Schutzanzüge im Kernkraftwerk Biblis

Strahlenschutz

Strahlenschutz hat das Ziel, Mensch und Umwelt vor möglichen schädigenden Wirkungen ionisierender und nicht ionisierender Strahlung zu schützen. Dabei wird grundsätzlich nicht unterschieden, ob die Strahlung natürlichen oder künstlichen Ursprungs ist. Die Unterscheidung der Begriffe "ionisierend" bzw. "nicht ionisierend" ist notwendig, weil die Wirkungen verschiedener Strahlungsarten auf biologisches Gewebe sehr unterschiedlich sind.

Ionisierende Strahlung wie z.B. Röntgenstrahlen oder die Strahlung aus dem Zerfall radioaktiver Stoffe haben so viel Energie, dass neutrale Atome durch Elektronenverlust elektrisch geladen, „ionisiert“ werden, was zur Zerstörung oder Änderung chemischer Bindungen führen kann. Nicht ionisierende Strahlung wie z.B. Radiowellen oder Mobilfunk hat dazu nicht genug Energie. Sie kann aber Moleküle zum Schwingen anregen und so z.B. eine Erwärmung des Materials verursachen.

Ionisierende Strahlen

Ionisierende Strahlung findet weit verbreitet Anwendung in Medizin, Forschung und Industrie. Eine Sonderstellung nehmen hier die Kernkraftwerke ein, wo Energie aus der Spaltung spezieller Atomkerne, den sog. Kernbrennstoffen, gewonnen wird. Dort entstehen größere Mengen radioaktiver Stoffe mit starken Strahlungsfeldern, für die geeignete Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Ionisierende Strahlung ist aber auch ein überall in der Natur auftretendes Phänomen, verursacht durch in der Erdkruste vorkommende natürliche radioaktive Stoffe oder durch aus dem Weltall und von der Sonne stammende kosmische Strahlung.

Nicht ionisierende Strahlung

Im Bereich der nicht ionisierenden Strahlung gibt es in der heutigen, von Elektrizität und Kommunikation dominierten Welt praktisch keinen strahlungsfreien Raum mehr: Fernsehen, Rundfunk und Telekommunikation aber auch banale Haushaltsgeräte wie Haarfön und Elektrorasierer, ferner das Stromversorgungsnetz mit Überlandleitungen und Umspannanlagen führen dazu, dass der Mensch von elektromagnetischen Feldern der verschiedensten Frequenzbereiche umgeben ist. Auch hier gibt es Komponenten natürlichen Ursprungs: das sichtbare Licht beispielsweise, mit den angrenzenden Bereichen Infrarot und Ultraviolett, ist nichts anderes als „nicht ionisierende Strahlung“, die uns von der Sonne erreicht.

Strahlungswirkung

Für jede Art Strahlung gilt der alte Grundsatz: „Erst die Dosis macht das Gift“. Erst ein Übermaß an Strahlung führt zu schädlichen Auswirkungen. Ob Sonnenstrahlung oder ionisierende Strahlung aus dem radioaktiven Zerfall: beides führt bei hohen Intensitäten zu Verbrennungen, kann außerdem die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung bösartiger Erkrankungen erhöhen. Letzteres tritt oft mit großer zeitlicher Verzögerung ein, oft erst Jahre oder Jahrzehnte nach der Strahlenexposition. Die Wahrscheinlichkeiten hierfür sind bei kleinen Dosiswerten ebenfalls klein, meist kommen für die Erkrankung neben der Strahlenexposition viele andere Ursachen wie z.B. Rauchen, erbliche Faktoren oder Ernährungsgewohnheiten in Betracht, so dass es unterhalb bestimmter Dosisschwellen unmöglich ist, eine direkte Ursache-Wirkungsbeziehung herzustellen.

Gesetzliche Regelungen

Um das Ziel des Strahlenschutzes – Schutz von Mensch und Umwelt vor möglichen schädigenden Wirkungen von Strahlung - zu erreichen, werden durch den Gesetzgeber Grenzwerte festgelegt. Diese Grenzwerte basieren auf den international anerkannten Erkenntnissen von Wissenschaft und Technik und sind so niedrig angesetzt, dass direkte schädliche Wirkungen wie Verbrennungen (sog. deterministischen Schäden) sicher verhindert werden und die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit von Spätwirkungen (sog. stochastischen Schäden) sicher auf ein allgemeingesellschaftlich akzeptiertes Risiko begrenzt bleiben.

Aufgrund der sehr unterschiedlichen Wirkungsmechanismen und Auswirkungen ist der Strahlenschutz rechtlich in zwei getrennten Gebieten geregelt: die ionisierende Strahlung im Atomgesetz Öffnet sich in einem neuen Fenster(AtG), dem StrahlenschutzgesetzÖffnet sich in einem neuen Fenster (Gesetz zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung, StrlSchG), der StrahlenschutzverordnungÖffnet sich in einem neuen Fenster (Verordnung über den Schutz vorder schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung, StrlSchV) sowiedie nicht ionisierende Strahlung im BundesimmissionsschutzgesetzÖffnet sich in einem neuen Fenster (BimSchG) und der zugehörigen 26. Verordnung über elektromagnetische FelderÖffnet sich in einem neuen Fenster.

Beide Rechtsgebiete sehen im Grundsatz vor, dass die Anwendung von Strahlung einer Genehmigungspflicht unterliegt und anschließend behördlich überwacht wird. Eine Genehmigung wird, wie bspw. auch der Autoführerschein, nur bei Erfüllung bestimmter Voraussetzungen erteilt. Dazu zählen Aspekte wie die Rechtfertigung (keine Strahlenanwendung ohne einen daraus resultierenden Nutzen, der mögliche Risiken überwiegt), die Zuverlässigkeit und Fachkunde der anwendenden Personen oder die Verfügbarkeit geeigneter Schutzausstattungen. Neben der Einhaltung der o.g. Grenzwerte hat jeder Anwender die Pflicht zur Optimierung: unnötige Strahlenexpositionen sind verboten, alle anderen müssen so niedrig wie vernünftigerweise möglich gehalten werden.

Bundesamt für StrahlenschutzÖffnet sich in einem neuen Fenster

StrahlenschutzkommissionÖffnet sich in einem neuen Fenster

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare SicherheitÖffnet sich in einem neuen Fenster

Wenn Sie eine Genehmigung für den Umgang mit radioaktiven Stoffen nach § 12 Abs. 1 Nr. 3 oder Abs. 2 StrlSchG, eine Genehmigung für den Betrieb einer Anlage zur Erzeugung ionisierender Strahlen (Beschleuniger) nach § 12 Abs. 1 Nr. 1 StrlSchG, eine Genehmigung für die Beschäftigung in fremden Anlagen oder Einrichtungen nach § 25 StrlSchG, eine Genehmigung für die Beförderung radioaktiver Stoffe nach § 27 StrlSchG benötigen, eine Freigabe radioaktiver Stoffe nach § 32 StrlSchV oder eine Ausnahme von bestimmten Regelungen des StrlSchG oder der StrlSchV beantragen möchten, verwenden Sie bitte die nachfolgenden Antragsformulare im Word-Format.

