Klima-Graffiti in Frankfurt

Klimaschutzplan Hessen

Wie schaffen wir es, dass Hessen bis 2045 klimaneutral wird und wie reagieren wir auf die jetzt schon spürbare Klimaveränderung - mehr Hitze, Trockenheit, Starkregen und Unwetter? Antworten darauf gibt der Integrierte Klimaschutzplan Hessen 2025 (IKSP). In allen relevanten Handlungsfeldern wie Landwirtschaft, Biodiversität, Energie oder Verkehr sind insgesamt 140 Maßnahmen festgeschrieben.

Ziele brauchen Maßnahmen

Der Klimaschutzplan für Hessen umfasst 140 Maßnahmen: Beratung und Förderprogramme schaffen Anreize für energetische Sanierungen oder den Ausbau von klimafreundlicher Mobilität, damit das Auto am besten gar nicht mehr gebraucht wird. Die Renaturierung von Mooren, klimastabiles Aufforsten unserer Wälder und die Reduzierung von Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft gehören ebenfalls dazu, genauso wie umfangreiche Bildungsmaßnahmen. Die Umsetzung der Maßnahmen auf kommunaler Ebene wird von Seiten der hessischen Landesregierung besonders unterstützt, unter anderem über das Bündnis "Hessen aktiv: Die Klima-KommunenÖffnet sich in einem neuen Fenster."

Hessische Umweltministerium Priska Hinz
Hitze und Trockenheit schaden unserem Wald und der Landwirtschaft, Starkregen führt immer häufiger zu Überschwemmungen. Wir müssen entschlossen handeln, um die schwerwiegende Folgen der Klimakrise für Mensch und Natur so gering wie möglich zu halten.
Priska Hinz, Umweltministerin

Monitoringbericht: Hessisches Umweltministerium zieht Zwischenbilanz

Mit einem Monitoringbericht hat das Hessische Umweltministerium eine Zwischenbilanz gezogen. Für die Analyse wurde das Öko-Institutund das Büro Bosch & Partner beauftragt. Nach deren Prognosen lag Hessen im Jahr 2020 bei einer Treibhausgasreduktion von 29 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 1990. Bis 2025 kann bei aktuellen Voraussetzungen eine Reduktion von 36 Prozent erreicht werden. Statt der erforderlichen 55 Prozent können bis 2030 voraussichtlich 43 Prozent Treibhausgasemissionen reduziert werden. Hessen ist – wie alle anderen Bundesländern auch – auf ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen auf Bundes, EU- und internationaler Ebene angewiesen. Da das Bundesklimaschutzprogramm erst im Herbst 2019 verabschiedet wurde, sind diese Minderungseffekte in der aktuellen Analyse noch nicht beinhaltet.

Mehr-Klimaschutz-Programm für Hessen – 18 Maßnahmen verstärken den Klimaschutz

Klar ist: Wir müssen noch eine Schippe drauflegen! Die Maßnahmen für den Klimaschutz sind daher bis zur Weiterentwicklung des IKSP noch einmal deutlich verstärkt worden. Das Mehr-Klimaschutz-Programm deckt mit 18 Maßnahmen ein breites Handlungsfeld ab: 100 Prozent Förderquoten für Klima-Kommunen, Lastenradförderung für Bürgerinnen und Bürger, die Bekämpfung des Klimakillers F-Gase, Ausbau der energetischen Sanierung und Elektromobilität, Klimabildung, Renaturierung von Niedermooren und die ressourcenschonende Nutzung von Wasser - all das wird einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten.

Die nächsten Schritt: Der IKSP wird weiterentwickelt

Der Monitoringbericht ist eine wichtige Grundlage für die Fortschreibung des IKSP. Neben der Weiterführung der beschlossenen Maßnahmen gilt es, die Kräfte zu bündeln und sich auf besonders effektive Maßnahmen zu konzentrieren. Die Fortschreibung wird aktuell vorbereitet und startet in diesem Jahr unter breiter Beteiligung von Wissenschaft, Verbänden sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Darüber hinaus gibt das Hessische Umweltministerium in diesem Jahr eine Studie zur Erarbeitung von Sektorzielen in Auftrag. Diese Sektorziele werden eine wichtige Grundlage für die Fortschreibung des Klimaschutzplans bilden, denn sie machen deutlich, in welchen Bereichen entsprechende CO2-Einsparungen umgesetzt werden müssen, um die Klimaschutzziele zu erreichen.