Landwirtschaft

Dürrehilfe Hessen

Hessen beteiligt sich an dem Hilfsprogramm zur Milderung von wirtschaftlichen Schäden, die durch die Dürre 2018 entstanden sind. Insgesamt stehen dafür 17,8 Millionen Euro zur Verfügung, die jeweils zur Hälfte von Bund und Land finanziert werden. Anträge können vom 29. Oktober bis zum 23. November 2018 beim jeweils zuständigen Landkreis gestellt werden.

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Dürre in der Landwirtschaft
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Hilfeberechtigt sind nur Betriebe, die durch die Dürre in Existenznot geraten sind und die Verluste nicht aus eigener Kraft ausgleichen können. Die in der Bund-Länder-Vereinbarung festgelegten Eckpunkte der Dürrehilfe verlangen umfangreiche Nachweise und Erklärungen von den Antrag stellenden Landwirten. Deshalb werden seit dem 24. Oktober 2018 mehrere regionale Informationsveranstaltungen angeboten, um das Verfahren zu erläutern und die Fragen der Landwirte zu beantworten. Datum, Uhrzeit und Ort der Veranstaltungen erfahren Sie über die Landkreise.
 

Kontaktdaten der Landkreise

Zuständige Stellen bei den Landkreisen für das Dürrehilfsprogramm

PDF icon Zuständige Stellen bei den Landkreisen für das Dürrehilfsprogramm (PDF / 76 KB)

Weitergehende Informationen und Beratung

Weitergehende Informationen und Beratung können Sie auch vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) erhalten.

Welche Kriterien sind zu erfüllen, um Dürrehilfe erhalten zu können?

Kriterium 1: Naturalschaden größer 30%

Der Naturalertrag auf Acker und Grünland muss in diesem Jahr im Betriebsdurchschnitt um mehr als 30% geringer sein als im Schnitt der letzten drei Jahre. Es genügt also nicht, dass es aufgrund der Dürre bei einer Frucht (z.B. Wintergerste) zu einer katastrophalen Ernte gekommen ist, wenn andererseits z.B. die Maissilage nur wenig schlechter als sonst ausgefallen sein sollte. Die Ermittlung der Ertragsminderungen soll nach Möglichkeit auf konkret ermittelten Betriebsdaten und Wiegungen basieren. Dies ist für viele Ackerfrüchte wie z.B. Getreide und Kartoffeln möglich (Ackerschlagkartei), für den Futterbau (Mais- und Grassilage) sowie die Weidenutzung jedoch auf vielen Betrieben nicht. Hilfsweise kann auf plausibilisierte Schätzwerte zurückgegriffen werden.

Kriterium 2: Die Prosperitätsgrenze 120.000 €

Die Prosperitätsgrenze (als Maßstab für das Gesamteinkommen und die Bedürftigkeit der Unternehmerfamilie) errechnet sich als die Summe der positiven Einkünfte im Einkommensteuerbescheid. Negativeinkünfte bleiben hier also unberücksichtigt. Eheleute, deren Summe der positiven Einkünfte über 120.000 € liegen (bei Alleinstehenden: 90.000 €), sind nicht antragsberechtigt. Es wird davon ausgegangen, dass sie bei Überschreiten der Prosperitätsgrenze die wirtschaftlichen Folgen der Dürre selbst tragen können. Es gelten die Verhältnisse zum Zeitpunkt der Antragstellung, sofern diese glaubhaft belegt werden können. Ansonsten ist die Summe der positiven Einkünfte anhand des letzten aktuellen Einkommensteuerbescheids nachzuweisen.

Kriterium 3: kein hohes außerlandwirtschaftliches Gewerbeeinkommen

Einkünfte aus gewerblichen nichtlandwirtschaftlichen Betriebszweigen (z. B. Beteiligungen an Photovoltaik-, Windkraft- oder Biogasanlagen) dürfen nicht mehr als 35 % der gesamten Einkünfte ausmachen. Anderenfalls ist das Unternehmen nicht hilfeberechtigt.