Das Formular "01_Antragsformular - Allgemeiner Teil" ist - mit Ausnahme der Anträge 08 für Beschleuniger und 10 Beförderung – immer auszufüllen. Die Antragsformulare für Genehmigungen nach §§ 12 Abs. 1 Nr. 3 und 25 StrlSchG und für die Freigabe nach § 32 StrlSchV sind modular aufgebaut. Die weiteren Formulare sind je nach Antragsgegenstand soweit zutreffend beizufügen (Vgl. hierzu 1. Seite des Formulars 01 Allgemeiner Teil).

Senden Sie die Antragsformulare an das für Sie örtlich zuständige RegierungspräsidiumÖffnet sich in einem neuen Fenster.

Die Antragsformulare für Genehmigungen nach §§ 12 Abs. 1, 25 und 27 StrlSchG und für die Freigabe nach § 32 StrlSchV sind modular aufgebaut. Immer auszufüllen ist in diesen Fällen das Formular "01 Allgemeiner Teil_2019". Die weiteren Formulare sind je nach Antragsgegenstand soweit zutreffend beizufügen (Vgl. hierzu 1. Seite des Formulars 01 Allgemeiner Teil).

Anerkennung von Kursen (Antragsunterlagen)

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ist zuständige Stelle nach § 51 Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) Öffnet sich in einem neuen Fensterzur Anerkennung von Kursen für die Vermittlung und die Aktualisierung der Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz. Wollen Sie einen Kurs anerkennen lassen, so übersenden Sie uns bitte die Unterlagen wie in der Download-Datei angegeben.

Landessammelstellen für radioaktive Abfälle sind Zwischenlager für (schwach) radioaktive Abfälle, die von den Bundesländern unterhalten werden. Radioaktive Abfälle müssen gemäß Atomgesetz geordnet beseitigt werden. Hierfür ist nach dem Verursacherprinzip der jeweilige Abfallerzeuger verantwortlich. Die Beseitigung erfolgt letztlich in einem Endlager. Bis ein solches Endlager zur Verfügung steht, müssen die Abfälle zwischengelagert werden. Für radioaktive Abfälle aus Medizin, Industrie und Forschung hat das Gesetz den Bundesländern die Verpflichtung auferlegt, für die Zwischenlagerung der in ihrem Gebiet anfallenden radioaktiven Abfälle Sammelstellen einzurichten.

Mit der Einrichtung einer Landessammelstelle für radioaktive Abfälle im Forst Roßberg der Gemeinde Ebsdorfergrund (Kreis Marburg-Biedenkopf) Ende der 60er Jahre und deren Modernisierung Anfang der 90er Jahre hat das Land zur Erfüllung dieser Aufgabe eine Zwischenlagerstätte für Abfälle aus Medizin, Forschung, Industrie und Gewerbe geschaffen.

Radioaktive Abfälle aus dem kerntechnischen Brennstoffkreislauf und aus Kernkraftwerken waren von Anfang an für eine Zwischenlagerung in der Landessammelstelle nicht zugelassen und bleiben auch weiterhin von der Annahme ausgeschlossen. Der Betrieb der Landessammelstelle wird in Bundesauftragsverwaltung durchgeführt.

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) übernimmt als Betreiberin der Landessammelstelle grundsätzlich alle radioaktiven Abfälle außerhalb des Kernbrennstoffkreislaufes, in den Landesbesitz und sorgt für die anschließende Weitergabe bzw. Beseitigung. Ausgenommen sind Abfälle, für die bereits eine Freigabe (Verwaltungsakt zur Entlassung aus dem Geltungsbereich des Atomrechts im Sinne von rechtlicher Wandlung in nicht radioaktive Stoffe) nach § 33 i.V. mit § 35 der Strahlenschutzverordnung erteilt worden ist. Dies bedeutet nicht, dass alle übernommenen Abfälle zur Landessammelstelle gebracht werden (z.B. Direkttransport zu Vertragspartnern zur Konditionierung des Abfalls).

Das Zwischenlagervolumen der Landessammelstelle beträgt etwa 400 m³, was bezogen auf 200 Liter-Behälter etwa 1.500 Einzelgebinden entspricht.

Zukünftig sollen die nicht wärmeentwickelnden Abfälle in der ehemaligen Schachtanlage Konrad bei Salzgitter endgelagert werden.

Bundesamt für EntsorgungssicherheitÖffnet sich in einem neuen Fenster

Bundesgesellschaft für Endlagerung BGEÖffnet sich in einem neuen Fenster

 

 

 

In Hessen gibt es außerhalb der Kernanlagen etwa 1.000 gültige strahlenschutzrechtliche Genehmigungen bei etwa 500 Genehmigungsinhabern. Dies sind in der Hauptsache Genehmigungen zum Umgang mit offenen und umschlossenen radioaktiven Stoffen, für den Betrieb von Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlen (Beschleuniger), für Tätigkeiten strahlenexponierter Personen in fremden Anlagen und für die Beförderung radioaktiver Stoffe.

 

Die strahlenschutzrechtlichen Anforderungen für die sehr unterschiedlichen Anwendungsbereiche ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften (z. B. Strahlenschutzgesetz und Strahlenschutzverordnung) sowie aus speziellen Richtlinien (z.B. Richtlinie Strahlenschutz in der Medizin), Empfehlungen der Strahlenschutzkommission und technischen Normen. Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden sind in der Regel die Umweltabteilungen der Regierungspräsidien.

 

Medizin

In der Medizin werden umschlossene und offene radioaktive Stoffe in der nuklearmedizinischen Diagnostik und zur Therapie eingesetzt (in Kliniken und nuklearmedizinischen Praxen). Für die Tumortherapie werden auch Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlen (Beschleuniger) verwendet.

Die nuklearmedizinische Diagnostik basiert auf der Darstellung von Organfunktionen in Form von Bildern (Szintigraphie) oder Kurven. Dazu wird den Patienten eine geringe Menge geeigneter, meist kurzlebiger radioaktiver Pharmazeutika (Radiopharmaka) verabreicht. Das am häufigsten verwendete Radionuklid ist Technetium-99m. Man verwendet es beispielsweise für die Diagnostik der Knochen, der Niere, der Lunge oder der Leber.

In der Therapie verwendet man offene radioaktive Stoffe wie z. B. Jod-131 für die stationäre Therapie von Schilddrüsenkarzinomen oder Rhenium-186 und Yttrium-90 zur ambulanten Therapie bei chronischen Gelenkentzündungen (Radiosynoviorthese) und z. B. Sm-153 für die Behandlung von Knochenmetastasen. Häufig verwendet man auch umschlossene radioaktive Stoffe und bringt diese in die Nähe der zu behandelnden Gewebe (Brachytherapie). Hier unterscheidet man zum einen die Oberflächenkontaktherapie, bei der man einen umschlossenen Gamma- oder Betastrahler sehr nahe an die zu behandelnde Körperoberfläche bringt, der intrakavitären Therapie, bei der man die radioaktiven Präparate in natürliche Körperhohlräume einbringt und der interstitiellen Therapie, bei der man radioaktive Nadeln, Seeds oder Drähte direkt in das zu behandelnde Gewebe appliziert. Die hier verwendeten Radionuklide sind meist entweder reine Betastrahler wie z. B. Sr-90 / Y-90 für die Oberflächenkontaktbestrahlung oder kombinierte Beta-Gamma-Strahler wie z. B. Ir-192 für die interstitielle oder intrakavitäre Therapie.

