Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Förderung der Marktstrukturverbesserung

hmuelv-Wochenmarkt

Frisches Gemüse auf dem Wochenmarkt - © Jeanette Dietl / Fotolia.com
Frisches Gemüse auf dem Wochenmarkt
© Jeanette Dietl / Fotolia.com

Was wird gefördert?

Die Förderung mit Organisationsbeihilfen zielt darauf ab, die Gründung und das Tätigwerden von Erzeugerzusammenschlüssen zu unterstützen sowie deren Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern, um auf diese Weise zur Absatzsicherung oder zur Schaffung von Erlösvorteilen auf der Erzeugerebene beizutragen. Die Förderung leistet einen Beitrag dazu, die Erfassung, Verarbeitung und Vermarktung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen im Hinblick auf Art, Menge und Qualität des Angebotes an die Erfordernisse des Marktes anzupassen.

Die Förderung von Investitionen zur Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse ist darauf ausgerichtet, die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen der Verarbeitung und Vermarktung, Erzeugerzusammenschlüssen sowie von landwirtschaftlichen Unternehmen und Unternehmen der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse im Rahmen von Kooperationen und Operationellen Gruppen zu verbessern, um auf diese Weise zur Absatzsicherung oder zur Schaffung von Erlösvorteilen auf der Erzeugerebene beizutragen. Hierbei sollen Innovationspotenziale erschlossen werden.

Die Förderung soll darüber hinaus einen Beitrag zur Verbesserung der Effizienz des Ressourceneinsatzes – insbesondere von Wasser und Energie – leisten und damit die ressourcensparende Verarbeitung und Vermarktung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen entsprechend den Anforderungen des Marktes unterstützen.

Ziel der Förderung in Hessen ist die Stärkung der Verarbeitung und Vermarktung von Lebensmitteln mit höherer Qualität, die im Rahmen von anerkannten Lebensmittelqualitätsregelungen (in Hessen: Qualitätsmarke Geprüfte Qualität - Hessen), auf der Grundlage der EG-Öko-Verordnung, im Zusammenhang mit geschützten geographischen Angaben oder Ursprungsbezeichnungen erzeugt werden sowie Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete nach der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013.

Die Förderung zur Marktstrukturverbesserung umfasst folgende Bereiche:

  • Gründung und Tätigwerden von Zusammenschlüssen landwirtschaftlicher Erzeuger
  • Investitionen in die Verarbeitung und Vermarktung u.a. einschließlich Durchführbarkeitsstudien und Kosten der Vorplanung

Investitionen werden über den Entwicklungsplan für den ländlichen Raum (EPLR) 2014-2020 des Landes Hessen auf der Grundlage der ELER-Verordnung mit Beteiligung der EU gefördert. Die Gewährung von Organisationsbeihilfen erfolgt auf Grundlage der Fördergrundsätze des Rahmenplans der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK).

Wer wird gefördert?

  • Anerkannte Erzeugerzusammenschlüsse und  -organisationen und deren Vereinigungen.
  • Unternehmen der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse, deren Tätigkeit sich nicht gleichzeitig auf deren Produktion erstreckt.

Wie wird gefördert?

Investitionen, die der Erfassung, Lagerung, Kühlung, Sortierung, marktgerechten Aufbereitung, Verpackung, Etikettierung, Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse dienen. Architekten- und Ingenieurleistungen, Kosten für Beratung und Vorplanung.

Förderhöhe:  10 bis 35% der förderfähigen Kosten, je nach Art und Größe des Unternehmens und Vorhabens. In speziellen Einzelfällen sind auch höhere Fördersätze möglich.

Organisationskosten, die für die Gründung und das Tätigwerden von Erzeugergemeinschaften und Erzeugerzusammenschlüssen entstehen.
Die Zuschüsse können im 1. und 2. Förderjahr bis zu 60% der förderfähigen Ausgaben, im 3. Jahr 50%,  im 4. Jahr bis 40% und im 5. Jahr bis zu 20% betragen.

Wichtige Fördervoraussetzungen bei Investitionsvorhaben:

Antragsberechtigt sind Unternehmen,

  • die weniger als 750 Personen beschäftigen oder einen Jahresumsatz von weniger als 200 Mio. Euro erzielen.
  • wenn sie über einen Zeitraum von fünf Jahrenmindestens 40% ihrer Aufnahmekapazität für förderfähige Erzeugnisse durch Lieferverträge mit Erzeugerzusammenschlüssen oder einzelnen Erzeugern auslasten.

Wirtschaftlichkeit und betriebswirtschaftliche Rentabilität des Unternehmens müssen gesichert sein. Absatzmöglichkeiten sind nachzuweisen.