Hessische Klimaschutzpolitik

Treibhausgas-Emissionen

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Rauchende Schornsteine
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Treibhausgasbilanz

Die hessische Treibhausgasbilanz dokumentiert die Entwicklung der klimarelevanten Emissionen im Land Hessen. Sie wird erstellt durch das Hessische Statistische Landesamt (HSL) im Auftrag des Hessischen Umweltministeriums und umfasst die Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Methan und Lachgas, die den bedeutendsten Anteil der gesamten Treibhausgasemissionen darstellen. In Deutschland sind diese drei Gase für rund 98,3 % der klimawirksamen Emissionen verantwortlich, in Hessen ist von einem ähnlich hohen Emissionsanteil auszugehen.

Aktuell liegen die Emissionsdaten für das Jahr 2016 vor.

Die wichtigsten Ergebnisse für 2016 sind:

  • In Hessen wurden 41,3 Millionen t CO2-Äquivalente emittiert.
  • Hierbei machte Kohlendioxid 91,0 % des erfassten Emissionsgeschehens aus, auf Methan entfielen 5,2 % und auf Lachgas 3,8 % der CO2-Äquivalente.
  • Die Emissionen der Treibhausgase gingen insgesamt seit 1990 um rund 18,8% zurück: Der Rückgang betrug bei Kohlendioxid 13,9 %, bei Methan 61,7% und bei Lachgas 2,5 %.
  • Während im Jahr 2016 41,3 Millionen t CO2-Äquivalente emittiert wurden, waren es im Jahr zuvor 40,1 Millionen Tonnen. Der Anstieg der Emissionen in den Jahren 2015 und 2016 ist vor allem auf die vollumfängliche Wiederinbetriebnahme des Blocks 5 des Kraftwerk Staudingers zurückzuführen. Im Vergleich zu 2015 stiegen die CO2-Emissionen des Energiesektors 2016 erneut um 8,7 % und bewegen sich damit wieder in der gleichen Größenordnung wie im Jahr 2013, bevor die Reparaturmaßnahmen im Kraftwerk Staudinger begannen.

Um die Emissionen weiter zu reduzieren und die Klimaschutzziele des Landes zu erreichen, hat die Landesregierung im März 2017 den Integrierten Klimaschutzplan Hessen 2025 beschlossen. Dieser enthält unter vielen anderen auch Maßnahmen, um den Kohleausstieg auf Bundesebene zu unterstützen und das Thema Brennstoffwechsel mit Kraftwerksbetreibern zu erörtern.

Werden die energiebedingten Kohlendioxidemissionen auf die Anzahl der Einwohnerinnen und Einwohner bzw. das Bruttoinlandsprodukt in Hessen bezogen, lässt sich Folgendes festhalten:

  • Beide spezifischen Emissionswerte haben in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich abgenommen.
  • Die hessischen Pro-Kopf-Emissionen der energiebedingten CO2-Emissionen waren im Jahr 2016 um 34,9 % niedriger als auf Bundesebene.
  • Das Bruttoinlandsprodukt wurde 2016 in Hessen im Vergleich zu Deutschland mit einem um 42,8 % niedrigeren CO2-Ausstoß erwirtschaftet.

Sektorale Emissionen in 2016

Unterteilt nach Sektoren, entfiel 2016 der größte Anteil der energiebedingten CO2-Emissionen in Hessen mit
38 % auf den Verkehr. Den zweitgrößten Anteil hat kurz dahinter der Sektor Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistung mit 32,3 %. An dritter und vierter Stelle stehen mit 21,9 % die Energieerzeugung/-umwandlung und zuletzt die Industrie, 7,8 %.

Zum Vergleich: 1990 lag der Anteil der Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistung noch bei 35,9%, erst danach folgte der Verkehr mit 33,8%. Zuletzt entfielen 1990 16,1% auf die Energieerzeugung/-umwandlung und 14,2% auf die Industrie.

Die Reduktion der Emissionen im Verkehrssektor ist eine Herausforderung, der Hessen auch mit dem Integrierten Klimaschutzplan Hessen 2025 begegnen möchte. Der Ausbau des ÖPNV und die Förderung des Rad- und Fußverkehrs sollen zu einer Senkung der Emissionen im Verkehrssektor beitragen.

Methodik

Allgemein betrachtet gibt es zwei Möglichkeiten der Berichterstattung: Quellenbilanz und Verursacherbilanz. Hessen verwendet die Quellenbilanz, wie es auch der Berichterstattung des Kyoto-Protokolls entspricht.

Bei der Quellenbilanz werden diejenigen Bereiche berücksichtigt, in denen ein Umwandlungseinsatz oder Energieverbrauch stattfindet. Dies geschieht z.B. bei der Energieerzeugung/ -umwandlung, in der Industrie, im Verkehr, in Haushalten, im Gewerbe oder im Handel. Nicht mit einbezogen werden jedoch Emissionen, die bei der Erzeugung von Strom in anderen Bundesländern oder im Ausland entstehen und welcher anschließend nach Hessen importiert wird.

Die Methodik ist abgestimmt unter den Ländern und mit der Bilanzierung auf Bundesebene und somit methodisch auf dem Stand der Forschung.

Die zweite Variante der Berichterstattung ist die Verursacherbilanz. Hier werden die Emissionen auf den Endenergieverbrauch eines Landes bezogen. Emissionen, die bei der Umwandlung entstehen, werden dann den verursachenden Endverbrauchersektoren zugeordnet. Die Verursacherbilanz wird zur Information in der Treibhausgasbilanz Hessen ebenfalls ausgewiesen. 

CO2-Bericht 2017

Neben der Treibhausgasbilanzierung wird auch jährlich ein CO2-Bericht veröffentlicht. Dieser betrachtet im Gegensatz zur Treibhausgasbilanz nur das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2). Die Daten hierfür liegen bereits ein halbes Jahr vor den Zahlen der Treibhausgasbilanz vor.

Aktuell liegen mit dem CO2-Bericht 2017 die vorläufigen CO2-Emissionen für 2017 und die endgültigen Daten für 2016 vor. Auch der CO2-Bericht zeigt die Emissionen anhand der Quellenbilanz auf, weist aber nachrichtlich auch die Verursacherbilanz aus.

Die wichtigsten Ergebnisse für 2017 sind:

  • In Hessen wurden 37,1 Millionen t CO2 emittiert.
  • Das sind 557.000 t CO2 weniger als im Vorjahr. Diese Entwicklung basiert hauptsächlich auf gesunkenen Emissionen im Energiesektor, aufgrund einer geringen Energieerzeugung aus Steinkohle. Die CO2-Emissionen aus dem Verbrauch von Mineralölen im Verkehrssektor nahmen dagegen leicht zu. 
  • Der CO2-Ausstoß lag 2017 insgesamt um 6,5 Millionen Tonnen bzw. 14,9 % unter dem des Basisjahres 1990.

 

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