Ärztliche Stelle für Qualitätssicherung in der Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie Hessen

Die medizinische Anwendung ionisierender Strahlung und radioaktiver Stoffe hat in der Bundesrepublik Deutschland einen hohen diagnostischen und therapeutischen Standard erreicht. Kehrseite der Medaille ist die Tatsache, dass die medizinische Anwendung radioaktiver Stoffe und ionisierender Strahlung (ohne Therapie) auch heute noch mit über 99 Prozent den Löwenanteil (ca. 1,7 mSv) der zivilisatorischen Strahlenexposition liefert. Dieser Beitrag ist zudem durch bildgebende Verfahren (insbesondere durch die Zunahme von CT Untersuchungen) in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen.

Mit Inkrafttreten der Strahlenschutzverordnung im Jahr 2001 und der Röntgenverordnung im Jahr 2002 wurden deshalb zur Optimierung des Strahlenschutzes von Patienten sogenannten „Ärztliche Stellen“ eingeführt, deren Aufgabe die Überprüfung des gesamten Bereichs der Qualitätssicherung in der medizinischen Strahlenanwendung umfasst.

Auf Grund des zum 31. Dezember 2018 in Kraft tretenden novellierten Strahlenschutzrechts sind die Vorschriften zu Bestimmung und Tätigkeit dieser Ärztlichen Stellen nunmehr in den §§ 128 ff. der Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (Strahlenschutzverordnung – StrlSchV) vom 29. November 2018 (BGBl. I S. 2033) zusammengefasst.

Die Aufgaben der Ärztlichen Stelle wurden nach einem Ausschreibungsverfahren, zuletzt im Jahr 2018, der TÜV Süd Life Service GmbH in Frankfurt vertraglich übertragen. Die Ärztliche Stelle Hessen unterliegt der Fachaufsicht durch die zuständigen Ministerien. Soweit Röntgeneinrichtungen gemäß § 5 Abs. 30 StrlSchG und Störstrahler gemäß § 5 Abs. 37 StrlSchG betroffen sind, ist dies das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) und im übrigen das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV).

Die Ärztliche Stelle führt im Auftrag des HMUKLV regelmäßige Prüfungen bei Nuklearmedizinern und Strahlentherapeuten gemäß der vom Bundesministerium für Umwelt veröffentlichten Richtlinie „Qualitätssicherung durch ärztliche und zahnärztliche Stellen“ (GMBl. 2015, Nr. 51, S. 1026) durch. Mit diesen Prüfungen wird sichergestellt, dass bei der Anwendung radioaktiver Stoffe oder ionisierender Strahlung am Menschen die Erfordernisse der medizinischen Wissenschaft beachtet werden und die angewendeten Verfahren und eingesetzten Anlagen zur Erzeugung ionisierender Strahlen, Bestrahlungsvorrichtungen, sonstige Geräte oder Ausrüstungen den jeweiligen notwendigen Qualitätsstandards entsprechen. In der Nuklearmedizin wird zum Beispiel geprüft, ob die dem Patienten verabreichte Radioaktivität nationalen Richtwerten – den so genannten „diagnostischen Referenzwerten“ – entspricht. Davon darf nur im medizinisch begründeten Ausnahmefall abgewichen werden. Das Ziel der Prüfungen ist es, dem anwendenden Arzt gegebenenfalls Empfehlungen zur Optimierung der medizinischen Strahlenanwendung zu geben, um die Strahlenexposition des Patienten so gering wie möglich zu halten. Darüber hinaus prüft die Ärztliche Stelle, ob und wie weit die Vorschläge umgesetzt wurden, um eine Qualitätssicherung auf hohem Niveau zu gewährleisten. Hierzu kann auch eine Überprüfung und Beratung in der betreffenden Institution durchgeführt werden. Die Ärztliche Stelle hat die zuständige atomrechtliche Aufsichtsbehörde (Regierungspräsidien) zu benachrichtigen, falls die Umsetzung der Vorschläge nicht erfolgt. Die Ärztliche Stelle unterliegt auch der ärztlichen Schweigepflicht.

Die Arbeit der Ärztlichen Stelle wird in jährlichen Berichten dokumentiert.

Gewerbe und Industrie

In Gewerbe und Industrie werden hauptsächlich umschlossene radioaktive Stoffe verwendet. Beim ortsfesten Einsatz werden solche radioaktiven Quellen z. B. verwendet für Füllstands-, Dichte-, Feuchte- und Dickenmessungen mit Radionukliden wie Cäsium-137, Americium-241 und Krypton-85 oder in Gaschromatographen mit Elektroneneinfangdetektoren und dem Radionuklid Nickel-63. Ortsveränderliche Anwendungen finden sich überwiegend in der zerstörungsfreien Materialprüfung, bspw. bei Durchstrahlungsprüfungen von Schweißnähten oder dicken Betonstrukturen (sog. Gamma- Radiographie), wo Radionuklide wie Iridium-192 und Selen-75 verwendet werden.

Forschung

Die Anwendung von radioaktiven Stoffen oder Beschleunigern in der Forschung erfolgt meist in Universitäten und Universitätskliniken. Eine besondere Bedeutung hat der Forschungsstandort Darmstadt durch das dort ansässige GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung. Forscherinnen und Forscher aus aller Welt nutzen diese große, weltweit einmalige Beschleunigeranlage für Ionen für Experimente, um neue Erkenntnisse über den Aufbau der Materie und die Entwicklung des Universums zu gewinnen. Darüber hinaus entwickeln sie neuartige Anwendungen in Medizin und Technik. In den nächsten Jahren wird bei GSI das neue internationale Beschleunigerzentrum FAIR entstehen, eines der größten Forschungsvorhaben weltweit. FAIR ist eine neue und einzigartige internationale Beschleuniger-Anlage zur Forschung mit Antiprotonen und Ionen. Der Ausbau dieses Forschungsstandortes wird durch das Land Hessen maßgeblich unterstützt. Weiter Informationen finden sich unter GSI & FAIR.

Transporte radioaktiver Stoffe

Alle oben genannten Tätigkeiten sind auch mit Beförderungsvorgängen verbunden, die per Luft, Eisenbahn, Straße oder Schiff stattfinden können. Neben den atomrechtlichen Bestimmungen sind dabei unabhängig die Regelungen des Gefahrgutrechts einzuhalten.

Internetseite der Ärztlichen Stelle HessenÖffnet sich in einem neuen Fenster

 

Richtlinie "Qualitätssicherung durch ärztliche und zahnärztliche Stellen"Öffnet sich in einem neuen Fenster

 

In der Regel ist diese Strahlung aufgrund ihrer geringen Intensität ungefährlich oder, wie z. B. das Sonnenlicht, sogar lebensnotwendig. Bei bestimmten Strahlungsquellen kann es aber unter besonderen Umständen zu Ausnahmen kommen.

Eine spezielle derartige Strahlungsquelle ist das seit einiger Zeit verstärkt diskutierte Radon, ein in der Natur vorkommendes radioaktives Edelgas. Radon gilt nach dem Rauchen als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs in der Bundesrepublik Deutschland. Das Risiko durch erhöhte Radonkonzentrationen in der Atemluft ist allerdings gründlich erforscht.

