Abgase

CO2- und Treibhausgasbilanz

Die hessische Treibhausgasbilanz dokumentiert die Entwicklung der Treibhausgasemissionen im Land Hessen.

Sie wird durch das Hessische Statistische Landesamt (HSL) erstellt und umfasst die Treibhausgase Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O), die über 98 % der gesamten Treibhausgasemissionen in Hessen ausmachen. Seit dem Jahr 2019 liegen neben den drei vorgenannten Gasen erstmalig auch für die sogenannten F-Gase die Emissionsdaten vor.

  • In Hessen wurden 2019 39,1 Millionen t CO2-Äquivalente (CO2eq) emittiert.
  • Hierbei machte Kohlenstoffdioxid 89,3 % des erfassten Emissionsgeschehens aus (34,9 Mio. t CO2), auf Methan entfielen 4,7 %, auf Lachgas 3,3 % und auf die F-Gase 2,7 % der CO2-Äquivalente.
  • Die Emissionen der Treibhausgase gingen insgesamt seit 1990 um rund 24,6 % zurück: Der Rückgang betrug bei Kohlenstoffdioxid 20,2 %, bei Methan 66,2 % und bei Lachgas 23,6 %. Bei den F-Gasen stiegen die Emissionen um 9,4 %.
  • Die Treibhausgasemissionen im Jahr 2019 haben sich gegenüber dem Vorjahr von 39,3 Millionen Tonnen CO2eq um 0,2 Millionen t CO2eq auf 39,1 Millionen t CO2eq verringert. Die Treibhausgasemissionen sind damit auch unter Berücksichtigung der F-Gase nicht angestiegen. Der Anstieg der F-Gas-Emissionen ist vor allem auf den verstärkten Einsatz von Kältemitteln in Kälte-und Klimaanlagen zurückzuführen. Seit 2017 ist ein Abwärtstrend beobachtbar.
  • Der hessische Energiesektor (Energieerzeugung/-umwandlung) konnte seinen CO2-Ausstoß mit minus 8,1 % am stärksten reduzieren. Ursächlich dafür war wie in den Vorjahren eine weitere Verschiebung zur Nutzung weniger emissionsintensiver Energieträger. Insbesondere der rückläufige Einsatz von Stein- und Braunkohle ist hier bedeutsam.
  • Entgegen dem aktuellen Trend der anderen Sektoren stiegen die energiebedingten CO2-Emissionen des Sektors „Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen“ 2019 im Vergleich zum Vorjahr mit 6,2 % deutlich an. Die Emissionen werden hauptsächlich vom Heizbedarf bzw. dem Einsatz von Heizöl und Erdgas bestimmt. Die Schwankungen in den jährlichen Witterungsbedingungen (milder Winter 2018 vs. kühler Winter 2019) haben einen maßgeblichen Anteil an der Entwicklung. Eine wichtige Rolle spielten zudem niedrigere Heizölpreise, die sich durch angepasstes Kaufverhalten bilanziell in der Treibhausgasbilanz niederschlagen.
  • Von den Treibhausgasen zeigte Methan die deutlichste Emissionsreduktion gegenüber dem Vorjahr (- 129 000 t CO2eq bzw. - 6,5 %). Der überdurchschnittliche Rückgang beruht u.a. auf einer geringeren Menge an abgelagerten organischen Abfällen.

Hessen befindet sich damit weiterhin auf dem Zielpfad. Nach Projektionen des Öko-Instituts im Monitoringbericht 2020Öffnet sich in einem neuen Fenster liegt Hessen im Jahr 2020 bei einer Treibhausgasreduktion von 29 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 1990. Diese Schätzung ist allerdings vorläufig und bezieht die Entwicklungen der Corona-Pandemie noch nicht mit ein. Zudem handelt es sich hier um die Treibhausgase (Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O)) in Hessen.

Der Integrierte Klimaschutzplan Hessen 2025 wird momentan weiterentwickelt, um eine weitere Reduktion der Treibhausgasemissionen zu erreichen.

Emissionshandel in Hessen

Deutsche Emissionshandelsstelle - zentraler Ansprechpartner

In Hessen nahmen in der 3. Handelsperiode (2013-2020) 96 Anlagen am EU-weiten Emissionshandel teil. Seit 2021 ist die 4. Handelsperiode (2021-2030) im europäischen Emissionshandel gestartet.