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Gentechnik

Gentechnik besitzt ein weit in die Zukunft hineinreichendes Wirkungspotenzial. Ein hoher Sicherheitsstandard und vorbeugende Sicherheitsmaßnahmen sind für die Bevölkerung, die Umwelt, aber auch für die beteiligte Industrie von großer Bedeutung.

Das Gesetz zur Regelung der GentechnikÖffnet sich in einem neuen Fenster (Gentechnikgesetz, GenTG) bezweckt, sowohl vor den Gefahren der Gentechnik zu schützen als auch deren Erforschung und Nutzung zu ermöglichen. Es regelt im Wesentlichen das Arbeiten mit gentechnisch veränderten Organismen etwa in Laboren und die zeitlich und räumlich begrenzte Freisetzung von gentechnisch veränderten Organismen sowie das Inverkehrbringen von Produkten, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten oder aus diesen bestehen. Weitere nationale rechtliche Rahmenbedingungen sind beim Bundesamt für Verbraucherschutz und LebensmittelsicherheitÖffnet sich in einem neuen Fenster (BVL) zu finden.

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) ist im Bereich Gentechnik zuständig für die Fachaufsicht sowie für länderübergreifende und umweltpolitische Aufgaben. Das Regierungspräsidium Gießen ist die zentrale Gentechnik-Vollzugsbehörde in Hessen.

Zu den Aufgaben der hessischen Gentechnik-Verwaltung gehören zwei Haupt-Tätigkeitsfelder:

  1. die Anzeige, Anmeldung bzw. Genehmigung von gentechnischen Anlagen und gentechnischen Arbeiten
     
  2. die Überwachung
  • aller gentechnischen Arbeiten in gentechnischen Anlagen,
  • von Freisetzungen gentechnisch veränderter Organismen (GVO),
  • des Inverkehrbringens von Produkten, die gentechnisch veränderte Organismen enthalten oder aus solchen bestehen

Weitere Informationen über Anmelde- und Genehmigungsverfahren sowie die notwendigen Formulare sind beim Regierungspräsidium GießenÖffnet sich in einem neuen Fenster zu finden. Genehmigungen für Freisetzungen und Inverkehrbringen von GVO werden bundesweit vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)Öffnet sich in einem neuen Fenster in Berlin erteilt.

Gentechnische Anlagen in Hessen

Das Land Hessen hat eine vielfältige Struktur von traditionsreichen Universitäten, öffentlichen und privaten Forschungsinstitutionen sowie Industriefirmen, die auf dem Gebiet der Gentechnik forschen, entwickeln und produzieren. In der Mehrzahl der weit über 600 gentechnischen Anlagen in Hessen werden Forschungsarbeiten der Sicherheitsstufe 1 durchgeführt. Diese werden zum überwiegenden Teil von den hessischen Hochschulen und Max-Planck-Instituten, aber auch von Industrieunternehmen betrieben. Darüber hinaus sind in Hessen gentechnische Anlagen der Sicherheitsstufe 1 zu Ausbildungszwecken in Schulen bzw. Betrieben eingerichtet. Annähernd ein Fünftel der gentechnischen Anlagen sind Forschungslabore der Sicherheitsstufe 2. Zu den gentechnischen Anlagen der Sicherheitsstufen 1 und 2 zählen auch solche, die vorrangig zu gewerblichen Zwecken betrieben werden. Gentechnische Anlagen höherer Sicherheitsstufen werden in Hessen ausschließlich zu Forschungszwecken genutzt. So werden in Hessen neben den gentechnischen Anlagen der Sicherheitsstufe 3 auch eine gentechnische Anlage der Sicherheitsstufe 4 in öffentlichen Einrichtungen betrieben.

Keine gentechnisch veränderten Pflanzen in Hessen

Seit 2008 werden in Hessen keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut. Freisetzungen zu Forschungszwecken und Sortenversuche fanden in Hessen zuletzt 2007 statt. Seit 2014 ist Hessen Mitglied im „Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen“. Damit wird die Absicht unterstützt, hessische Äcker weiterhin frei von gentechnisch veränderten Organismen (GVO) zu halten. Als einziger GVO darf in der EU momentan der in Deutschland und einigen weiteren Mitgliedstaaten verbotene, gegen den Maiszünsler resistente Mais MON810 angebaut werden. In Deutschland sind aktuell keine gentechnisch veränderten Pflanzen zum Anbau zugelassen.

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