Radon im Freien

Radon entsteht im Erdboden durch den Zerfall natürlich vorkommender radioaktiver Stoffe (Uran und Thorium). Als Edelgas wird das Radon im Erdreich nicht gebunden, sondern wandert zur Erdoberfläche und vermischt sich dort mit der bodennahen Luft. Durch die ständigen Luftbewegungen wird das Radon im Freien verteilt und mit Frischluft verdünnt. Durch die Verdünnung reduziert sich die Radonkonzentration soweit, dass eine Gesundheitsgefährdung im Freien ausgeschlossen ist.

Radon in Gebäuden

In Innenräumen kann es unter bestimmten Umständen jedoch sein, dass die Verdünnung des Radons mit Frischluft nicht genügt, die Konzentration des Edelgases auf Werte zu reduzieren, von denen keine Gesundheitsgefahr ausgeht. Wenn das Radon zum Beispiel durch undichte Stellen in Fundament oder Kellermauern in ein Gebäude eindringt, kann es sich in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen unter bestimmten Voraussetzungen in solchen Konzentrationen anreichern, dass es durch Einatmen gesundheitliche Schäden, im schlimmsten Fall Lungenkrebs verursachen kann.

Da Radon farblos, geschmacklos und geruchlos ist, mithin nicht von den menschlichen Sinnesorganen wahrgenommen werden kann, sind zur Erfassung der Radonkonzentration physikalische Messungen notwendig. Mit einfachen Messungen kann für das einzelne Gebäude festgestellt werden, ob und welche Schutzmaßnahmen zu empfehlen sind.

Bei Bauausführung nach Stand der Bautechnik (insbesondere Feuchteschutz) kann davon ausgegangen werden, dass Neubauten nur in geringem Maße radondurchlässig sind. So sind die Radonkonzentrationen in der Regel unbedenklich. In Regionen in denen das Angebot an Radon im Boden besonders hoch ist und wo Messungen gehäuft hohe Radonkonzentrationen in der Innenraumluft zeigten, sollte jedoch auch bei Neubauten und Neubauvorhaben auf Radonschutz geachtet werden. Zusätzliche Radonschutzmaßnahmen (z. B. Radondichte Folien oder gezielter Luftwechsel) sind, so sie in die Bauabläufe eingeplant werden, kostengünstig zu realisieren.

Auch bei Bestandsbauten genügen häufig einfache Maßnahmen (z. B. Abdichten von Rissen, Fugen in Böden und erdberührenden Wänden, Rohrdurchführungen, Leitungskanäle und -schächte) zusammen mit Änderungen im Nutzungsverhalten (z. B. verstärktes Lüften), um eine leicht erhöhte Radonkonzentration in der Innenraumluft in den Griff zu bekommen. Diese einfachen Maßnahmen sind für Hobbyhandwerker ohne externe Hilfe zu bewerkstelligen.

Reichen einfache Maßnahmen nicht, um die Radonkonzentration in der Innenraumluft auf unbedenkliche Werte zu reduzieren, so sind weiterführende Maßnahmen in Betracht zu ziehen. Diese sind aufwendiger und sollten, um den Erfolg sicherzustellen, von qualifizierten Fachfirmen ausgeführt werden.

Radon – Gesetzgebung

Die Gesundheitsgefährdung durch hohe Radonkonzentrationen hat dazu geführt, dass sich der Gesetzgeber mit Radonschutz auseinandergesetzt hat. Im Gesetz zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (Strahlenschutzgesetz – StrlSchG) vom 27. Juni 2017 und der Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (Strahlenschutzverordnung – StrlSchV) vom 29. November 2018 seit dem 31. Dezember 2018 sind erstmals Regelungen zum Radon verbindlich gemacht.

Für Aufenthaltsräume und für Arbeitsplätze legt das StrlSchG einen Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter für die über das Jahr gemittelte Radonaktivitätskonzentration in der Luft fest (keinen Grenzwert).

Das Bundesumweltministerium veröffentlichte unter Beteiligung der Bundesländer einen RadonmaßnahmenplanÖffnet sich in einem neuen Fenster. Auf dem Radonmaßnahmenplan aufsetzend sind die Bundesländer verpflichtet an die Bedingungen ihres Bundeslandes angepasste Landesradonstrategien zu erstellen. Hierzu erheben die Bundesländer die notwendigen Daten (z.B. Messungen der Radonaktivitätskonzentration in der Bodenluft oder in Innenräumen). Das Land Hessen hat um seiner gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen bereit verschiedene Einzelmaßnahmen veranlasst:

Eine kohärente und umfassende hessische Landesradonstrategie ist in der Entwicklung und wird in Kürze veröffentlicht.

Radonvorsorgegebiete – Arbeitsplätze

Zwei Jahre nach Inkrafttreten des StrlSchG (zum 31.12.2020) sind die Bundesländer verpflichtetRadonvorsorgegebietefestzulegen, für die erwartet wird, dass die über das Jahr gemittelte Radonaktivitätskonzentration in der Luft in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen den Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter überschreitet. In den Radonvorsorgegebieten sehen das StrlSchG und die StrlSchV bindende Rechtsfolgen für Neubauten und für Arbeitsplätze die im Erd- oder Kellergeschoss liegen, vor. Zurzeit plant Hessen eine Festlegung der Radonvorsorgegebiete in den Verwaltungsgrenzen der Landkreise.

Wer Gebäude mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen errichtet, ist gesetzlich verpflichtet geeignete Maßnahmen zu treffen, um den Zutritt von Radon aus dem Baugrund zu verhindern oder erheblich zu erschweren. Außerhalb der Radonvorsorgegebiete gilt diese Pflicht als erfüllt, wenn die nach Stand der Technik erforderlichen Maßnahmen zum Feuchteschutz umgesetzt sind. Für Neubauten innerhalb der Radonvorsorgegebiete ist zusätzlich zu den nach Stand der Technik erforderlichen Maßnahmen zum Feuchteschutz mindestens eine der weiteren Maßnahmen:

  • Verringerung der Radon-222-Aktivitätskonzentration unter dem Gebäude,

  • gezielte Beeinflussung der Luftdruckdifferenz zwischen Gebäudeinnerem und Bodenluft an der Außenseite von Wänden und Böden mit Erdkontakt, sofern der diffusive Radoneintritt aufgrund des Standorts oder der Konstruktion begrenzt ist,

  • Begrenzung der Rissbildung in Wänden und Böden mit Erdkontakt und Auswahl diffusionshemmender Betonsorten mit der erforderlichen Dicke der Bauteile,

  • Absaugung von Radon an Randfugen oder unter Abdichtungen,

  • Einsatz diffusionshemmender, konvektionsdicht verarbeiteter Materialien oder Konstruktionen

umzusetzen.

Sind im Rahmen baulicher Veränderungen eines Gebäudes mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen (z.B. Wärmedämmung, energetische Sanierung) Maßnahmen vorgesehen, die zu einer erheblichen Verminderung der Luftwechselrate führen, so soll die Durchführung von Maßnahmen zum Schutz vor Radon in Betracht gezogen werden.

