Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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Agrarpolitik

Unterstützungsmöglichkeiten für landwirtschaftliche Betriebe in Hessen

Liebe Landwirtinnen und Landwirte,

ich weiß, dass Sie als Milch- und Fleischproduzenten derzeit eine sehr schwierige Zeit durchmachen. Ich befürchte sogar, dass manche Betriebe in Hessen in ihrer Existenz derart bedroht sind, dass ein wirtschaftliches Überleben ungewiss erscheint. Ich möchte Ihnen versichern, dass es das erklärte Ziel von mir und der gesamten Hessischen Landesregierung ist, so vielen Betrieben wie möglich eben dieses Überleben zu sichern. Denn jeder einzelne Betrieb in Hessen, leistet einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der bäuerlichen Landwirtschaft, der traditionellen Kulturlandschaften und trägt damit zum Erhalt des ländlichen Raums als attraktiven Lebensraum in Hessen bei. Um die gegenwärtige Krise so unbeschadet wie irgend möglich zu überstehen, bietet das Land seine Unterstützung an. Diese reicht von Bürgschaften und kurzfristigen Liquiditätshilfen, Umstellungsförderung bis hin zur individuellen Betriebsberatung. Die Landesregierung hat zudem beschlossen, die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete, die Sie sicherlich alle als AGZ kennen, in diesem Jahr um 5 Millionen Euro aufzustocken. Damit wir Ihnen damit auch kurzfristig helfen können, wird diese Summe auch bereits Ende Juli an die betreffenden Betriebe ausbezahlt. Dies wird die Marktkrise sicherlich nicht beheben, dürfte vielen Betrieben für den akuten Finanzbedarf weiterhelfen.
Auf dieser Internetseite haben wir Ihnen eine Übersicht bestehender Angebote zusammengestellt, damit Sie schnell und ohne lange Suche die richtigen Maßnahmen und Ansprechpersonen finden. Seien Sie sicher, dass ich weiterhin auf allen Ebenen dafür eintreten werde, die unhaltbare Preispolitik bei Milch und Fleisch zu beenden, damit die Existenz der landwirtschaftlichen Betriebe in Hessen und damit Ihre persönliche Zukunft gesichert wird.

Ihre
Priska Hinz

Unterstützungsmöglichkeiten im Überblick

Sozioökonomische Beratung des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH)

Mit der Bereitstellung eines umfassenden Beratungsangebotes durch den Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) unterstützt die hessische Landesregierung die landwirtschaftlichen Betriebe in Hessen. Ziel der Beratung ist es, die Betriebsleitungen und Fachkräfte bei der Bewältigung der aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen zu unterstützen, zu denen auch Krisensituationen gehören, wie sie derzeit die Milchwirtschaft erlebt. Diese Beratung ist praxisnah, objektiv, neutral und von Interessen Dritter unabhängig. Sie wendet sich an alle hessischen Landwirte und Gärtner, dabei werden Haupterwerbsbetriebe und Nebenerwerbsbetriebe sowie alle Bewirtschaftungsformen gleichermaßen beraten.  In wirtschaftlichen Krisensituationen besonders gefragt, ist die sozio-ökonomische Beratung, die das Beratungsteam Ökonomie und Verfahrenstechnik anbietet. Dieses Beratungsangebot ist für die ratsuchenden Betriebe kostenfrei. Die erfahrenen Beratungskräfte analysieren die finanzielle Situation des Betriebes und geben konkrete Hilfestellungen zur Konsolidierung des Betriebes, auch bei der Suche nach alternativen Betriebszweigen und Einkommensmöglichkeiten oder beim Übergang in den Nebenerwerb, oder, falls erforderlich, bei der Betriebsaufgabe. Sie begleiten die Betriebsleitung auch bei Verhandlungen mit Geschäftspartnern, Banken und Behörden und sie erarbeiten gemeinsam mit der Betriebsleiterfamilie nachhaltige Lösungsansätze zur Einkommens- und Vermögenssicherung. Die sozio-ökonomische Beratung ist eingebunden in das gesamte Bildungs- und Beratungsangebot des LLH, sodass im Bedarfsfalle weitere Spezialisten des LLH hinzugezogen werden können, z.B. aus den Beratungsteams „Tierhaltung“ oder „Pflanzenbau“. Weitere Informationen

