- und Obstbau

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Äpfel
© Johanna Mühlbauer - Fotolia.com

Gemüseanbau in Hessen

Laut der Gemüsebauanbauerhebung des Statistischen Bundesamtes (2009) gibt es in Hessen 584 Betriebe, die auf einer Grundfläche von 7.160 ha Gemüse produzieren. Ein Großteil, 569 Betriebe, baut auf 7.397 ha Anbaufläche Gemüse im Freiland an. Zusätzlich bewirtschaften 137 Betriebe 72 ha unter Glas. Somit befinden sich in Hessen ungefähr 7 Prozent der Freilandflächen des deutschen Gemüsebaus, der Anteil an den Unterglasflächen beträgt ca. 6 Prozent. Der Produktionswert des hessischen Gemüsebaus betrug im Jahr 2008 rund 111 Millionen Euro, dies entspricht einem Anteil von 6 Prozent des auf Bundesebene erwirtschafteten Betrags.

Gemüse Deutschland Hessen

% Anteil

Kohlgemüse (Weißkohl, Blumenkohl, Rotkohl, etc.) 22.569 ha 1.222 ha 5,4%

Blattgemüse (Spinat, Kopfsalat, Feldsalat, etc.)

18.219 ha

641 ha 3,5%
Stängelgemüse (Spargel, Sellerie, etc.) 22.620 ha 221 ha 1%
Wurzel-/Knollgemüse (Karotten, Rote Bete, etc.) 17.915 ha 445 ha 2,5%
Fruchtgemüse (Gurken, Zucchini, etc.) 7.343 ha 510 ha 6,9%
Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, etc.) 10.588 ha 618 ha 5,8%
Sonstige (Zwiebeln, Porree, etc.) 16.852 ha 1.740 10,3%

Obstbau

In Hessen produzieren 301 Betriebe auf einer Fläche von 594 ha Baumobst. Die Anbaufläche des gesamten Obstbaus, einschließlich Beerenobst, beträgt 1.478 ha. Die Flächen des hessischen Obstbaus nehmen somit, gemessen an der Anbaufläche auf Bundesebene, einen Anteil von 2,3 Prozent ein. In der Agrarstatistik ergibt sich für den Produktionswert des hessischen Obstbaus im Jahr 2010 ein Volumen von ca. 15 Millionen Euro. Dies entspricht einem Anteil von 3,4 Prozent des auf Bundesebene erwirtschafteten Betrags.

Obst Deutschland Hessen %Anteil
Baumobst (Äpfel, Kirschen, Birnen, etc.) 46.965 ha 594 ha 1,3%
Beerenobst (Johannisbeeren, Himbeeren, etc.) 4.827 ha 146 ha 3%
Erdbeeren 13.488 ha 765 ha 5,5%

Zierpflanzenanbau

 In Hessen wurden im Jahr 2008 insgesamt 529 Betriebe mit Anbau von Zierpflanzen registriert. Davon produzieren 388 Betriebe auf 257 ha Anbaufläche im Freiland, zusätzliche 366 Betriebe kultivieren auf 91 ha Zierpflanzen unter Glas. Der hessische Zierpflanzenbau nimmt damit einen Flächenanteil von 5,2 Prozent im Freiland bzw. 4 Prozent an den Produktionsflächen unter Glas ein. Der Produktionswert des Zierpflanzenbaus in Hessen erreicht im Jahr 2008 rund 77 Millionen Euro. Dieser Wert entspricht 5,1 Prozent des Produktionswertes dieser Sparte auf Bundesebene.

Pflanze Deutschland* Hessen* %Anteil
Zimmerpflanzen - Jungepflanzen/Halbfertigware 
(Hortensien, Orchideen, etc.)
85.944 298 0,3%
Zimmerpflanzen - Fertigware (Chrysanthemen, blühende Zwiebelpflanzen, etc.) 179.515 3.699 2,1%
Beet- und Balkonpflanzen - Jungepflanzen/Halbfertigware 
(Calluna, Pelargonien, etc.) 
372.516 7.614 2,0%
Beet- und Balkonpflanzen - Fertigware (Petunia, Stauden, etc.) 1.165.232 27.136 2,3%

Schnittblumen Freiland (Rosen, Chysanthemen, etc.)

2.992 205 6,9%

Schnittblumen Unterglas (Rosen, Chysanthemen, etc.) 

398 10 2,5%

*Angaben in 1.000 Stück

Wichtiger Wirtschaftsfaktor

Der Gartenbau und die mit ihm verbundenen Wirtschaftsbranchen in Hessen erzielen einen Umsatz rund 5,3 Milliarden Euro und schaffen Arbeitsplätze für über 52.000 Beschäftigte. Zu diesem Ergebnis kommt die Gartenbaucluster-Studie, die das Hessische Landwirtschaftsministerium  beim Zentrum für Betriebswirtschaft im Gartenbau in Auftrag gegeben hatte. Die  Studie zeigt eindrucksvoll die Bedeutung des Gartenbauclusters für die hessische Wirtschaftskraft. Die Bruttowertschöpfung der Branche liegt bei 1,3 Milliarden Euro.

Die Clusterstudie betrachtet nicht nur die eigentlichen Wirtschaftsbereiche sondern berücksichtigt auch die ihr vor- und nachgegliederten Wirtschaftsbranchen wie Zulieferindustrie oder den Handel und Dienstleistungen sowie die Verarbeitungsindustrie.

Das Land Hessen unterstützt sowohl den Erwerbs- als auch den Freizeitgartenbau

Garten- und Obstbau leisten einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft: Sie versorgen die Bevölkerung mit Nahrungsmitteln. Das Land Hessen unterstützt sowohl den Erwerbs- als auch den Freizeitgartenbau durch eine Vielzahl von Beratungs- und Schulungsangeboten, damit auf Erzeugerebene durch umweltschonende und qualitätsorientierte Anbaubauverfahren hochwertige Nahrungsmittel produziert und die natürlichen Ressourcen möglichst geschont werden.

Darüberhinaus erhalten Unternehmen des  Garten- und Obstbaus  unter bestimmten Umständen Fördermittel aus dem Entwicklungsplan für den ländlichen Raum Hessen (EPLR).

Freitzeitgartenbau

Haus- und Kleingärten besitzen einen hohen sozialpolitischen Wert und leisten zur Erhaltung des öffentlichen Grüns insbesondere um Städte und Gemeinden einen wichtigen Beitrag.

Auch in Haus- und Kleingärten und im Streuobstbau werden erhebliche Mengen an Nahrungsmitteln produziert. Aus diesem Bereich des Nichterwerbsgartenbaues werden vielfältige Anforderungen an die Beratung und die Erwachsenenbildung formuliert. Informationen über die Anlage von Gärten, über umweltschonende Produktionsweisen, den Einsatz von Nützlingen, über robuste und widerstandsfähige Sorten zur Reduzierung des Einsatzes von Dünger- und Pflanzenschutzmitteln stehen hierbei im Vordergrund.

Dem ständig wachsenden Informationsbedürfnis im Nichterwerbs-Gartenbau wird das Land Hessen durch die Einrichtung der Gartenakademie Hessen mit einem umfangreichen Vortrags- und Lehrgangsangebot gerecht.