Für Arbeitsplätze, die in einem Radonvorsorgegebiet im Erd- oder Kellergeschoss liegen, hat der Gesetzgeber eine Messpflicht vorgesehen. Das StrlSchG verlangt, dass der für einen Arbeitsplatz in einem Innenraum Verantwortliche 18 Monate nach Festlegung der Radonvorsorgegebiete oder 18 Monate nach Aufnehmen der Tätigkeit die Messung der Radon-222-Aktivitätskonzentration in der Luft vorgenommen haben muss. Da die Messung der Radonkonzentration in der Regel 12 Monate dauert, ist spätestens 6 Monate nach Ausweisung der Radonvorsorgegebiete oder Aufnahme der Tätigkeit mit der Messung zu beginnen. Die Messpflicht gilt auch außerhalb der Radonvorsorgegebiete für bestimmte Arbeitsfelder, für die mit erhöhter Exposition durch Radon zu rechnen ist:

  • untertägige Bergwerke, Schächte und Höhlen, einschließlich Besucherbergwerke,

  • Radonheilbäder und Heilstollen,

  • Anlagen zur Wassergewinnung, -aufbereitung und –verteilung.

Ergibt die verpflichtende Messung der Radonaktivitätskonzentration an einem Arbeitsplatz im Erd- oder Kellergeschoss in einem Radonvorsorgegebiet oder an einem Arbeitsplatz welcher einem der Arbeitsfelder mit erhöhter Exposition durch Radon zuzuordnen ist eine Überschreitung des Referenzwerts von 300 Becquerel pro Kubikmeter, so greift ein gestuftes Verfahren (graded approach).

Die vom Hessischen Umweltministerium herausgegebene Broschüre "Radon in Gebäuden - ein Gesundheitsrisiko?" informiert auf allgemein verständlichem Niveau über alle Fragen zu dieser Problematik und steht als PDF-Datei zum Download zur Verfügung.

Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt ist eine der führenden Großforschungseinrichtungen der Bundesrepublik Deutschland und betreibt auf seinem Forschungsgelände in Darmstadt eine komplexe Anlage zur Erzeugung ionisierender Strahlen. Die Anlage besteht derzeit im Wesentlichen aus dem Schwerionenlinearbeschleuniger UNILAC, dem Schwerionensynchrotron SIS 18, dem Fragmentseparator FRS, dem Experimentierspeicherring ESR sowie verschiedenen Experimentplätzen mit den zugehörigen Strahlführungen und Umladungsstrecken.

Der Betrieb der Anlage dient der Grundlagenforschung in den Bereichen Kern-, Hadronen-, Atom-, Bio- und Plasmaphysik sowie verschiedenen Aspekten der angewandten Forschung. Zu den bekanntesten Resultaten gehören die Entdeckung von sechs neuen chemischen Elementen – u. a. das Darmstadtium (Ds) und dasHassium (Hs)– und die Entwicklung einer neuartigen Tumortherapie mit Partikelstrahlen, die nach einer erfolgreichen Erprobungszeit bei GSI inzwischen weltweit an mehreren Kliniken im Einsatz ist.

Das Hessische Umweltministerium sorgt als atomrechtlich zuständige Behörde durch Genehmigungs- und Aufsichtsverfahren dafür, dass beim Betrieb der Anlage der Schutz von Mensch und Umwelt vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung gewährleistet ist.

Die bestehende GSI-Anlage soll bis 2025 deutlich erweitert werden. Kernstück der Erweiterung ist das in einem Tunnel ca. 17 Meter unter der Geländeoberfläche geplante Synchrotron SIS 100 mit dem fünffachen Umfang (ca. 1,1 Kilometer) des jetzigen SIS 18, an das sich verschiedene oberirdisch gelegene Speicherringe und Experimentierbereiche anschließen. Die Ionenquellen und Beschleuniger von GSI werden zur Erzeugung und Vorbeschleunigung der Ionenstrahlen verwendet.

Die neue Anlage ist konzipiert als internationales Beschleunigerzentrum für die Forschung mit Antiprotonen und Ionen – Facillity for Antiproton an Ion Research (FAIR). Die internationale Beteiligung umfasst die neun Länder Deutschland, Finnland, Frankreich, Indien, Polen, Rumänien, Russland, Schweden und Slowenien (sowie Großbritannien als assoziiertes Mitglied und Tschechien als Anwärter). Die FAIR-Anlage wird die bestehende GSI-Anlage in den Strahlparametern Energie und Intensität signifikant übertreffen. Neben der Produktion exotischer Schwerionenstrahlen ermöglicht die FAIR-Anlage die Produktion von Antiprotonenstrahlen mit einer bisher nicht erreichten Intensität.

Die FAIR-Anlage erlaubt ein weit gespanntes, interdisziplinäres und in seiner Form weltweit einzigartiges Forschungsprogramm, das von der Kernstrukturphysik und nuklearen Astrophysik über die Hadronenphysik mit Antiprotonenstrahlen, Kernmateriephysik und Atomphysik bis hin zur Plasma- und Biophysik reicht. Neben grundlegenden neuen Erkenntnissen zum Aufbau der Materie verspricht man sich konkrete Anwendungen u. a. in der Materialforschung und der Raumfahrttechnik.

Die FAIR-Anlage erhielt am 14. Mai 2015 von der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Hessischen Umweltministerium, ihre atomrechtliche Errichtungsgenehmigung. Mit dem ersten Spatenstich am 04. Juli 2017 hat der Bau der FAIR-Beschleunigeranlage begonnen. In den kommenden Jahren werden auf der 17 Hektar umfassenden Baustelle 2 Millionen Kubikmeter Erdreich bewegt sowie 600.000 Kubikmeter Beton und 65.000 Tonnen Stahl verbaut. Es entstehen 20 Beschleuniger- und Experimentierbauwerke. Die Errichtung der FAIR-Anlage ist eins der größten Forschungsprojekte weltweit. Durch umfangreiche Maßnahmen wie z. B. Waldaufforstungen und Umsiedlungen geschützter Tiere ist sichergestellt, dass der Bau der FAIR-Anlage umweltverträglich erfolgt.

Das Hessische Umweltministerium ermöglicht durch engagierte Betreuung der FAIR sowie fachgerechte Durchführung der notwendigen Genehmigungs- und der Aufsichtsverfahren im Rahmen der Planung und Errichtung der FAIR-Anlage den weiteren Ausbau der Spitzenforschung in Hessen. Die Einhaltung der atomrechtlichen Schutzbestimmungen wird dabei stets sichergestellt.

 

 

Seit Urzeiten sind alle Lebewesen auf der Erde der Einwirkung ionisierender Strahlung natürlichen Ursprungs ausgesetzt. Diese setzt sich zusammen aus einem Anteil, der durch die in der Erdkruste vorhandenen radioaktiven Elementen verursacht wird (terrestrische Strahlung), einem Anteil aus gasförmigen Radionukliden natürlichen Ursprungs wie Radon, die aus dem Erdboden entweichen und eingeatmet werden können, und zuletzt einem Anteil, der durch die sog. kosmische Strahlung entsteht.

Überwachung der Umweltradioaktivität - IMIS nach dem Strahlenschutzgesetz (StrlSchG)

Das "Integrierten Mess- und Informationssystems für die Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt" (IMIS) dient zur Erfassung der Umweltradioaktivität und deren Änderung, insbesondere nach Ereignissen mit radiologischen Auswirkungen. Dazu betreibt dasHessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie die beiden hessischen Landesmessstellen sowie die hessische Landeszentrale zur Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt nach dem Strahlenschutzgesetz.

