Hessische Klimaschutzpolitik

Treibhausgas-Emissionen

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Rauchende Schornsteine
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Treibhausgasbilanz 2017 und CO2-Bericht 2018

Die hessische Treibhausgasbilanz dokumentiert die Entwicklung der klimarelevanten Emissionen im Land Hessen. Sie wird durch das Hessische Statistische Landesamt (HSL) erstellt und umfasst die Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Methan und Lachgas, die über 98 % der gesamten Treibhausgasemissionen ausmachen. Aktuell liegen für diese Treibhausgase die Emissionsdaten für das Jahr 2017 vor. Die CO2-Emissionen werden auch separat im CO2-Bericht veröffentlicht. Die Daten hierfür liegen bereits ein halbes Jahr vor den Zahlen der Treibhausgasbilanz vor.

Da sich die Hessischen Klimaschutzziele nicht nur auf CO2 sondern weitere Treibhausgase beziehen, lassen sich aus dem CO2-Bericht 2018 keine unmittelbaren Rückschlüsse auf die Zielerreichung ziehen.

Die wichtigsten Ergebnisse des CO2-Berichts 2018:

  • In Hessen wurden im Jahr 2018 34,7 Millionen t CO2 emittiert. Das sind 1,9 Millionen t CO2 bzw. 5,4 % weniger als im Vorjahr. Zum Vergleich: 1,9 Millionen t CO2-Emissionen entstehen im deutschen Durchschnitt auch, wenn 1,15 Millionen Vier-Personen-Haushalte ein Jahr ihre Heizung betreiben und sie entsprechen den Emissionen von 565.476 PKW pro Jahr (dt. Durchschnitt mit 15.000 km/Jahr und Verbrauch von 8,3 l / 100 km).
  • Der CO2-Ausstoß lag 2018 insgesamt um 8,9 Millionen Tonnen bzw. 20,5 % unter dem des Basisjahres 1990.
  • Die deutlichste CO2-Reduzierung gegenüber 2017 fand im Sektor „Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen“ statt. Hier wurde aufgrund der milden Witterung 2018 weniger Heizöl und Erdgas zu Heizzwecken eingesetzt. Laut einer Messstation des Deutschen Wetterdienstes am Frankfurter Flughafen gab es 2018 insgesamt 210 Heiztage, 2017 waren es 246, im langjährigen Mittel (50 Jahre bis 2018) waren es 249.
  • Auch der Energie- und der Verkehrssektor konnte den energiebedingten CO2-Ausstoß im Vergleich zum Vorjahr reduzieren. In den hessischen Kraftwerken wurde weniger Steinkohle zur Energieerzeugung eingesetzt und im Verkehrssektor nahm der Verbrauch von Kraftstoffen ab.
  • Der CO2-Ausstoß der hessischen Industrie bewegte sich 2018 auf einem ähnlichen Niveau wie in den Vorjahren.

Die wichtigsten Ergebnisse der Treibhausgasbilanz 2017:

In Hessen wurden 2017 40,8 Millionen t CO2-Äquivalente emittiert.

  • Hierbei machte Kohlendioxid 91,0 % des erfassten Emissionsgeschehens aus (37,1 Mio. t CO2), auf Methan entfielen 5,3 % und auf Lachgas 3,7 % der CO2-Äquivalente.
  • Die Emissionen der Treibhausgase gingen insgesamt seit 1990 um rund 19,8 % zurück: Der Rückgang betrug bei Kohlendioxid 14,9 %, bei Methan 61,8 % und bei Lachgas 4,0 %.
  • Die Treibhausgasemissionen im Jahr 2017 haben sich gegenüber dem Vorjahr von 41,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente um 628.000 t CO2-Äquivalente auf 40,8 Millionen t CO2-Äquivalente verringert. Die Reduzierung entspricht den Emissionen des Stromverbrauchs von 826.316 Vier-Personen-Haushalten eines Jahres oder den jährlichen Emissionen von rund 187.000 PKW.
  • Der größte Anteil der energiebedingten CO2-Emissionen in Hessen entfällt mit 40,2 % auf den Verkehr. Den zweitgrößten Anteil an den Treibhausgasemissionen Hessens hat der Sektor Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistung mit 31,8 %. Der Energiesektor macht 19,7 % der Emissionen aus. Und in den Sektor Industrie fallen 8,3 % der energiebedingten CO2-Emissionen in Hessen.

Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen:

Um die Emissionen weiter zu reduzieren und die Klimaschutzziele des Landes zu erreichen, hat die Landesregierung im März 2017 den Integrierten Klimaschutzplan Hessen 2025 beschlossen. Dieser enthält 140 Maßnahmen für Klimaschutz und Klimaanpassung. Im Klimaschutzplan sind Maßnahmen für alle Sektoren enthalten, die für die Treibhausgasemissionen Hessens verantwortlich sind. Weitere Vorhaben wurden mit dem aktuellem Koalitionsvertrag beschlossen.

Im Verkehrsbereich wird der ÖPNV und die Förderung des Rad- und Fußverkehrs ausgebaut, z.B. in Form von Radschnellverbindungen. Ein hessisches Güterverkehrskonzept, Angebote für klimafreundliche Mobilität auf dem Land und die verkehrsreduzierende Stadt- und Regionalberatung werden vorangetrieben. Privatpersonen werden bald einen Zuschuss für den Kauf eines Lastenrads erhalten. Kommunen erhalten bereits jetzt eine Förderung für alle Arten von Radverleihsystemen.

Rund um die Gebäudesanierung gibt es Förderprogramme für Kommunen, aufsuchende Energieberatung und eine Zielvereinbarung mit den hessischen Wohnungsbauunternehmen für ein klimaneutrales Hessen 2050. Die Landesregierung unterstützt Kommunen außerdem bei der Entwicklung von Plus-Energie-Siedlungen und bei der energetischen Sanierung ihrer eigenen Gebäude. Über die Klima-Richtlinie können Kommunen ihre Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen umsetzen. Klima-Kommunen erhalten Fördersätze von 90 %.

Im Energiesektor arbeitet die Landesregierung daran, den Kohleausstieg auf Bundesebene und den Brennstoffwechsel mit Kraftwerksbetreibern weiter voranzutreiben. Auch die Wärmewende wird verfolgt: durch die Erstellung eines landesweiten Wärmekatasters und Workshops für Netzbetreiber mit dem Ziel, die Wärmeversorgung von fossilen auf erneuerbare Energieträger umzustellen. Auch mit der Industrie arbeitet die Landesregierung an Maßnahmen für energieeffiziente Rechenzentren, für die Lastflexibilisierung und die Einrichtung von Energieeffizienznetzwerken.

Forst- und Landwirtschaft sind stark vom Klimawandel betroffen, können aber auch zur Reduktion von Treibhausgasemissionen beitragen: Mit dem Ausbau des Ökolandbaus, gefördert vom Land, und klimafreundlichen Anbauweisen, zu denen der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen landwirtschaftliche Betriebe berät. Auch die Agrophotovoltaik und der Schutz von 60 hessischen Niedermooren werden zukünftig gefördert. Im Forstbereich werden Klimarisikokarten Forst entwickelt, die Waldbesitzer/-innen dabei helfen, Baumarten für ihre Waldstandorte auszuwählen, die dem Klimawandel besser standhalten. Nachhaltige Forstwirtschaft wird gefördert und das Land arbeitet daran, dass es mehr langlebige Holzprodukte gibt. Damit wird das im Holz gespeicherte CO2 auf lange Zeit gebunden.

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