Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Landwirtschaft in Hessen

EU-Fördersystematik

Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) gehört seit Beginn der Einigung Europas zu den wichtigsten Aufgabenfeldern europäischer Politik. Sie ruht auf zwei Säulen.

Die erste Säule umfasst die EU-Direktzahlungen an die landwirtschaftlichen Betriebe

Die Direktzahlungen an Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) werden zu 100 % aus dem EU-Agrarhaushalt, dem Europäischen Garantiefonds für die Landwirtschaft (EGFL), finanziert und sind nach wie vor das finanziell bedeutendste Instrument der EU-Agrarförderung. Damit sollen ein Ausgleich für die stark schwankenden Preise der landwirtschaftlichen Produkte ermöglicht und für die Gesellschaft erbrachte Leistungen der Landwirtschaft entgolten werden.

Seit 2015 gilt ein neues System flächenbezogener, weiterhin von der Produktion entkoppelter Direktzahlungen, das die bisherige Betriebsprämienregelung ablöst. Neu ist die Bindung der Zahlungen an Bewirtschaftungsmethoden, die dem Klima- und Umweltschutz dienen – das Greening. Für die Direktzahlungen können in Hessen bis 2020 voraussichtlich bis zu 1,3 Mrd. Euro ausgezahlt werden.

Aus der ersten Säule werden darüber hinaus weiterhin für bestimmte Sektoren Maßnahmen zur Stabilisierung der Märkte finanziert (z. B. für Obst und Gemüse, Wein, Bienenzuchterzeugnisse, Schulmilch).

Über die zweite Säule werden alle Maßnahmen zur Entwicklung des ländlichen Raums gefördert

Die Umsetzung in der laufenden Förderperiode 2014-2020 erfolgt in Hessen über den Entwicklungsplan für den ländlichen Raum. Der EPLR 2014-2020 setzt die Förderung der Europäischen Union mit einem Bündel unterschiedlicher Maßnahmen in Hessen um, die mit dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des Ländlichen Raums (ELER) gewährt wird.

Das Programm ist damit ein Kernstück hessischer Förderpolitik für die ländlichen Räume insgesamt, für die Land- und Forstwirtschaft und für die Bewahrung der natürlichen Vielfalt in Hessen. Die Landesregierung fördert dabei die Entwicklung hin zu einer nachhaltigen, bäuerlichen und gentechnikfreien Landwirtschaft, die zum Erhalt und zur Entwicklung lebenswerter ländlicher Räume beiträgt. Unter anderem werden mit dem EPLR tier- und artgerechte Haltungsformen, besonders umweltverträgliche Anbauverfahren sowie der Erhalt der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft durch vielfältige Förderungen unterstützt. Ein weiterer Schwerpunkt, der in der neuen Förderperiode zusätzliche Wertschätzung und finanzielle Ausstattung erfährt, ist die ländliche Entwicklung, unter anderem durch lokale und regionale Vorhaben für Lebensqualität in den ländlichen Kommunen, mit der Förderung für die Dorfentwicklung, mit dem Ausbau von schnellem Internet im ländlichen Raum und der Förderoption von bis zu 24 neuen LEADER-Regionen.

Das Programmvolumen wird in der Förderperiode bis 2020 einschließlich der Umschichtungsmittel aus der 1. Säule der Gemeinsamen Agrarpolitik (Direktzahlungen an Inhaber landwirtschaftlicher Betriebe) rund 637 Millionen Euro öffentliche Mittel umfassen, die sich aus Landes-, Bundes-, EU-Mitteln sowie kommunalen Beiträgen zusammensetzen. Hinzu kommen die im Rahmen verschiedener privater Investitionsmaßnahmen erforderlichen Eigenanteile. Insgesamt wird in der Förderperiode 2014-2020 von einem Programmvolumen des EPLR in Höhe von rund 1 Milliarde Euro (öffentliche und private Mittel) ausgegangen.

Schwerpunkte des EPLR Hessen 2014-2020

Der EPLR 2014-2020 greift alle sechs ELER-Prioritäten auf, die durch die Europäischen Union zur Förderung angeboten werden:

  • Förderung von Wissenstransfer und Innovation in der Land- und Forstwirtschaft und den ländlichen Gebieten
  • Förderung der Wettbewerbsfähigkeit aller Arten von Landwirtschaft und des Generationswechsels in den landwirtschaftlichen Betrieben
  • Förderung der Organisation der Nahrungsmittelkette und des Risikomanagements in der Landwirtschaft
  • Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung von Ökosystemen, die von der Land- und Forstwirtschaft abhängig sind
  • Förderung der Ressourceneffizienz und Unterstützung des Agrar-, Ernährungs- und Forstsektors beim Übergang zu einer kohlenstoffarmen und klimaresistenten Wirtschaft
  • Förderung der sozialen Eingliederung, der Bekämpfung der Armut und der Wirtschaftlichen Entwicklung in den ländlichen Gebieten.

Darüber hinaus fördert das Land Hessen weitere Maßnahmen, die ausschließlich mit nationalen Mitteln (Bund/Land, Land) finanziert werden.