Dabei werden zwei grundsätzliche Betriebsmodi unterschieden: der Normalbetrieb und der Intensivbetrieb. Im Normalbetrieb wird das sog. Routinemessprogramm gefahren, in dessen Rahmen das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologiejährlich etwa 600 Umweltproben auf Radioaktivität untersucht. Die Radioaktivitätsmessstellen in Kassel und Darmstadt bestimmen unter anderem die in diesen Proben enthaltene Aktivitäten der künstlichen Radionuklide Cäsium 137 oder Strontium 90, aber auch die natürliche Radioaktivität z.B. des Kalium 40 oder verschiedener Uranisotope. Wenn hingegen durch z.B. einen Störfall zu befürchten ist (Stichwort "Tschernobyl"), dass ein größeres Gebiet durch radioaktive Immissionen betroffen sein könnte, dann wird das möglicherweise betroffene Gebiet durch eine deutlich häufigere Beprobung verstärkt überwacht. Dieser IMIS-Modus wird als Intensivbetrieb bezeichnet und dient dazu, etwaige Kontaminationen möglichst schnell erkennen und Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Aktuelle und in den letzten Jahren ermittelte UntersuchungsergebnisseÖffnet sich in einem neuen Fenster finden Sie hier.

Ab der Jahrgangsstufe 9 werden die Eigenschaften, Wirkungen, Anwendungsmöglichkeiten, von radioaktiven Stoffen und ionisierender Strahlung sowie mögliche Gefährdungen und Schutzmaßnahmen vermittelt und bewertet. Zur Erreichung der Unterrichtsziele dienen in vielen Schulen auch experimentelle Untersuchungen, wozu der Einsatz radioaktiver Stoffe erforderlich ist.

Ob und in welchem Umfang Demonstrations- oder Schülerexperimente mit radioaktiven Stoffen durchgeführt werden, hängt von methodischen Vorgehensweisen der Fachlehrerinnen und Fachlehrer ab.

Das breite Portfolio an radioaktiven Stoffen, mit denen an Schulen umgegangen wird, reicht von genehmigungspflichtigen Strahlern über bauartzugelassene Vorrichtungen (sogenannte Schulpräparate) bis zu strahlenden Mineralien und Chemikalien und verschiedensten strahlenden Konsumgütern (z.B. Gasglühstrümpfe, thorierte Schweißelektroden u.v.m.). In der Regel beschränkt sich der Umgang an Schulen auf radioaktive Stoffe mit kleiner Aktivität oder bauartzugelassene Schulpräparate, die inhärent sicher sind. Der gesamte Umgang an hessischen Schulen hat eine geringe radiologische Relevanz. Eine Gefährdung oder inakzeptable Belastung von Schülerinnen und Schülern oder Lehrkräften durch ionisierende Strahlung ist bei sachgerechter Handhabung ausgeschlossen.

Genehmigungsbedürftiger Umgang mit radioaktiven Stoffen

Insgesamt haben in Hessen derzeit weniger als 10 Schulen genehmigungsbedürftigen Umgang mit radioaktiven Stoffen, allerdings bei steigender Tendenz. Ca. 220 Schulen verfügen über genehmigungsfreie, aber zum Anschaffungszeitpunkt anzeigepflichtige Vorrichtungen, mit einer Bauartzulassung nach Ablauf ihrer Frist, die radioaktive Stoffe enthalten. Verfügen Schulen ausschließlich über Vorrichtungen mit neuer Bauartzulassung, so sind diese anzeigefrei und es findet staatliche Aufsicht lediglich in reduzierter Form statt. Darüber hinaus gibt es weitere Schulen, die zwar über strahlende Stoffe verfügen, jedoch wegen der Geringfügigkeit der Aktivität unter den Freigrenzen nicht der staatlichen Aufsicht unterliegen. Die Abgrenzung dieser verschiedenen Umgangsformen gegeneinander ist nicht immer einfach. Bei Unklarheiten sollten Schulen dies mit der zuständigen Aufsichtsbehörde (Regierungspräsidium) klären.

Erfolgt an einer Schule Umgang mit radioaktiven Stoffen, so sind die Regelungen des Gesetzes zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (Strahlenschutzgesetz - StrlSchG) und der Verordnung zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung (Strahlenschutzverordnung – StrlSchV) einzuhalten. Darüber hinaus sind die einschlägigen untergesetzlichen Regelungen sowohl aus dem Kultusbereich (z. B. Aufsichtsverordnung, die für hessischen Schulen bekanntgemachten Teile der KMK- Richtlinie zur Sicherheit im Unterricht - RiSU) wie auch aus dem Umweltrecht zu beachten. Genehmigungs-, Vollzugs- und Aufsichtsbehörden für das StrlSchG mit StrlSchV an hessischen Schulen sind die für eine Schule lokal zuständigen Regierungspräsidien, Kassel, Gießen und Darmstadt. Die Regierungspräsidien haben die strahlenschutzrechtliche Aufsicht über die Schulen in Hessen, die Vollzugssteuerung im Strahlenschutz über die Regierungspräsidien obliegt dem Hessischen Umweltministerium. Eine weitere wichtige Aufgabe des Hessischen Umweltministeriums ist die enge Koordinierung mit dem Hessischen Kultusministerium.

Schulen, die einen Umgang mit radioaktiven Stoffen haben, welcher der staatlichen Aufsicht vollumfänglich unterliegt (genehmigungspflichtig oder ausgelaufene Bauartzulassung), sind gesetzlich verpflichtet, eine anforderungsgerechte Strahlenschutzorganisation wie folgt personell umzusetzen:

Strahlenschutzverantwortlicher (SSV) ist der Schulträger (i. d. R. die Landkreise, kreisfreien Städte). Die Aufgaben des SSV muss eine zur Vertretung berechtigte Person übernehmen. Mithin fallen diese Aufgaben dem Landrat, Bürgermeister oder einer anderen vertretungsberechtigten Person des Schulträgers zu (Organisationsverantwortung).

In Hessen besteht das Angebot an die SSV, bestimmte Aufgaben auf die Schulleiterinnen und Schulleiter als Strahlenschutzbevollmächtigte (SSBv) zu delegieren.

Bestellung von Strahlenschutzbeauftragten

Für die Leitung und Beaufsichtigung des Umgangs mit radioaktiven Stoffen vor Ort an der Schule hat der SSV die erforderliche Zahl zuverlässiger und speziell ausgebildeter, fachkundiger Strahlenschutzbeauftragter (SSB) schriftlich zu bestellen (i. d. R. Fachlehrer / Fachlehrerinnen). Die Bestellung der SSB ist der zuständigen Aufsichtsbehörde unverzüglich, schriftlich mitzuteilen.