Landwirtschaftliche Familienberatung

Die Familienberatung wird durch die LFB (Familie&Betrieb – Ländliche Familienberatung) mit Sitz in Schwalmstadt (Elisabeth-Seitz-Strasse 16, 34 613 Schwalmstadt, Tel. 06691-23008, e-Mail: lfb.lka@ekkw.de, www.landwirtschaftliche-familienberatung.de) durchgeführt. Die ca. 60 Beraterinnen und Berater der LFB sind ehrenamtlich tätig. Sie werden in einer  zweijähri­gen Ausbildung in Gesprächsführung geschult und nehmen an regelmäßigen Fortbildungen und Supervision teil. Einige Mitarbeitende haben eine mehrjährige Seel­sorge- oder Telefonseel­sorgeausbildung. Jährlich nehmen Menschen aus ca. 100 Familien die Beratung in Anspruch. Die LFB arbeitet eng mit der Beratung des LLH zusammen. Diese Zusammenarbeit ist die Voraussetzung dafür, dass die beratenen Familien umfassend in allen familiären, finanziellen und betrieblichen Fragen unterstützt werden. Mit ihrer Arbeit leistet die LFB einen wesentlichen Beitrag dazu, landwirtschaftliche Familien in existenz­gefährdenden Situationen zu begleiten, sie trägt damit zur Sicherung der Betriebe im ländlichen Raum bei.

Das Land Hessen unterstützt die Arbeit der Familienberatung, in dem es für die Aus- und Fortbildung der ehrenamtlichen Beratungskräfte die Infrastruktur und Dozenten und Dozen­tin­nen des Bildungsseminars Rauischholzhausen bereitstellt. Außerdem wirken Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LLH in den Gremien und bei konzeptionellen Arbeiten der LFB mit. In der alltäglichen Beratung arbeiten LLH und LFB eng und konstruktiv zusammen. Weitere Informationen unter: www.landwirtschaftliche-familienberatung.de/

Förderangebote der Landwirtschaftlichen Rentenbank

Antragsberechtigt für das Rentenbank-Programm „Liquiditätssicherung“ sind Futterbau- sowie Veredelungsbetriebe, die beispielsweise für notwendige Grundfutterzukäufe, Liquiditätsbedarf haben. Es werden Ratendarlehen mit einer Laufzeit von 4, 6 oder 10 Jahren angeboten. Alle Varianten sind mit einem tilgungsfreien Jahr ausgestattet. Erstmals ist auch eine Sollzinsbindung bis 10 Jahre möglich. Die Betriebe müssen deutliche Ergebnisrückgänge gegenüber der Hausbank nachweisen, also mindestens 30 % im jeweils betroffenen Betriebszweig. Das Programm gilt seit dem 01.07.2015 und ist befristet bis zum 30.06.2021. Weitere Informationen

