Förderangebote

Ausgleichszulage (AGZ)

hmuelv-hunsrueck

Grasende Schafe auf einer Wiese mit einem Baum, im Hintergrund der Niddaer Ortsteil Eichelsdorf - © Wolfgang Wagner
© Wolfgang Wagner

Was wird gefördert?

Die Ausgleichszulage für aus naturbedingten Gründen benachteiligte Gebiete (AGZ) ist ein Förderinstrument zum Erhalt der flächendeckenden Landwirtschaft auch in den sogenannten benachteiligten Gebieten und wurde aus dem Bergbauernprogramm der EWG entwickelt. Benachteiligte Gebiete weisen Grenzertragsstandorte auf, auf denen infolge erschwerter natürlicher Bedingungen die Tendenz zur Aufgabe der landwirtschaftlichen Produktion höher ist als in anderen Gebieten. Die Offenhaltung dieser landwirtschaftlichen Flächen trägt zum Erhalt einer vielgestaltigen und für Hessen typischen Kulturlandschaft bei. Damit sollen auch günstige Wirkungen für die biologische Vielfalt sowie für den Klima- und Umweltschutz erzielt werden.

Diese Standorte zeichnen sich beispielsweise durch Hangneigungen, besondere klimatische Voraussetzungen oder auch geringe Bodenqualitäten aus.
Die Ausgleichszulage (AGZ) wird als Kompensation ständiger natürlicher und wirtschaftlicher Nachteile der Landwirtschaft gewährt. Ziel der Förderung ist es, in benachteiligten Gebieten eine standortgerechte und möglichst flächendeckende Landbewirtschaftung zu sichern.

Wer wird gefördert?

Zuwendungsempfänger sind Betriebsinhaberinnen oder Betriebsinhaber bzw. Zusammenschlüsse von Betriebsinhabern nach den EU-Direktzahlungsvorschriften, die ihren Betriebssitz in Hessen haben und eine landwirtschaftliche Tätigkeit auf Flächen in benachteiligten Gebieten ausüben.

Neuabgrenzung der Kulisse

Grund der Neuabgrenzung ist ein Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofes von 2003, in welchem Ungleichheiten der Gebietskulissen zwischen den Mitgliedstaaten festgestellt wurden. Der EU-Rechnungshof forderte die Europäische Kommission (KOM) auf neue, EU-weit einheitliche Abgrenzungskriterien festzulegen. In der daraufhin 2013 beschlossenen EU-Verordnung wurden acht biophysikalische Kriterien festgelegt, die einheitlich EU-weit als Abgrenzungskriterien angewendet werden. Die neue Kulisse sowie die neuen Richtlinien finden in Hessen ab dem Jahr 2019 Anwendung.

Wie wird gefördert?

Eine Zahlung erfolgt ab einer förderfähigen Fläche von mindestens 3 ha je Zuwendungsempfänger.

Die Höhe der Zuwendung für die benachteiligten Gebiete ist gestaffelt nach der Höhe der Ertragsmesszahl (EMZ) und zusätzlich differenziert nach dem Anteil der Hauptfutterfläche (HFF) an den landwirtschaftlich genutzten Flächen (LF) des Betriebs. Die EMZ drückt die natürliche Ertragsfähigkeit einer bodengeschätzten Fläche aus. Die konkreten Beihilfehöhen sind in folgender Tabelle aufgeführt.

EMZ im Betrieb

Anteil der förderfähigen HFF an der im benachteiligten Gebiete liegenden LF des Betriebs

 

< 50 %

>= 50 %

< 25

60 € bis 90 € / ha

120 € bis 180 € / ha

25 bis < 30

30 € bis 60 € / ha

90 € bis 120 € / ha

>= 30

30 € / ha (nur HFF)

40 € bis 90 € / ha (nur HFF)

Ist die EMZ >= 30, so erhält dieser Betrieb nur Zuwendungen für die Hauptfutterflächen.

 

Für ehemalige benachteiligte Gebiete, die in Folge der Neuabgrenzung ab 2019 nicht mehr benachteiligt sind (Phasing-Out-Gebiete), können für das Jahr 2019 Übergangszahlungen in Höhe von 25 Euro/ha bis zu 49 Euro/ha und für das Jahr 2020 in Höhe von 25 Euro/ha gewährt werden.

Bis zu einer Betriebsgröße von 100 ha förderfähiger Fläche beträgt die Zahlung 100 %, ab 100 bis 250 ha 80 % und ab 250 bis 500 ha 60 % der errechneten Ausgleichszulage. Bei den über 500 ha je Betrieb hinausgehenden AGZ-Flächen erfolgt keine Förderung.

An wen wende ich mich für Beratung und Antragsstellung?

An die regional zuständigen Landratsämter.

Schließen