Kriterium 4: kein hohes kurzfristig verfügbares Privatvermögen

Das anrechenbare Privatvermögen muss nach Abzug eines Freibetrags zuerst zur Schadensregulierung herangezogen werden. Dazu zählen in erster Linie Barvermögen, Guthaben auf Girokonten, Festgeld/Termineinlagen und Forderungen. Es können fallweise aber auch weitere Vermögenswerte herangezogen werden. Stichtag ist der 30. Juni 2018. Alle Angaben sind durch Bankauskünfte zu belegen.

Kriterium 5:  existenzgefährdeter Betrieb

Dieses Kriterium bezieht sich auf die Kennziffer „Cash flow III“, die aus den Buchführungsabschlüssen ermittelt werden kann. Sie stellt die Finanzkraft des Unternehmens dar, die sich aus dem bereinigten Gewinn unter Hinzuziehung der Abschreibungsbeträge, abzüglich des Saldos aus Privatentnahmen und Einlagen und der Tilgungsverpflichtungen berechnet. Es wird ein Durchschnittswert aus den letzten drei Wirtschaftsjahren 2015/16 bis 2017/18 vor dem Dürrejahr 2018 berechnet. Ist der „Cash flow III“ größer als der berechnete Dürreschaden, erfolgt keine Ausgleichszahlung, weil davon ausgegangen wird, dass das landwirtschaftliche Unternehmen die Folgen der Dürre selbst überwinden kann. Zur Berechnung der Kennzahl sind die drei Buchführungsabschlüsse der Jahre 2015/16 bis 2017/18 vorzulegen. Betriebe ohne Buchführung können den Nachweis ersatzweise durch die Vorlage eines Sachverständigen-Gutachtens erbringen.

Kriterium 6: kein auch ohne Dürre existenzgefährdeter Betrieb

Eine Dürrehilfe ist nur möglich, wenn der Betrieb ohne die Dürreauswirkungen nicht bereits existenzgefährdet wäre. Dieses Kriterium wird im Einzelfall unter Einbeziehung der Hausbank geprüft.

Kriterium 7: kein Betrieb mit staatlicher oder kommunaler Beteiligung

Sofern die Kapitalbeteiligung der öffentlichen Hand (z. B. Kommune, Land) an dem Betrieb mehr als 25 % beträgt, ist er nicht antragsberechtigt.

Dürrehilfsprogramm

Die vollständige Beschreibung des Programms erfolgt in dem Entwurf der „Richtlinie des Landes Hessen zur Durchführung des Hilfsprogramms für landwirtschaftliche Unternehmen, die infolge der Dürre 2018 in ihrer Existenz gefährdet sind". Geringfügige Änderungen sind noch möglich.

Den Antragsvordruck, den zugehörigen Betriebsfragebogen und entsprechende Ausfüllhinweise können Sie bei dem für Sie zuständigen Landkreis abrufen.

Sofern alle Voraussetzungen erfüllt und die erforderlichen Nachweise bis zum Antragsschlusstermin 23. November 2018 vollständig erbracht sind, werden anschließend die Angaben überprüft und über die Gewährung einer Vorschusszahlung entschieden. Sie beträgt maximal 25 % des ermittelten Schadens, von dem vorab das kurzfristig zumutbar verwertbare Privatvermögen (unter Berücksichtigung eines Freibetrags) abzuziehen ist.

Nach Vorlage des Buchführungsabschlusses 2018/19, der spätestens bis zum 31.10.2019 beim Landkreis vorzulegen ist, werden die vorausgeschätzte Schadenshöhe überprüft und die abschließende Zahlungshöhe der Hilfeleistung ermittelt. Im Regelfall dürfte die Abschlusszahlung, die im Dezember 2019 geleistet wird, das Niveau der Vorschusszahlung erreichen. Sollte sich jedoch die wirtschaftliche Situation, z. B. auf Grund einer besonders günstigen Erzeugerpreisentwicklung, bis zum Herbst 2019 deutlich besser entwickelt haben als erwartet, dann kann die Abschlusszahlung auch geringer ausfallen oder es kann sogar zu Rückforderungen kommen.

Richtlinie Dürrehilfe 2018

PDF icon Richtlinie Dürrehilfe 2018 (PDF / 169 KB)
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