Bürgschaftsprogramm der Bürgschaftsbank Hessen GmbH

Seit Oktober 2015 können auch für landwirtschaftliche Betriebe durch die bereits seit langem bestehende Bürgschaftsbank Hessen GmbH Ausfallbürgschaften für Kredite an kleine und mittlere Unternehmen übernommen werden, sofern bankübliche Sicherheiten nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung stehen.
Verbürgt werden Investitions- und Betriebsmittelkredite, die der Finanzierung eines wirtschaftlich sinnvollen und vertretbaren Vorhabens dienen. Im landwirtschaftlichen Bereich sind das derzeit insbesondere Nachfolgen und Übernahmen, Existenzgründungen, Erwerb von Flächen und Gesellschaftsanteilen, Aus- und Umbauten, Modernisierungs- und Rationalisierungsmaßnahmen, Anlauf- und Markteinführungskosten für neue Geschäftsfelder, Kooperationen, Marketingmaßnahmen und Qualifizierungen. Im Rahmen des Programms COSME (Programm für Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und für KMU) werden mit Unterstützung des Europäischen Investitionsfonds (EIF) Existenzgründer (bis 500.000 Euro Kreditbetrag) und bestehende Betriebe (bis 1 Mio. Euro Kreditbetrag) gefördert. Die Darlehen werden von der Landwirtschaftlichen Rentenbank refinanziert. Die Bürgschaftsquote beträgt 60 %. Weitere Informationen sind unter www.agrar-buergschaft.de veröffentlicht.

Ökoaktionsplan, Förderprogramm zur Umsetzung von Maßnahmen aus dem Hessischen Ökoaktionsplan und Aktionsgemeinschaft „ECHT HESSISCH ! regional | ökologisch | gut„

Hessen hat im Juli 2014 den Ökoaktionsplan vorgestellt. Mit einem ganzen Maßnahmenbündel sollen u.a. Vertriebs-, Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen gestärkt werden. Ziel ist es dabei, den Anteil von hessischen Bioprodukten im heimischen Markt deutlich zu steigern. Die im Ökoaktionsplan dargelegten Fördermöglichkeiten, die in weiten Teilen auch alle konventionellen landwirtschaftlichen Betriebe in Hessen ansprechen, - sollen den Marktanteil bei regional und ökologisch erzeugten Lebensmitteln erhöhen, damit sie nicht an den Import verloren gehen. Im November 2015 wurde eigens ein Förderprogramm zur Umsetzung von Maßnahmen aus dem Hessischen Ökoaktionsplan aufgelegt.

Hilfestellungen für den Aufbau neuer Wertschöpfungsketten und Unterstützung bei der Erschließung neuer Vertriebswege für die Direktvermarkter bietet zudem die Aktionsgemeinschaft „ECHT HESSISCH ! regional | ökologisch | gut“ an. Ansprechpartner und weitere Infos unter  www.echt-hessisch.info

Weitere Förder- und Unterstützungsangebote für hessische Landwirte

Zur Schaffung zusätzlicher Einkommensquellen aus nichtlandwirtschaftlicher Tätigkeit (Diversifizierung)

Zum Aufbau und zur Stärkung ökologischer sowie regionaler Verarbeitungs- und Vermarktungsstrukturen:

Ökoaktionsplan Hessen
Aktionsgemeinschaft „Echt Hessisch“

Zur Stärkung der Zukunftsfähigkeit der hessischen Landwirtschaft durch Innovation und Zusammenarbeit          

Unabhängig von einer Förderung bieten folgende Beratungsstellen bei Neuausrichtungen Unterstützung:

  1. Beratung Diversifizierung  

Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), Beratungsteam „Erwerbskombinationen“, Ansprechpartner/innen unter: https://www.llh.hessen.de/urlaub-auf-dem-bauernhof-baeuerliche-gastronomie/

  1. Ökologischer Landbau / Ökoaktionsplan 
    Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH), Beratungsteam „Ökologischer Landbau“, Ansprechpartner/innen unter: https://www.llh.hessen.de/oekologischer-landbau/ansprechpartner.html
  1. Regionale Verarbeitung und Vermarktung, Aktionsgemeinschaft „Echt Hessisch“
    Ansprechpartner/innen unter: www.echt-hessisch.info
  1. Beratung Innovation und Zusammenarbeit

Hessischer Innovationsdienstleister (IDL), Institut für Ländliche Strukturforschung (IFLS), Frankfurt am Main, Ansprechpartner/innen unter: www.ifls.de/eip.html