Die SSB organisieren den praktischen Strahlenschutz an ihrer Schule. Abhängig vom Umfang der ihnen in ihrer Bestellung zugewiesenen Pflichten zeichnen sie beispielsweise verantwortlich für folgende übertragene Aufgaben:

  • Information des SSV über die erforderlichen Dichtheitsprüfungen sowie deren Veranlassung.
  • Organisation und Überwachung des Zugangs zu den radioaktiven Stoffen.
  • Rechtskonforme Aufbewahrung, Kennzeichnung und Verwendung von radioaktiven Stoffen im Zusammenhang mit dem schulischen Unterricht oder anderen Veranstaltungen der Schule.
  • Organisation der Rückgabe von bauartzugelassenen Vorrichtungen an den Hersteller sowie Entsorgung radioaktiver Stoffe über die Landessammelstelle in Abstimmung mit dem SSV und der zuständigen Behörde.
  • Unterweisungen von Fachkollegen sowie von Schülerinnen und Schülern vor dem erstmaligen Umgang mit radioaktiven Stoffen.
  • Jährliche Unterweisung derjenigen Fachkolleginnen und -kollegen sowie Schülerinnen und Schülern, die mit radioaktiven Stoffen weiter umgehen.
  • Niederschrift / Aufzeichnung der Unterweisungen und Aufbewahrung.
  • Erteilung von Auskünften bzw. Beratung des Personalrats, der Sicherheitsfachkraft, des Kollegiums, der Schulleitung und des Schulträgers in fachlichen Fragen zur Durchführung des Strahlenschutzgesetzes und der Strahlenschutzverordnung.

Gegebenenfalls können weitere Aufgaben und Pflichten hinzukommen.

Anforderungsgerechte Strahlenschutzorganisation

Durch eine anforderungsgerechte Strahlenschutzorganisation, die hohe Qualifikation der handelnden Personen (Fachkunde im Strahlenschutz) sowie die Überwachung durch die zuständigen Aufsichtsbehörden, ist in Hessen gewährleistet, dass der Umgang mit radioaktiven Stoffen an Schulen gefahrlos und sicher erfolgt. Sowohl die engagierten Lehrerinnen und Lehrer als auch die kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Regierungspräsidien stellen sicher, dass es den hessischen Schülerinnen und Schülern auch zukünftig möglich sein wird, nicht bloß in der Theorie zu erlernen, sondern auch praktisch und viel eindrücklicher in Demonstrationsexperimenten oder Schülerversuchen zu erfahren, welche Prozesse und Reaktionen in der unsichtbaren Welt der kleinsten Teilchen ablaufen und zu beurteilen, welche Auswirkungen ionisierende Strahlung hat.

Für Rückfragen von Lehrerinnen und Lehrern, aber auch von Schülerinnen und Schülern sowie von interessierten Eltern stehen die Regierungspräsidien sowie das Hessische Umweltministerium gerne zur Verfügung.

Beantragung auf Bescheinigung der Fachkunde.docxÖffnet sich in einem neuen Fenster

Änderung der Aufgaben und Befugnisse eines SSB.docxÖffnet sich in einem neuen Fenster

Ausscheiden eines Strahlenschutzbeauftragten.docx Öffnet sich in einem neuen Fenster

Bestellung eines Strahlenschutzbeauftragten.docxÖffnet sich in einem neuen Fenster

Abschlussbericht "Umgang mit strahlenden und radioaktiven Stoffen an hessischen Schulen".pdfÖffnet sich in einem neuen Fenster

Strahlenschutzanweisung für Schulen.docxÖffnet sich in einem neuen Fenster

Benennung eines StrahlenschutzbevollmächtigtenÖffnet sich in einem neuen Fenster

Die Radioökologie als Teil der allgemeinen Ökologie befasst sich mit dem Verhalten radioaktiver Stoffe in unserer Umwelt. Dieses Forschungsgebiet versucht die Entstehung, den Zerfall, das Vorkommen, die Verbreitung und Ausbreitung, den Transport sowie die Wechselwirkung von Radionukliden in Ökosystemen möglichst exakt zu beschreiben und die dahinter stehenden Prozesse zu verstehen. Hierbei sind alle möglichen Pfade von Radionukliden durch unsere Umwelt zu Pflanzen, Tieren und Menschen sowie ihre Wechselwirkung mit der unbelebten und belebten Natur Untersuchungsgegenstand. Der Bogen, den die Radioökologie dabei schlägt geht von der Nukleosynthese (Elementerzeugung im frühen Universum) und der natürlichen Radioaktivität über die Erzeugung künstlicher Radioaktivität bis zur Endlagerung radioaktiver Abfälle. Im Einzelnen betrachtet die Radioökologie folgende Themen:

  • Transport natürlicher und künstlicher radioaktiver Stoffe in Ökosystemen

  • Ausbreitung mit Luft, Wasser und in der Atmosphäre durch meteorologische Einflüsse

  • Ablagerung an Vegetation und auf dem Boden

  • Migration im Boden, in Grund-, Oberflächen- und Fließgewässern

  • Aufnahme durch Pflanzen und Tiere, Transfer in Lebensmittel

  • Aufnahme durch den Menschen und resultierende Strahlenexposition

Die Radioökologie liefert bedeutende wissenschaftliche Grundlagen für den Strahlenschutz. Sie erlaubt die Beschreibung der Auswirkungen von Freisetzungen radioaktiver Stoffe auf Mensch und Umwelt und die Quantifizierung der resultierenden Strahlenexpositionen. Mögliche Einträge von künstlichen Radionukliden in ein Ökosystem waren / sind:

  • die Kontamination der Umwelt mit Radionukliden aus dem globalen Fallout der oberirdischen Kernwaffenexplosionen

  • die Emissionen von Radionukliden aus kerntechnischen Anlagen (Kernkraftwerke oder die Wiederaufarbeitungsanlagen Sellafield und La Hague)

  • die Reaktorunglücke von Chernobyl und Fukushima

  • die Ableitung / Ausscheidung kurzlebiger Radionuklide im Rahmen von therapeutischen und diagnostischen Verfahren der Nuklearmedizin (z.B. Tc-99m, I-131)

Auch der Eintrag natürlicher Radionuklide in ein Ökosystem ist in den letzten Jahren verstärkt zum Forschungsschwerpunkt der Radioökologie geworden. Dies insbesondere, da die Strahlenexposition durch die natürlich vorkommenden Radionuklide (NORM - naturally occuring radioactive materials) sowie das durch menschlichen Eingriff in die Natur erhöhte Vorkommen natürlicher Radionuklide (TE-NORM - technologically enhanced NORM) die Strahlenexposition durch künstliche Radionuklide in der Natur im Allgemeinen deutlich übersteigt. Beispiele für natürliche Quellen ionisierender Strahlung in unserer Umwelt sind:

  • das radioaktive Edelgas Radon und seine Folgeprodukte

  • die Sanierung ehemaliger Uran Bergbaugebieten, z.B. in Sachsen

  • die Anreicherung radioaktiver Rückstände bei der Nutzung der Erdwärme im Rahmen der tiefen Geothermie, sowie der Erdöl- oder Erdgasförderung

Untersuchungen der Ausbreitungspfade bis hin zur Strahlenexposition des Menschen erfolgen in der Radioökologie heute mit modernsten analytischen Methoden. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis der zugrundeliegenden Prozesse zu erzielen. Dazu gehören die Rekonstruktion vergangener und die Bestimmung aktueller Expositionen auf der Basis von Messwerten und die Voraussage oder Abschätzung zukünftiger oder auch nur potentieller Expositionen. Anhand geeigneter Modelle werden die kritischen Expositionspfade identifiziert und beschrieben. Die Expositionspfade wiederum sind Grundlage für die Festlegung von Referenzwerten für Abluft und Abwasser, für Nahrungs- und Futtermittel, für Abfälle und Reststoffe.

