Kieselsteine als Rohstoff

Rohstoffsicherung

Der Abbau mineralischer Rohstoffe birgt aufgrund von konkurrierenden Nutzungsansprüchen an die beanspruchten Flächen ein erhebliches Konfliktpotenzial. Um solche Konflikte zu versachlichen, wurde im Rahmen der Umweltallianz HessenÖffnet sich in einem neuen Fenster ein mittel- bis langfristiges Rohstoffsicherungskonzept nach Rohstoffarten und Regionen erarbeitet.

Das nach Rohstoffarten und Regionen differenzierte Rohstoffsicherungskonzept Hessen ist Bestandteil der Kooperation von Naturschutz und Rohstoffversorgung. In der Projektarbeitsgruppe haben Vertreter der Steine und Erden-Industrie und der Behörden eng zusammengearbeitet, um für Hessen ein zukunftsweisendes Rohstoffsicherungskonzept zu erstellen. Wichtigstes Projektziel war die Optimierung der Rohstoffsicherung in den Regionalplänen, um die Planungs- und Handlungssicherheit aller von der Rohstoffgewinnung Betroffenen zu stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde das bereits in Nutzung befindliche und künftig nutzbare Potenzial an oberflächennahen mineralischen Rohstoffen in Hessen neu erfasst, dargestellt, klassifiziert und bilanziert, die vorhandenen Karten des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und GeologieÖffnet sich in einem neuen Fenster aktualisiert und die dort dargestellten Flächen mit belastbaren Daten unterlegt.

Das Rohstoffsicherungskonzept Hessen stellt das Rohstoffpotenzial des Landes und die Möglichkeiten und Probleme seiner Sicherung und Nutzung zusammenfassend dar und berücksichtigt dabei insbesondere die planerische Rohstoffsicherung durch die Regionalplanung, die Verbesserung der fachlichen Informationslage sowie die Optimierung von Kommunikation und Wissenstransfer.

Das Rohstoffsicherungskonzept richtet sich vornehmlich an Personengruppen, die direkt oder indirekt mit Entscheidungen über Rohstoffsicherung und Abbauvorhaben befasst sind. Dazu gehören Entscheidungsträger in Kommunal- und Landespolitik, Landwirtschafts-, Forst-, Naturschutz- und Wasserwirtschaftsverwaltung, Träger Öffentlicher Belange, Beiräte und Ausschüsse mit flächenbezogenen Aufgaben, Betriebe der Steine- und Erden-Industrie sowie Planungsbüros.

Datenbasis & Wissenstransfer

Die Rohstoffversorgung und die Rohstoffsicherung der heutigen und künftigen Generationen sind nur auf der Grundlage detaillierter Kenntnis der Rohstoffvorkommen möglich. Um die Wissensgrundlage zu verbessern, sind

  • Erkundungsprogramme für Regionen mit bislang unzureichenden Lagerstättenerkenntnissen durchzuführen,
  • Datenerhebungen und Befahrungen von Abbaubetrieben regelmäßig durchzuführen, um die rohstoff- und wirtschaftsgeologischen Parameter bereits bekannter Lagerstätten zu aktualisieren sowie
  • problemorientierte Karten und Berichte zur Lagerstättensituation zu erstellen, aus denen Nutzungskonflikte miteinander konkurrierender Flächennutzungen und vorhandene Georisiken frühzeitig identifiziert werden können.

Das Fachinformationssystem Rohstoffe (FISROH) ist das zentrale „Werkzeug“ des Geologischen Dienstes in Hessen. Die Sachdatenbank führt Informationen zur Rohstoffsicherung und zum Rohstoffabbau und verfügt über Archivierungs-, Auswertungs- und Berichtswerkzeuge. Dasmit der Datenbank verknüpfte GIS-System stellt die zugehörigen Flächenelemente, wie z.B. Rohstoffsicherungsflächen dar und erstellt Fachkarten, wie z.B. die Karte Rohstoffsicherung (KRS).