Zu den angewandten Aspekten der Radioökologie gehören die messtechnische Überwachung der allgemeinen Umweltradioaktivität, die Bestimmung der Strahlenexposition durch Ableitungen aus Kernkraftwerken, Brennelementfabriken, Zwischen- und Endlagern, die Entwicklung radioökologischer Kriterien für die Stilllegung und Sanierung belasteter Anlagen, Einrichtungen oder Bodenflächen und die Freigabe oder geordnete Beseitigung radioaktiver Abfälle, ferner die Bereitstellung von Entscheidungshilfesystemen für die Bewertung von Notfallexpositionssituationen nach einer Freisetzung radioaktiver Stoffe.

Eine Vielzahl verschiedener Sendeeinrichtungen wie zum Beispiel Fernsehen, Rundfunk und Mobilfunk umgibt uns heute. Sie strahlen mit unterschiedlichen Sendeleistungen hochfrequente elektromagnetische Strahlung in die Umgebung ab. Hochfrequente elektromagnetische Felder gehören - wie auch niederfrequente Felder und die optische Strahlung - zur nichtionisierenden Strahlung. Im Gegensatz zur ionisierenden Strahlung - zum Beispiel Röntgenstrahlung - reicht die Energie dieser Strahlung nicht aus, um Atome und Moleküle elektrisch aufzuladen - zu ionisieren. Im elektromagnetischen Spektrum ist der hochfrequente Strahlungsbereich zwischen 9 kHz und 300 GHz angesiedelt.

Mobilfunk

Mobil zu telefonieren und im Internet zu surfen ist in der heutigen Zeit selbstverständlich geworden. Um eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen, sind in ganz Hessen Funknetze nach verschiedenen Standards aufgebaut. Dabei wird das gesamte Gebiet in viele dicht aneinander angrenzende Funkzellen aufgeteilt. In der Mitte der Funkzelle befindet sich jeweils eine festinstallierte Basisstation. Die einzelnen Basisstationen sind untereinander und mit den zentralen Vermittlungsstellen über Kabel oder Richtfunkstrecken verbunden.

EMF-Monitoring - Standort-Datenbank

Mit dem Standortverfahren stellt die Bundesnetzagentur sicher, dass die in Deutschland geltenden Grenzwerte zum Schutz von Personen in elektromagnetischen Feldern von Funkanlagen konsequent und uneingeschränkt Anwendung finden. Das Standortverfahren ist der Kern eines modular sich zusammensetzenden EMF- Monitorings. Jede standortbescheinigungspflichtige Funkanlage wird von der Bundesnetzagentur individuell bewertet und auch in unregelmäßigen Abständen am Installationsort überprüft.

Bei der Bundesnetzagentur ist eine Standort-DatenbankÖffnet sich in einem neuen Fenster in kartografischer Form eingerichtet worden, die im Internet öffentlich zugänglich ist. Damit wird den Bürgerinnen und Bürgern ermöglicht, sich über die Standorte von Funkanlagen, für die eine Standortbescheinigung erteilt wurde, und über die Orte, an denen im Rahmen des EMF-Monitorings Messungen der elektromagnetischen Feldstärke durchgeführt wurden, zu informieren.

Die Messorte in Hessen werden von der Bundesnetzagentur und dem Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz jährlich ausgewählt. Sie stellen einen Beitrag zum EMF-Monitoring der elektromagnetischen Felder dar.

Damit auch der Bürger ohne detaillierte Fachkenntnisse eine für ihn lesbare und verständliche Informationsquelle vorfindet, sind die Inhalte der EMF-Datenbank visuell aufbereitet worden. Man kann durch Eingabe einer Postleitzahl und Auswahl eines Straßennamens den dazugehörigen Kartenausschnitt aufrufen. Wenn in diesem Bereich standortbescheinigungs-pflichtige Funkanlagen vorhanden sind oder eine EMF-Messung durchgeführt wurde, sind die eingetragenen Orte durch farbige Dreiecke bzw. Punkte dargestellt.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen werden für Standorte von Funkanlagen keine genauen Standortadressen angegeben. Durch verschiedene Suchfunktionen oder durch Anklicken der Standorte bzw. Messorte können weitere Informationen und Erläuterungen abgerufen werden. Darüber hinaus sind weitere Erläuterungen zu den Begriffen und den vorgenommenen Feldstärkeberechnungen eingestellt.

Weiter Informationen zum Mobilfunk, wie z.B. die Spezifischen Absorptionsraten von Handys (SAR-Werte), finden Sie auf den Internetseiten des Bundesamtes für Strahlenschutz und der Strahlenschutzkommission.

Niederfrequente Felder treten überall dort auf, wo elektrische Energie erzeugt, transportiert oder angewendet wird, also in der Nähe von Hochspannungsfreileitungen, Erdkabeln, Transformatorenstationen, der Hausinstallation und elektrischen Geräten.

Zum Schutz der Bevölkerung vor gesundheitsschädigenden Wirkungen elektrischer und magnetischer Felder gilt in Deutschland seit 1997 die 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-ImmissionsschutzgesetzesÖffnet sich in einem neuen Fenster (26. BImSchV). In ihr werden Grenzwerte u. a. für den Betrieb von ortsfesten Niederfrequenz- und Gleichstromanlagen (z. B. Hochspannungsleitungen) auf der Basis von Empfehlungen der Internationalen Kommission zum Schutz vor nichtionisierenden Strahlen (ICNIRP) sowie der WeltgesundheitsorganisationÖffnet sich in einem neuen Fenster WHO), zwei international anerkannte Gremien, und Empfehlungen der deutschen StrahlenschutzkommissionÖffnet sich in einem neuen Fenster (SSK) festgelegt.

Grundlage dieser Empfehlungen sind die wissenschaftlich nachgewiesenen, gesundheitsrelevanten biologischen Wirkungen, die durch eine Einwirkung niederfrequente Felder ausgelöst werden können. Die Grenzwerte wurden so festgelegt, dass die Bevölkerung vor wissenschaftlich nachgewiesenen gesundheitlichen Risiken geschützt wird.

Der Betreiber einer Niederfrequenzanlage mit einer Nennspannug von 110 Kilovolt und mehr oder einer Gleichstromanlagehat diese der zuständigen Behörde, in Hessen sind dies die Umweltabteilungen der Regierungspräsidien Darmstadt, Gießen und Kassel, mindestens zwei Wochen vor der Inbetriebnahme oder einer wesentlichen Änderung anzuzeigen, soweit § 7 Abs. 1 und 2 der 26. BImSchV einschlägig sind. Es ist von den Betreibern nachzuweisen, dass die zulässigen Grenzwerte der 26. BImSchV einhalten werden. Bei sensiblen Nutzungen in der näheren Umgebung derartiger Anlagen wie zum Beispiel Wohnungen, Krankenhäuser, Schulen oder Kindergärten, müssen nach § 4 der 26. BImSchV weitergehende Anforderungen zur Vorsorge getroffen werden.

Seit Januar 1997 ist die 26. Verordnung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes in Kraft. Seitdem wurde die Verordnung regelmäßig an die neuen Erkenntnisse aus dem Bereich der elektromagnetischen Felder angepasst und fortgeschrieben. Die aktuell gültigen Grenzwerte ergeben sich aus Anhang 1 der Verordnung. Dabei sind die Regelungen der §§ 2, 3, 3a und 10 zu beachten.